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29.04.2014

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Historische Anmutung

Stadt-Bad Gotha von Veauthier Meyer erweitert


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In vielen deutschen Städten wurden in den ersten Jahren und Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Stadtbäder errichtet, die der körperlichen Ertüchtigung und der Hygiene der Bevölkerung dienen sollten. So auch im thüringischen Gotha, wo Stadtbaurat Wilhelm Goette zwischen 1905 und 1909 das dortige Stadt-Bad (diese Schreibweise ist in Gotha obligatorisch) geplant und gebaut hat. Am 17. April 2014 wurde es feierlich wiedereröffnet, nachdem es von Veauthier Meyer Architekten (Berlin) grundlegend saniert sowie auf mehr als die doppelte Fläche erweitert worden war. Vor dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb im Jahr 2007 hatte das Bad über zwanzig Jahre leer gestanden.

Das fußläufig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbare Familien-, Schul- und Vereinsbad liegt unmittelbar an der historischen Altstadt Gothas. Architekten und Betreiber sehen es damit als städtisches Gegenmodell zu „Spaßbädern auf der grünen Wiese“: „Es dient Aspekten der öffentlichen Daseinsfürsorge und ist darüber hinaus ein historischer städtischer Ort zum Verweilen – eine Ambivalenz, aus der eine vielfältige angenehme architektonische Spannung entsteht.“

Neben einem wettkampfgerechten 25-Meter-Sportbecken und einem Lehrschwimmbecken sowie einem Kinderbecken ist es mit einem Gesundheitsbad und mit Sauna, Wellness- und Therapieangeboten ausgestattet.

Im alten Bad in Gotha gibt es eine Schwimmhalle in einem überwölbten zentralen Raum sowie eine Sauna mit Kuppelräumen. Die Architekten: „Die Erweiterung des historischen Stadtbades gibt sich städtebaulich und architektonisch klar, aber zurückhaltend. Eine Anordnung der Neubauteile erfolgte in linearer Struktur wie eine Perlenkette westlich und östlich der historischen Schwimmhalle, zurückgesetzt hinter dem an der Bohnstedtstraße stehenden historischen Gebäudeteil. Kranzartig schließen die Neubauteile niedrig an den umliegenden Bestand an, um im mittleren Bereich abgerückte höhere, kubische, klar hervorgehobene Raumbereiche auszubilden, die besondere Funktionen markieren. Dies ermöglicht die Belichtung der umliegenden Altbaufassaden in der engen Bestandssituation und gibt dem Neubau eine markante Form.“

Äußere und innere Gestalt des denkmalgeschützten Altbaus hatten sich vor der Sanierung zwar im Wesentlichen erhalten, innen allerdings an vielen Stellen nicht als durchgehende wertvolle Gestaltungsschicht. Dies machte den baulichen Umgang mit dem Denkmal vor allem auch zu einer heutigen gestalterischen Aufgabe: „Wir haben hierfür den Begriff der ‚Anmutung‘ verwendet, mit dem plausible heutige Raumgestaltungen im historischen Kontext geschaffen wurden.“

Fotos: Klemens Ortmeyer


Zum Thema:

Nils Meyer – www.nilsmeyer.com


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Kommentare

2

Alfred B. | 05.05.2014 22:23 Uhr

@Bernd D.

Ich war neulich da. Was die Bildern leider nicht zu hören lassen (aber abbilden), dass die historische Schwimmhalle zwar sehr schön ist, akustisch aber sehr laut, im Gegensatz zur "Lamellenhallen".
Bin gespannt ob Jörg Conzett das Hallenbad in St. Moritz akustisch/optisch besser gelöst hat. Eröffnung auch diesen Sommer...

1

Bernd D. | 29.04.2014 20:03 Uhr

dachte schon der Anbau ist auch eine Sanierung...

... schade das die Zurückhaltung des Neuen gegenüber dem Alten dann die Anmut der 70er Jahre aufweist. Warum eigentlich?

Liegts am Architekten oder Ingenieur?
Wenn da ein Ingenieur wie z.B. Jürg Conzett mit dabei gewesen wäre, dann hätte es sicher diese Lamellen an der Decke nicht gebraucht. Akustisch wie optisch nicht.

Meiner Meinung nach ist es nicht gelungen atmosphärisch an das Niveau der alten Halle heranzukommen.

 
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