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23.06.2021

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In Hammelburg klingt der Dachbalken mit

Umbau eines Klosters zur Musikakademie von Brückner + Brückner


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Franziskanerkloster, Hospiz, Polizeischule, Knabenseminar – die Mitte des 17. Jahrhunderts erbaute Klosteranlage im fränkischen Hammelburg hatte schon so einige Funktionen inne. Nun ließ sich die Bayerische Musikakademie Hammelburg, die bereits seit 1980 einen Teil der Räume bespielt und den denkmalgeschützten Baukomplex nach dem Wegzug der Mönche 2015 erwarb, in den historischen Mauern nieder. Mit der dafür notwendigen baulichen Transformation beauftragte die Akademie das in der Region ansässige Büro Brückner & Brückner Architekten (Tirschenreuth/Würzburg). Das unter dem Titel Zusammenspiel stehende Umbauprojekt wurde erst vor wenigen Tagen mit dem Deutschen Architekturpreis 2021 ausgezeichnet.

Ziel der baulichen Interventionen war es, multifunktional-kommunikative und zugleich akustisch optimierte Räume für die neue Nutzung zu schaffen. Jedoch galt es auch, die klösterlich-schlichte Atmosphäre des Ortes zu bewahren. Dabei arbeiteten Brückner & Brückner vor allem mit der Öffnung von Wänden und Dächern. So beispielsweise am früheren Kreuzgang mit Kreuzgarten, über dem sich nun ein gläsernes Dach spannt, das bei Bedarf verschattet werden kann. Der so entstandene, lichte Saal eignet sich nicht nur zum Speisen, sondern auch für Konzerte, Konferenzen oder Feste und bildet damit das Zentrum der Akademie. Um ihn herum sind sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss kleine und große Übungsräume angeordnet.

Zwei weitere Übungsräume liegen direkt unter dem Dach: Der eine lässt den offenen Dachstuhl erlebbar werden, der andere fungiere als dessen „zeitgenössischer Gegenspieler“, erläutern die Architekt*innen. Darüber hinaus gibt es ein Tonstudio mit Aufnahmeraum, das frühere Refektorium wurde zum Besprechungszimmer. In den Mönchszellen des Südflügels, die zu Gästezimmern mit je eigenem Bad umgestaltet wurden, logieren heute Musiker*innen. Des Weiteren wurden zwei Höfe mit Terrassen belebt – einer als Außenfläche des Speisesaals, der andere als „Serenadenhof“ für Open-Air-Konzerte – sowie barrierefreie Wege und Blickbeziehungen geschaffen, unter anderem durch Verglasungen an der Pforte des Klostergebäudes. Neben den historischen Putzen und Türen, die restauriert und aufgearbeitet wurden, dominieren helle, natürliche Materialien, darunter Naturstein, Eiche und Kalk. (da)

Fotos: mju-fotografie, Dieter Leistner


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Kommentare

2

max | 25.06.2021 19:09 Uhr

viel

viel aufwand betrieben, viel geld verbaut, aber mir stellt sich immer die frage, ob das auf diese art und weise einem bestand gerecht wird, den man zunächst ja wertschätzt aber einfach schlussendlich an manchen stellen auch ziemlich kaputt macht. vielleicht gar nicht im bezug auf die tatsächlich zerstörte substanz, sondern in verhältnis von alt und neu. wie da diese parkettdielen und aufdopplungen in bild 17 die alten sparren "erschlagen", äußerst schmerzhaft anzusehen. in vielen anderen bereichen erreicht man einen "neubaustandard", der weder besonders angenehm ist, noch weckt große hoffnungen, dass man da in 50-100 jahren nochmal eine gute sanierung bzw. einen umbau hinbekommt...

1

auch ein | 24.06.2021 08:19 Uhr

architekt

sehr gelungen, wie die meisten "bauen im bestand"-projekte von brückner.

was ich NIE bei KEINEM bau der WELT verstehe:
warum macht man die eingangstüre massiv (undurchsichtig) und nebendran glasscheiben (durchsichtig) ???
jeder kann reinschauen aber ich sehe nicht wem ich aufmache bzw kann mich nicht verstecken wenn ich nicht aufmachen will.....

das nur am rande ;-)

 
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