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31.05.2016

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Klare Ebene

TaunaBad von Sacker Architekten in Oberursel


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Der Neubau eines Schwimmbades ist heute in Deutschland keine häufige Bauaufgabe. Auch das Spaßbad-Konzept hat sich für verschuldete Kommunen nicht als Garant für Rentabilität erwiesen. Immer öfter steht der Umgang mit vorhandener Architektur im Vordergrund. Bei der Entscheidungsfindung zwischen Sanierung (Beispiel Finckensteinallee Berlin) und Abriss und Neubau (Wettbewerb Potsdam) ist die Auseinandersetzung mit der mitunter auch politischen Geschichte der Bäder unumgänglich. In der Erweiterung des Gothaer Stadtbades verbanden Veauthier Meyer Architekten Alt und Neu.

In Oberursel haben nun Sacker Architekten (Freiburg) nach gewonnenem Wettbewerb das neue TaunaBad fertiggestellt. Auch hier wurde im Vorfeld über Erhalt oder Abriss des Hallen- und Freibades von 1937 diskutiert. Man entschied sich für einen Kompromiss: Das bestehende Freibad wurde in die Neubauplanung des Hallenbades integriert. Die Architekten ordneten alle Wasserflächen auf einer Badeplatte auf Freibadebene an. Schlanke Rundstützen sind von der großflächigen Glasfassade zurückgesetzt, um die räumliche Verbindung zu erreichen.


In der Kombination vieler Funktionen und dem daraus resultierenden Organisationsaufwand entwickelt das TaunaBad seine Qualität. Der Kopf des quaderförmigen Baus ist als Zugang und Umkleidebereich für Hallen- und Freibad sowie den im Obergeschoss geplanten, noch nicht umgesetzten Saunabereich nutzbar. Durch öffenbare Elemente in der Glasfassade kann das Hallenbad in Kombination mit dem Freibad genutzt werden, oder parallel. So werden flexible Tarifkonzepte ermöglicht.

Mit immerhin acht 25-Meter-Bahnen, Drei-Meter-Sprungturm, einem Wellness- und einem Kinderbecken ist das TaunaBad ein Sport- und Freizeitbad mit Schwerpunkt auf der Sportnutzung. Mit Sichtbeton und Holzdecke wurde eine schlichte Materialästhetik erreicht. Aufenthaltsorte sind durch rote Mosaikfliesen hervorgehoben und ein Oberlicht sorgt für angenehme Helligkeit in der Halle. Man darf sich auf die Fertigstellung der Saunaetage freuen. (dd)


Fotos: Roland Halbe



Zum Thema:

Schwimmen und Schwitzen: Die Baunetzwoche#352 über Architektur von Pool bis Sauna


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Kommentare

7

Ronny Nass | 02.06.2016 17:28 Uhr

Klischee

Soviel Oberursel hier!
Oberuschi scheint nicht nur Oberursel nicht zu kennen, sondern auch nicht zu wissen, das der Virus "politische Kosten" ohne einen Wirt auch nicht überleben könnte.
Es gibt natürlich noch Städte, die an großen Alt- und Zukunftsschulden weiterbauen, weil die notwendige Verantwortung nicht wahrgenommen wird.
Sacker Architekten sind insofern in Schutz zu nehmen, da sie die üppigeren Kosten der fürwahr sehr liebevoll detaillierten Architektur frühzeitig dargestellt haben, ohne Salamischnippelei.
Aber muss ein Sportbad mit Sauna zwingend wie ein Kulturbau aussehen? Zu allererst muss es funktionieren und lange halten!

Leider war es den Beteiligten nicht möglich aus dem Mercedes ob der Kostenzwänge, doch noch einen "Opel Taunus" zu machen. Jetzt hat der Mercedes keine Rückbank, die Kofferaumklappe fehlt und es regnet rein...
Trotz allem, die Schwimmhalle ist klasse!

6

Christoph Müllerleile | 02.06.2016 14:10 Uhr

Oberursels Finanzen

'Oberuschi' scheint die Finanzlage Oberursels nicht zu kennen. Es steht eine mindestens 45 Millionen teure Rückzahlung von Gewerbesteuern samt Zinsen im Raum, die die Stadt erstmals seit langem zu einem Nachtragshaushalt, einer Haushaltsssperre und auch erneut zu einem Haushaltssicherungskonzept zwingt. Jetzt bleiben der Stadt hohe Kosten für die Dachsanierung, die sie vorfinanzieren und womöglich ganz übernehmen muss. An den Ausbau der Sauna ist nicht zu denken.

5

Peter 2 | 02.06.2016 11:20 Uhr

Planung und Wirklichkeit

Schade! Die Schwimmhalle ist fotografisch exzellent in Szene gesetzt. Da kann es sich nicht um Amateurfotografen handeln. Aber leider ist die Wirklichkeit etwas weniger überzeugend.
Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag haben Sacker Architekten damals die Jury durch die kompakte Lösung, schlichte und klare Grundriss- und Fassadengestaltung und insbesondere durch die Einbindung des Freibades auf einer gemeinsamen Ebene überzeugt. Der zweitplatzierte Wettbewerbsbeitrag bestach aber durch ein überzeugenderes Raumerlebnis der Schwimmhalle.
Die Schwimmhalle von Sacker wirkt sehr nüchtern und kostenoptimiert. Leider gibt es auch gravierende funktionale Mängel, die vermutlich durch zu hohen Kostendruck entstanden sind. Die Duschen sind so klein, dass man oft anstehen muss, bis eine Dusche frei wird und die Vorräume so eng, dass man immer wieder die Glastüren schmerzlich in den Fersen spürt. Oft rutscht man aus, die Fliesen im Beckenumgang und insbesondere im Kleinkindbereich haben deutlich zu geringe Rutschhämmung. Einen Wellnessbereich, wie es im Text steht, gibt es nicht, wenn man von zwei Unterwasserdüsen absieht. Ein wirkliches Drama ist aber vor allem der neue Bauschaden des Daches. Das Hallenbad wir im Sommer geschlossen und das Dach muss bereits jetzt für einen sehr hohen Betrag wegen eines Dampfdiffusionsproblems saniert werden. Vermutlich hat auch dies mit dem Kostendruck zu tun und der Beauftragung eines Generalunternehmers. Schade für das sonst recht gelungene Sporthallenbad, das in seiner Schlichtheit als Nicht-Spaßbad zu Oberursel passt.

4

Oberuschi | 01.06.2016 16:35 Uhr

politische Kosten

'Bammer' scheint nicht zu wissen, was 'politische' Kosten sind: Seit vielen Jahren funktioniert ein Planungsprozess für die öffentliche Hand so: der Architekt kalkuliert die Kosten - Die Verwaltung sagt: Oha, das kriegen wir aber so bei unserem Gemeinderat / bei unseren Bürgern usw. nicht durch. Lieber Architekt, bitte rechne die Kosten klein. - Dann wird der Baubeschluss gefasst und die wahren Kosten werden der Öffentlichkeit in Salamitaktik präsentiert. Und wer ist am Ende der Dumme? Der Architekt, dem die Verantwortung dafür in die Schuhe geschoben wird... Ganz ehrlich: Oberursel sollte sich freuen, dass es ein so schönes Bad bekommen hat. Schließlich ist es nicht als Gemeinde bekannt, die am Hungertuche nagt. (Kurzrecherche: 'Schon jetzt liege die Pro-Kopf-Verschuldung in Oberursel bei unter 900 Euro.') In diesem Sinne: Plantschen Sie schön!

3

Bammer | 01.06.2016 11:16 Uhr

Schön, aber scheinbar zu teuer...

Bei einem anfänglichen Kostenrahmen von 10,5 Mio €, haben die Bürger in Oberursel bei 15 Mio €; scheinbar die Reissleine ziehen müssen und die Sauna ist nicht ausgebaut worden. Über die Nutzungsmöglichkeiten wird immernoch gerätselt.
Eröffnung war übringens im Dez. 2014 also vor 36 Monaten. Aktuell ist nur, das die Sauna immer noch keine Perspektive hat.

Schöne Grüße aus Oberursel.

PS: Beim Kinzigtalbad (ebenfalls Sacker) stehen Mehrkosten mit ähnlichem Proporz im Raum. Bei der Planung zum Ersatzneubau Darmstadt (ebenfalls Sacker) werden auch schon Mehrkosten diskutiert. Bei Wettbewerben spielen Baukosten scheinbar keine Rolle.

2

solong | 01.06.2016 11:15 Uhr

... da kann man sich nur ...

... peter anschliessen ... perfektionierte umsetzung ... respekt an büro sacker ... ihr werdet immer besser ... glückauf !

1

peter | 31.05.2016 16:17 Uhr

schwimmhalle

das ist eine sehr schön detaillierte zeitgenössische schwimmhalle, unaufgeregt, angemessen, gut gestaltet. meinetwegen hätte man die sichtbetonflächen nicht unbedingt durch das "plattenversatzmuster" dekorieren müssen, aber vielleicht ist's fürs publikum so etwas gefälliger.

 
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