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21.10.2020

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Aus baufällig mach auffällig

Stadthaus in Köln von rethmeierschlaich


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Ein Paar findet ein baufälliges Haus in einer innerstädtischen Nachbarschaft und lässt an seiner Stelle einen Neubau errichten, der auf geringer Grundfläche Raum für Wohnen und Arbeiten und sogar einen kleinen Garten bietet – in Köln sind solche Dinge offensichtlich noch möglich, wie der Pressetext beschreibt. Realisiert ist das Projekt vom Büro rethmeierschlaich architekten (Köln) in Zusammenarbeit mit dem Architekt Stefan Nix-Pauleit. Ihre Aufgabe war es, auch im gegebenen kleinen Rahmen ein angenehmes Wohngefühl herzustellen. So nutzte die Arbeitsgemeinschaft ein paar Kniffe, um auf dem nur 98 Quadratmeter großen Grundstück, von dem alleine 40 auf den Garten entfallen, auf vier Ebenen eine Großzügigkeit herzustellen.

Dabei mussten einige strenge Vorgaben gerecht eingehalten werden: Nicht höher und auch nicht tiefer als der Bestand durfte gebaut werden, der Kostenrahmen war beschränkt. Dazu kamen spezielle Anforderungen an die Statik, denn in der Kölner Bucht herrscht verstärktes Erdebenrisiko. Die Stützen im Erdgeschoss tragen dem Rechnung. Das Kellergeschoss vom Bestand konnte übernommen werden, was half die Baukosten zu senken. Für 367.000 Euro gab es 212 Quadratmeter BGF.

Die nach vorne zur Straße heraus gelagerte Küche ist der öffentlichste Raum des Wohnhauses, das anschließende Esszimmer orientiert sich zu den großen Fensterflächen zum Garten hin. Nach dem Fototermin wurde hier noch eine Außenküche an der rückwärtigen Gartenwand installiert. Um die Treppe zum Wohnbereich im ersten Obergeschoss kurz zu halten, wurde die Raumhöhe im EG auf 2,40 Meter beschränkt, das 1. OG bringt es dagegen auf 3,30 Meter Deckenhöhe. Ein leicht überdimensioniertes Fenster lässt Licht in den Raum. Neben zwei Arbeitsplätzen bietet das Gebäude im Dachgeschoss Raum für ein zusätzliches Gästeschlafzimmer, die nach oben gezogenen Gauben sorgen auch hier für ausreichende Belichtung.

Sichtestrichboden im Erdgeschoss, Eichenparkett in den Obergeschossen, der Massivbau hat eine Fassade aus Mineralwolle und mineralischem Kratzputz, die Holzfenster wurden lackiert im typischen Grün der Kölner Brücken. So entstand ein privates, aber doch städtisches Gebäude, das auf den ersten Blick alltäglich daherkommt, auf den zweiten aber mit besonderen Details und raffinierten Ansätzen aufwartet. (tl)

Fotos: Lisa Beller



Kommentare

13

Mainzer | 27.10.2020 22:35 Uhr

gut ...

das differenzierte EG zur Strasse, das Spiel mit den Geschoßhöhen, die solide Materialität im Inneren.

Mittelprächtig die Mini-Erweiterung im EG zu Lasten der Hofseite ...

Unverzeichlich die fehlende Dachloggia zur Hofseite mit der (verpassten) Chance auf die Kölner Abendsonne ...





12

staubmeier | 26.10.2020 16:10 Uhr

@klauschäfer

"Eingriff in die Intimsphäre der Bewohner"

wessen bewohner?
die der straße?
eine straße hat keine "Intimsphäre".
sie ist das blanke gegenteil.

"eine Einschränkung des öffentlichen Charakters des Straßenraums vor dem Gebäude."

wie kann man einen charakter einschränken?

definiere den "Charakter des Straßenraums".

der hat schicht keinen, und wenn,

dann einen sehr schlechten.

11

Klaus Schäfer | 23.10.2020 17:46 Uhr

"Show Cooking" in der Kölner Innenstadt

Es ist schon traurig zu lesen, wie sehr die Kollegen den Entwurf aus allein ästhetischen Gesichtspunkten beurteilen. Die Fronfassade ist ein Eingriff in die Intimsphäre der Bewohner und gleichzeitig eine Einschränkung des öffentlichen Charakters des Straßenraums vor dem Gebäude.
(Ende der Kurzvorlesung: Städtebau und Architektur kann man nicht trennen)

10

christof | 22.10.2020 22:32 Uhr

saumäßig juut!!!

ick find det ding saumäßig juut!!! det janze passt....

9

larry sportello | 22.10.2020 15:39 Uhr

kosten

Top! Räumliche Vielfalt auf begrenztem Raum, schön materialisiert, bunt! Sehr erfrischend auch , dass mal ein Blick von außen ins Erdgeschoss gewährt wird!
Glückwunsch an die Architekten und die Bauherren.

@die Redaktion: die Angabe zu Kosten ist so nicht wirklich informativ - ist das netto? brutto? mit Keller? KG300+400? Entweder nachvollziehbar oder weglassen...

8

ernst | 22.10.2020 14:13 Uhr

Erdgeschoss

Das Oberlicht am "Anbau" im EG hätte man meiner Meinung nach weglassen sollen. Dann hätte man den Raum alt auch Stützenfrei hinbekommen. oder zumindest mit weniger wuchtigen Stahlstützen. so kann man den gewonnenen raum leider kaum nutzen. wer setzt sich denn gerne länger in diese bezugslose Nische

7

STPH | 22.10.2020 13:54 Uhr

...

warum nicht die Straße gleich insgesamt als Schaufenster vollverglast, stehhoch satiniert, schalldämmend?
Überhaupt die ganze Front so.
Und die Dachgaube viel größer als extra Fremdform von oben kommend wie zuletzt die Niemeyerkugel in Leipzig, frei auf Dachgarten liegend.

Zur Not wegen Bauaufsicht das Satteldach entsprechend verfremden, etwa farblich, materiell, verglast, solar....

6

haha | 22.10.2020 09:21 Uhr

...haha

Ist das ein Künstlername? Architekt Stefan Nix-Pauleit?
Ich Nix-Pauleit :)

Aber die Bude gefällt mir gut!!!

5

tiffys | 22.10.2020 09:15 Uhr

blickdichte trägerlose sommermode

tolle bauaufgabe, schönes projekt!

...dann nur noch mal aus interesse nachgefragt:
welche beweggründe oder stuhrheit des tragwerks führte zu der mittigen stütze des anbaus im eg. aus der mitte heraus entspringt der fluss, aber kein blick-durchfluss.
...und oben auf eine sonnenterasse?

4

STPH | 22.10.2020 08:08 Uhr

...

Köln hat sowas ruppig kleinkariertes im Stil der 50er Jahre

3

ol_wei | 22.10.2020 08:00 Uhr

das liegt daran

dass das einfach saugute architekten sind.

2

R. M. Fischer | 21.10.2020 19:44 Uhr

überdimensioniertes Fenster im OG

Das Fenster im 1.OG zur Straße ist mir in der Ansicht zu groß, für mich nimmt es leider was. Wie im Text steht, wurde es tatsächlich leicht überdimensioniert wegen der Lichtausbeute. Schade, das das nicht anders hinzubekommen war.
P.S. Das Haus in Art und Farbigkeit hat mich im ersten Moment an die Nachkriegsbebauung denken lassen.

1

peter | 21.10.2020 17:35 Uhr

gefällt mir gut,

auch wenn mich der chaotisch geschalte sichtbeton der decken etwas (nur etwas) stören würde. vielleicht hätte man irgend etwas in die schalung einlegen können, was dort zu einer anderen struktur geführt hätte.

das haus hat durch seine materialwahl und die etwas schrägen geometrien (treppe...) jedenfalls eine tolle, wohnliche atmosphäre.

 
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