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28.02.2018

Offenes Lernraster

Sou Fujimoto baut in St. Gallen


Das japanische Büro Sou Fujimoto Architects wird die Universität St. Gallen (HSG) um ein Learning Center auf dem Rosenberg erweitern. Mit dem Entwurf „Open Grid – Choices of Tomorrow“ gewann das Büro mit Sitz in Tokio und Paris den von der HSG-Stiftung ausgeschriebenen Wettbewerb vor Grafton Architects (Dublin), Lacaton & Vassal Architectes (Paris), Marcel Meili + Markus Peter Architekten (Zürich), Christ & Gantenbein (Basel), EM2N Architekten (Zürich), Made in (Genf/Zürich) und Barao-Hutter (St. Gallen). Das Projekt überzeugte die 16-köpfige Jury unter Vorsitz von Marc Angélil durch seine architektonischen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Aspekte und auf Grund eines detailliert aufgestellten und flexiblen didaktischen Konzepts.

Mit dem neuen Lernzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft der bestehenden Bibliothek möchte die HSG eine innovative Denk- und Lernumgebung schaffen, die den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht wird und der Förderung der Sozial- und Technologiekompetenzen der Studierenden dient. Die Architekten schlagen dafür ein Gebäude in der Form einer clusterartigen, wandelbaren Struktur aus mehreren Würfeln vor, die über einem Raster angeordnet sind. Die modularen, miteinander akustisch und visuell verbundenen Gebäudeelemente verschränken sich zu dynamischen Zonen und ermöglichen eine Anpassung an die jeweiligen didaktischen Bedürfnisse wie Podiumsdiskussionen, Lehrveranstaltungen oder Prüfungen.

Auf einer Gesamtfläche von rund 7.000 Quadratmetern umfasst der Bau zwei Obergeschosse, ein Erd- und ein Untergeschoss. Innen- und Außenraum werden durch Glaselemente verbunden. Zudem sollen begrünte Dachterrassen und die Verwendung fugenfreier Materialien die Durchlässigkeit des Gebäudekonzeptes betonen. Geplant ist darüber hinaus, den in der Konstruktionsphase entstehenden Aushub zu kleineren Hügeln aufzuhäufen und so die organische Verbindung von Haus und Natur zu verstärken. Das Raumprogramm im Inneren reicht von Zonen für konzentriertes Arbeiten über Gruppenräume bis hin zu offenen Arenen. Ein Atrium mit eindrucksvoller Raumhöhe dient als zentraler Knoten- und Orientierungspunkt.

Das St. Gallener Projekt ist nicht das erste Lernzentrum, mit dem Sou Fujimoto Architects einen Wettbewerb für sich entscheiden konnten: 2015 gewann ihr Entwurf für ein Lehrgebäude der Université Paris-Saclay in Palaiseau – auch hier waren kommunikative Offenheit und eine üppige Begrünung wichtige Entwurfsaspekte.

Die HSG-Stiftung will die Finanzierung des Neubaus in St. Gallen vollumfänglich über Schenkungen erzielen. Von namhaften Spendern wurden bereits 40 Millionen Franken für die Realisierung zugesichert. Als Baubeginn wird 2019/20 anvisiert, zum Frühjahrssemester 2022 soll die HSG ihr Lernzentrum in Betrieb nehmen können. (da)


Zum Thema:

Das Siegerprojekt und sämtliche eingereichte Wettbewerbsprojekte können bis zum 9. März 2018 im ersten Obergeschoss des Hauptgebäudes der Universität St. Gallen besichtigt werden. Mehr Informationen unter www.unisg.ch


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