Zentralpavillon der Biennale
Umbau von Labics und Fabio Fumagalli in Venedig
Zackiges Timing und trotzdem scheinbar alles im Griff: Ende letzter Woche gab die Biennale in Venedig bekannt, dass die Sanierung des Zentralpavillons in den Giardini planmäßig abgeschlossen wurde und die Einrichtung der Hauptausstellung der Kunstbiennale beginnt, die wiederum am 9. Mai eröffnet. 16 Monate war das Haus geschlossen, weshalb sich Kurator Carlo Ratti auf der Architekturbiennale 2025 weitgehend auf die Bespielung des Arsenales beschränken musste.
Der Entwurf für Sanierung und Umbau des größten Ausstellungsgebäudes in den Giardini stammt vom Büro Labics (Rom) und Architekt Fabio Fumagalli, die seit 2023 an dem 31 Millionen Euro teuren Projekt arbeiteten. Ein wichtiges Ziel war es, die über Jahrzehnte immer wieder veränderten Raumgefüge des Zentralpavillons – dessen komplexe Baugeschichte bis in das Jahr 1887 zurückreicht – architektonisch zu klären.
Die Ausstellungssäle wurden nicht im großen Stil umgebaut, aber von störenden technischen Einbauten befreit. Die Biennale spricht von einer „kritischen Wiedererfindung“ des Pavillons und betont, dass Architektur, Struktur und technische Ausstattung „vollständig integriert“ wurden. Bei den neuen Dachfenstern kam teilweise Photovoltaikglas zum Einsatz.
Die Räume zeigen sich nun als White Cubes, kombiniert mit schwarzen Deckenuntersichten, Laibungen, Fensterrahmen und Einbauten für Museumsshop und Cafeteria. Angesichts der sehr unterschiedlichen kuratorischen Bedürfnisse an die Räume, ist dieser etwas konservative und zurückhaltend robuste Ansatz sicherlich angemessen.
Sanierung und Umbau gehen mit einem veritablen Verlust einher. Denn die Neugestaltung des Gastrobereichs machte den Rückbau der wilden farbigen Gestaltung der Cafeteria von Tobias Rehberger nötig. Das knallbunte, raumfüllende All-over entstand zur Kunstbiennale 2009, trug den Titel „Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen“ und gewann damals den Goldenen Löwen.
Demgegenüber wurden am anderen Ende des Gebäudes historische Schichten freigelegt und reaktiviert, indem dort das Doppelfenster von Carlo Scarpa (das lange verbaut war) aufgearbeitet wurde. Außerdem wurde die daneben liegende Sala Brenno del Giudice in Anlehnung an ihren Ursprungszustand von 1928 neu gestaltet und ihr ursprünglicher Zugang zu einer Terrasse wiederhergestellt. Auch an zwei weiteren Stellen wurde die Öffnung des Hauses verbessert. Vor dem neuen Multifunktionssaal und im Bereich der Gastronomie finden sich nun auffällige Überdachungen aus schwarzem Holz.
3.100 Quadratmeter reine Ausstellungsfläche bietet das Haus. Hinzu kommen 865 Quadratmeter Fläche für Museumsshop, Vermittlungsräume, Café und Toiletten. Weitere 362 Quadratmeter sind dienende Räume und Büros. (gh)
- Fertigstellung:
- März 2026
- Architektur und Art Direction:
- Labics (Maria Claudia Clemente, Francesco Isidori) und Fabio Fumagalli
- Teamleitung und Umsetzung:
- BUROMILAN - Milan Ingegneria spa (Massimiliano und Maurizio Milan)
- TGA:
- ia2 Studio (Aniello Camarca, Antonella De Martino)
- Landschaftsarchitektur:
- Stefano Olivari
- Fläche:
- 4.327 m² Nutzfläche
- Baukosten:
- 31.000.000 €





Is dann aber auch mal gut jetzt damit!