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24.09.2021

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Herzog & de Meuron in London

Unigebäude kurz vor Fertigstellung


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Es war ein kurzer Einblick ins neue Gebäude von Herzog & de Meuron (Basel), der gestern bei einer Pressekonferenz des Londoner Royal College of Art geboten wurde. Zu sehen waren große, noch leere Innenräume in Sichtbeton und Fassaden aus Backstein und Aluminium, ein Ensemble durchkreuzt von Wegen, gespickt mit großformatigen Fenstern und dem typischen Sheddach. Was fehlte, waren Student*innen, Forscher*innen, Passant*innen. Denn – das wurde gestern offiziell verkündet – eröffnet wird das Ensemble in Battersea erst am 11. Januar 2022.

„Die Eröffnung der neuen Campus-Gebäude in Battersea bringt uns unserem Ziel näher, eine STEAM-Universität zu werden, die innovative neue Technologien mit traditionellen Disziplinen verbindet“, kommentierte Paul Thompson, Vizekanzler des RCA. Und so haben neben klassischen Studiengängen wie Bildhauerei und Produktdesign demnächst auch Fachbereiche wie Robotik oder intelligente Mobilität große Werkstätten an der berühmten Kunsthochschule. Kunst und Design plus einige naturwissenschatliche STEM-Disziplinen, das ergibt dann eben STEAM. Bisher wurden statt Roboter und Skulpturen allerdings noch Baugerüste geboten.

Errichtet haben Herzog & de Meuron ein 15.500 Quadratmeter großes Gebäudeensemble, das sich südlich der bestehenden RCA-Bauten in einem Block zwischen Wohn- und Geschäftshäusern einreiht. Den entsprechenden Wettbewerb hatten die Basler Architekt*innen 2016 gewonnen. Man habe einen offenen, extrovertierten Campus schaffen wollen, so Architekt Ascan Mergenthaler bei der Präsentation. Das Gebäude nimmt daher mit der Backsteinfassade und dem markanten Sheddach die Proportionen der Nachbarhäuser auf, während die vielen Eingänge und Durchwegungen als Verbindung ins Viertel dienen sollen. Die benachbarte Designfakultät und die Malereiabteilung des RCA von Haworth Tompkins zeichnen sich übrigens durch eine ähnliche Formensprache aus.

Das vierstöckige Ateliergebäude besteht aus zwei miteinander verbundenen Gebäudeblöcken für Lehre und Produktion, mit erweiterten Ateliers und Werkstätten für Bildhauerei und zeitgenössische Kunst, Designproduktion und Robotik; einem Katalysator gleich soll es den interdisziplinären Dialog zwischen Fahrzeugdesignerinnen und Architekten, Designerinnen und Textilstudenten fördern. Während die Werkstätten und ihre schweren Maschinen das 1.600 Quadratmeter große Erdgeschoss besetzten, nehmen Studios die oberen Etagen ein. Auf rund 5.700 Quadratmeter sind unter anderem ein Immersion Lab, das Materials Nature Lab, ein Manufacturing Lab sowie ein Moving Image Studio zu finden. Im Zentrum des Gebäudes befindet sich zudem ein 550 Quadratmeter überdachter Hangar mit doppelter Höhe, der Raum für die Montage und Ausstellung von großformatigen Arbeiten bietet. Da sich der Hangar zur Straße öffnen lässt, soll er auch zur Interaktion mit der Nachbarschaft genutzt werden, für Performances, Ausstellungen und Absolventenshows.

Zusätzlich entsteht ein achtstöckiger Forschungsturm – weithin sichtbar anhand der mit wellenförmigen Aluminiumpaneelen verkleiden Fassade – unter anderem für Materialwissenschaft, textile Kreislaufwirtschaft und Design für alternde Gesellschaften. Auch ein umfangreiches Mobility Design Centre wird hier Platz finden. Die oberste Etage nehmen Seminar- und Konferenzräume, Räume für Start-ups und eine Dachterrasse ein.

Der Battersea-Campus ist das größte Expansionsprojekt in der 184-jährigen Geschichte des Colleges. Die Atelier- und Forschungsgebäude von Herzog & de Meuron vergrößern den Campus nun auf insgesamt 26.000 Quadratmeter. Eine Meinung zur Architektur wird man sich allerdings erst im kommenden Januar bilden können, wenn die neue Ausbildungsstätte auch offiziell in Betrieb genommen wird. (kat)


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Kommentare

1

kurze | 24.09.2021 15:58 Uhr

Huldigung

Über ein Projekt "kurz" vor Fertigstellung mit Renderings zu berichten, .... kann man machen, finde ich vermittelt aber keinen vernünftigen Eindruck vom gebauten.

Bitte erst fertige Projekte mit richtigen Bildern melden, oder ist die Architekturszene inzwischen soweit, dass bereits halbfertig gehuldigt werden soll?

 
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