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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Umbau_in_Kilkenny_von_McCullough_Mulvin_Architects_7668033.html

02.07.2021

Armenhaus wird Galerie

Umbau in Kilkenny von McCullough Mulvin Architects


Weil McCullough Mulvin Architects bei ihren Projekten häufig sehr sensibel mit dem Bestand umgehen, gelten sie in Irland quasi als Geheimwaffe für die manchmal schwierige Konversion denkmalgeschützter Bauten. Nach dem Umbau einer mittelalterlichen Kirche zum Museum und einer Militäranlage zum zeitgenössischen Archiv wandelten die Dubliner nun in Kilkenny ein Armenhaus in eine Galerie um.

1818 stiftete Joseph Evans, in Irland gebliebener Nachkomme eines englischen Soldaten aus der Gefolgschaft Oliver Cromwells, das Heim für verarmte Hausangestellte – mit der Verfügung, vorzugsweise protestantische Bedürftige aufzunehmen. Dem wurde, auch da die protestantische Gemeinde ablehnte, allerdings nicht durchgängig entsprochen. Bis 1996 diente das Haus unter Direktion des Joseph Evans Trusts als Pflegeheim für 24 Menschen, dann fiel es in kommunalen Besitz. Nach Jahren der Nutzung als Grundschule und Bibliothekslager eröffnete die Galerie nun als Schlüsselprojekt des städtebaulichen Projektes zur Entwicklung eines Kulturviertels in Kilkenny.

Ruth O’Herlihy und Niall McCullough restaurierten den Bestandsbau aus Natursteinmauerwerk und erweiterten ihn um zwei zweigeschossige, dunkel bronzefarbene Anbauten, die sie über verglaste Durchgänge mit dem Altbau verbinden. Die Schlichtheit der architektonischen Addition kontrastiert mit den sauber freigelegten Details und Materialien des ursprünglichen Evans-Hauses. In dessen natürlich belichteten Galerien wird die Sammlung der Butler Galerie und der Nachlass des Malers Tony O'Malley gezeigt. Im Anbau findet sich ein großer zurückhaltend gestalteter Raum für Wechselsausstellungen.

Eine Reihe von geometrischen Betonrampen führt in den Außenbereich, der sich dank des Abrisses einer Bestandsmauer nun zur Stadt hin öffnet. Einzelne, durch halbhohe Mauern gefasste Kompartements bieten verschiedene Erfahrungsräume: Ein Skulpturengarten, ein Garten für Kinder, ein Sinnesgarten und die archäologische Ausstellung, die die Geschichte des Geländes erfahrbar macht. (kms)

Fotos: Ros Kavanagh, Ste Murray, Brendan Merry & Partners




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