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28.11.2012

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Basketball in Neukölln

Sporthalle von Plus 4930 auf dem Campus Rütli in Berlin eingeweiht


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Berlin-Neukölln lockt (noch) mit seinen günstigen Mieten (Lebens-) Künstler aus aller Welt in die Hauptstadt – erst letzte Woche war zum Beispiel die komisch-tragische Geschichte einer Band aus Melbourne in der New York Times zu lesen. Die Jungs vergaßen während ihrer romantisch-aufregenden Berlin-Zeit vor lauter Galerieeröffnungen, Bar- und Partynächten ihre Proben und mussten der Kunst und Gesundheit wegen zurück in ihre Heimat flüchten.

Parallel zu diesen Geschichten gibt es in Neukölln tatsächlich auch ein normales Leben, wie zum Beispiel Kinder, die hier zur Schule gehen. Wer dieser Tage durch Berlins Szene- und Problemkiez, etwas abseits, die Pflügerstraße entlangschlendert, dem wird unweigerlich das erste Gebäude der Bildungslandschaft „Campus Rütli“ ins Auge fallen.

Nach nur einem Jahr Bauzeit ist im Reuterkiez die neue Quartierssporthalle fertig geworden, entworfen und realisiert von dem Kreuzberger Büro Plus 4930. Die Architekten Johannes Sierig, Florian Geddert, René Krüger und Fabian Remmert haben die Halle bereits mit einem Basketballspiel eingeweiht, heute findet die offizielle Eröffnung statt. Damit ist erste Bauabschnitt der Elite-Bildungslandschaft „Campus Rütli CR2“ geschafft. In der Halle duftet alles ganz frisch und neu, an die Skandale vom Frühling 2006 – die Lehrer wandten sich damals in einem offenen Brandbrief an den Senat mit der Bitte, die Rütlischule zu schließen – erinnert sich kaum jemand.

Die Sporthalle ist ein aktives Gebäude. Die Architekten sehen den Neubau als ein begehbares und beturnbares Sportgerät. Eine „grüne Welle“ soll das Dach, das auch als Tribüne dient, mit den Sportanlagen verbinden. Die Wiese wurde schon gesät.

Bei Zweckbauten wie Sporthallen kämpfen Architekten in Deutschland immer wieder mit DIN-Normen: Fenster sind zum Beispiel nur im oberen Drittel erlaubt,  damit beim Ballspiel niemand geblendet wird. Auf dem Betonsockel der Quartierssporthalle thront ein heller, mit Polycarbonat-Platten verkleideter Aufbau, der als leuchtendes Band die Halle komplett umrahmt.

Zur Straßenseite hin zeigt sich die Sporthalle abweisend – für Viele ist die geschlossene Wand jedoch mehr als eine Einladung. Die erste Schmiererei ist auch schon da, der Anti-Graffti-Schutz hat den Beton nur etwas heller gemacht. „Ursprünglich hatten wir diese lange Wand an der Pflügerstraße sowieso als legale ‚Hall of Fame‘ geplant“, grinst Florian Geddert und zwinkert. „Also...Von uns aus kann das ruhig noch viel bunter werden!“ Lange dürfte es kaum dauern. Auf der Brandwand um die Ecke haben sich die „Kiezkeulen“ und andere schon verewigt. 

Im September 2009 hatten Plus 4930 gleich beide Teil-Wettbewerbe gewonnen. Allerdings sollte nur die Turnhalle tatsächlich gebaut werden und die „Bildungslandschaft– Grüner Campus Rütli“ in der Schublade verschwinden. Der aktuelle Masterplan für das Campus-Gelände stammt nun von den Leipziger Architekten Schulz & Schulz.

Fragt man die Kreuzberger Architekten, was sie gerne anders gemacht hätten, müssen sie nicht lange in der Schublade kramen. „Am liebsten hätten wir den gesamten Campus, wie im Ideenwettbewerb geplant, umgesetzt. Wir sind nach wie vor von der landschaftlichen Gestaltung des Campus überzeugt –  durch die Größe des Grundstücks hätte sich hier die wirklich außergewöhnliche Chance einer innerstädtischen Schullandschaft umsetzen lassen, die den Schülern einen riesigen Freiraum bietet.“  (Jeanette Kunsmann)


Zum Thema:

www.campusrütli.de

Mehr über Neukölln in der Baunetzwoche#128 „Was ist hier los? Im Fokus: Berlin-Neukölln”


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Kommentare

8

Oli | 29.11.2012 16:35 Uhr

Politik ist...

... wenn man Dinge umsetzt, die man vorher nicht allen erzählen kann. So wie diese Mauer.
Natürlich wird die beschmiert und natürlich wissen alle das und natürlich darf das höchstens mit einem Augenzwinkern zugegeben werden.
Aber einen ebenen, freien Punchingball in Neukölln zu kreieren ist zum Austoben nicht die schlechteste Idee.

7

davedean | 29.11.2012 12:57 Uhr

partizipartorischer facility manager

...wenn man sich den Rütli-Campus sonst so anschaut ist schwer vorstellbar, dass die Mauern lange in der Sichtbetonoptik bleiben. Früher oder später wird es (Schul- und/oder Nachbarschafts-)Projekte geben, die dafür sorgen werden, dass weder das befürchtete graue Camouflage entstehen wird, Schüler und Anwohner das Gefühl haben, Teil dieses bunten und spannenden Projekts zu werden.

6

annesu | 29.11.2012 10:08 Uhr

...

dieser hallentypus wurde so mehrfach in der ddr gebaut, also nix neues. über die außenwirkung lässt sich streiten. es ist viel platz für graffities, ist das vielleicht gewollt?

5

auch ein | 29.11.2012 09:27 Uhr

architekt

perfekte graffitiwand,

der sichtbeton wird dann gelegentlich wie überall mit verschiedenen grautönen überpinselt (je nachdem was der facility manager dann grade zur hand hat) , dann siehts in fünf jahren genauso schlimm aus wie ein 60er jahre schulbau aus unserer jugendzeit.....

und das foyer könnte auch der "empfang" in einem atomschutzbunker sein...

4

Mies | 28.11.2012 23:23 Uhr

Nun ja

Ich bin ja auch ein grosser Fan von Sichtbeton und minimalistischer Architektur, abstrakter Form und der ganze Schnickschnack. Aber es sollte Architekten auch klar sein, dass das normalerweise keinen breiten Anklang findet ausserhalb der Designsphaere und der Welt der bildungsbeflissenen Mittelklasse. Also, bei einer Schule in einer Gegend wie Neukoelln ist es vielleicht mal angebracht etwas populaerer zu denken und vielleicht einem partizipartorischen Ansatz zu verfolgen als einem leicht elitaerem Stilnarzissmus.

3

Ein Fan | 28.11.2012 17:32 Uhr

Ein Lichtblick!

Wenn ich mich dunkel an die Sporthallen meiner Jugend erinnere. Besonders die Betonfalten der Foyerdecke sind eine schöne Überraschung. Ein mutiges Projekt von jungen Architekten: Glückwunsch nach Neukölln!

2

serdika... | 28.11.2012 15:59 Uhr

...

ein sehr abschreckendes Beispiel! Wurden hier teile der Mauer wiederverwendet?? Das Gebäude präsentiert sich rundum als abweisend vollkommen ohne einladenden charakter.. in Foyerbereich wird es nicht viel besser..der Leicht lilafarbene Paneel-Bereich verschandelt..sind die Wände als Graffiti-Zone freigegeben?? dann würde ja noch die gewünschte Farbe auf die Wände kommen....

1

lars k | 28.11.2012 15:57 Uhr

schön!

schöne graffiti-ecke, die in neukölln bestimmt super ankommen wird. ansonsten sehe ich nciht viel erwähnenswertes, auch wenn man "backyard" und "front" schreibt statt vorne und Hof. Hab ich was verpasst?

(ich habe allerdings auch nicht alle 33 Bilder durchgeklickt, weil ich vorher schon das Gefühl hatte, es verstanden zu haben. Oder was verbirgt sich da?)

 
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Eingang

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Lieblingsecke der Architekten: Die Foyerdecke

Lieblingsecke der Architekten: Die Foyerdecke

Fabian Remmert und Florian Geddert – architects in action

Fabian Remmert und Florian Geddert – architects in action

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