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30.09.2015

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Kulturelle Neubelebung

Thomas Phifer baut Museum und Theater in Warschau


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An diese Gebäude werden hohe Erwartungen geknüpft: Die Neubauten für das Warschauer Museum für Moderne Kunst und das renommierte TR Warszawa Theater am zentralen Defilad Platz in Warschau bezeichnet ihr Architekt Thomas Phifer (Thomas Phifer and Partners, New York City) als „entscheidenden Moment in der Geschichte der Stadt“. Er sagt dies in Hinblick auf die bedeutende Rolle dieser beiden Institutionen bei der Entwicklung von Warschaus neuem kulturellen Zentrum. Aber auch konkret bezogen auf eine bauliche Entwicklung am Defilad Platz: einen radikalen Bruch mit der Architektur des Kontexts, die er mit seinen Entwürfen verfolgt.

Der Defilad Platz ist geprägt von kommerzieller Hochhaus-Architektur und von der totalitären Architektur des Anfang der 1950er errichteten Kultur- und Wissenschaftspalasts – eines Geschenks der Sowjetunion an Polen. Phifer etabliert mit seinen abstrakten, puristischen Baukörpern eine Art Anti-Architektur zum sozialistischen Klassizismus des Palasts – der, ursprünglich als „Josef-Stalin-Kultur-und-Wissenschaftspalast“ benannt, für einige Zeit als Symbol totalitärer Unterdrückung galt.

Phifer wurde im Juli 2014 in einem ungewöhnlichen, zweistufigen Vergabeverfahren als Architekt für den städtebaulichen und architektonischen Entwurf eines Komplexes aus: Museum, Theater und öffentlichem Platz ausgewählt. Er präsentierte nun seine Visionen der Öffentlichkeit.

Ähnlich in Setzung, Maßstab und Form, haben beide Gebäude doch durch ihre individuelle Materialität – vor allem durch Farbe und Textur der Fassade – jeweils einen eigenen Charakter. Das umgerechnet ca. 82 Millionen Euro teure Museum an der Marszałkowska Straße soll von einem transluzenten Fiberglasstoff umhüllt und im Erdgeschoss vollverglast werden. Der weiße Monolith beherbergt auf 15.000 Quadratmetern Ausstellungsräume, die im Laufe des Tages zunehmend von außen sichtbar werden.

Die Fassade des umgerechnet ca. 37 Millionen Euro teuren Theaters ist opaker. Die Hülle aus leicht reflektierenden Gussmetallgitter-Elementen ist an verschiedenen Stellen perforiert, um beispielsweise die Hauptbühne zum Defilad Platz und zum Świętokrzyski Park zu öffnen oder probende Künstler vom Stadtraum sichtbar zu machen. Beide Fassaden reagieren unterschiedlich auf Licht und Schatten, und sollen den Zeitverlauf von morgens bis abends sichtbar machen.

Zwischen den Baukörpern konzipieren die Architekten ein Forum, einen öffentlichen Platz, der von beiden Institutionen für Ausstellungen, Performances oder Konzerte im Sommer sowie durch die Bevölkerung für künstlerische Aktivitäten genutzt werden kann.

„Das ist die wahre Form des neuen Zentrums von Warschau, offen und voller Leben“, lobt Hanna Gronkiewicz-Waltz, die Bürgermeisterin von Warschau, und äußert damit eine Hoffnung, die Phifers Argument einer kulturellen Neubelebung stützt. (df)


Zum Thema:

www.artmuseum.pl


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Kommentare

4

Bernd das Brot | 01.10.2015 10:57 Uhr

ein einschneidender Moment...

... in der Geschichte Warschaus!
Mit diesen beiden visionären Flughafen Hangars steht und fällt die Zukunft der Stadt.
Ein I-Tüpfelchen wäre noch eine Calder Skulptur oder eine Spinne von Louise Bourgeois auf dem Platz davor.
Der radikale Bruch ist so hervorragend gelungen, das mein Auge sich an den Säulenkolonnaden des Wissenschaftspalastes weidet.

Was ist eigentlich mit Christian Kerez's Entwurf passiert?

3

Andrea Palladio | 01.10.2015 08:27 Uhr

Christian Kerez...

hat hier wohl den bedeutend besseren Vorschlag vorgelegt.

2

Dirk M. | 30.09.2015 16:54 Uhr

2. Versuch

Worin liegt hier der "radikale Bruch mit der Architektur des Kontexts"? Sieht dieses Ensemble nicht genauso fad aus wie die umliegenden 08/15-Kaufhäuser?
Schade, dass der erste Wettbewerb für diesen Ort so in Vergessenheit geraten ist: baunetz.de/meldungen/Meldungen-Christian_Kerez_stellt_Museumsplaene_fuer_Warschau_vor_1105993.html

1

Albert Freistadt | 30.09.2015 15:55 Uhr

Toll!

Nicht nur eine langweilige Kiste! Nein: Zwei langweilige Kisten. Das dürfte das Stadtzentrum von Warschau ungemein bereichern.

 
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TR Warszawa Theater

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