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20.10.2020

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Zum Gottesdienst aufs Wasser

Schwimmende Kirche in Ostlondon von Denizen Works


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Die Kirchgemeinde St. Columba East London hat ein neues, ungewöhnliches geistiges Zentrum, das sich in den nächsten Jahren entlang der Kanäle im Osten Londons bewegen wird, um so verschiedene Nachbarschaften zu erreichen. Es handelt sich um ein sogenanntes Widebeam Narrowboat, ein auf den Binnenwasserstraßen Großbritanniens häufig anzutreffendes, langes und zugleich schmales Kanalboot. Das nach dem ersten Kapitel der Bibel Genesis benannte schwimmende Gotteshaus wurde im Auftrag der Diözese London vom Büro Denizen Works (London/Glasgow) geplant und in Zusammenarbeit mit dem Schiffbauingenieur Tony Tucker auf der Werft Turks Shipyard realisiert. Die Konstruktionskosten lagen bei umgerechnet 713.000 Euro.

Die mobile Kirche bietet 45 Quadratmeter Fläche, auf der bis zu 40 sitzende oder 60 stehende Besucher*innen zusammenkommen können. Der mittschiffs gelegene Eingang unterteilt den 8.50 Meter langen Kahn in zwei Bereiche: Im Vorderteil befindet sich der eigentliche Versammlungsraum, im Heck sind in sehr kompakter Form Büro, Miniküche und Toilette untergebracht. Besonderes Extra ist ein von einem Orgelbalg inspiriertes kinetisches Dach, das aus ziehharmonikaförmigem, lichtdurchlässigem Segeltuch gefertigt und mit LED-Leuchten ausgekleidet ist. Angetrieben von Hydraulikzylindern kann es auf Knopfdruck ausgefahren werden und vergrößert dabei den Hauptraum auf eine Höhe von bis zu 3.60 Meter. Von außen wirkt die Genesis dann wie ein Walfisch mit leuchtendem Maul. Mit eingeklapptem Dach wiederum passt das Boot unter jeder Brücke hindurch.

Auch der Altar wurde von Denizen Works entworfen, seine zugespitzte Form ist eine Referenz auf den Schiffsbug. Darüber sorgt ein rundes Oberlicht für eine spirituell anmutende Illuminierung, ergänzt durch die Schattenspiele der Aluminiumgitter vor den Fenstern. Entlang der Längsseiten bieten eingebaute Sitzbänke zugleich Stauraum, des Weiteren kommen je nach Bedarf zusammenklappbare Sperrholzhocker und -tische zum Einsatz. Denn der Raum soll nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für diverse andere Gemeindeaktivitäten genutzt werden, von gemeinsamen Mahlzeiten über Konzerte bis hin zu Pilatesgruppen und Workshops.

Derzeit liegt die Genesis auf dem Lee Navigation, einem kanalisierten Fluss im Osten Londons, in Höhe des nördlichen Queen Elizabeth Olympic Parks vor Anker. Das ist aber nur die erste Station des Bootes. Es soll hier drei bis fünf Jahre verbleiben und dann andere Stadtteile ansteuern, die derzeit im Rahmen von Stadterneuerungsprojekten am Kanalufer im Londoner Osten entstehen beziehungsweise im Wachsen begriffen sind. (da)

Fotos: Gilbert McCarragher


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Kommentare

5

auch ein | 21.10.2020 10:04 Uhr

architekt

ich schliesse mich Nr2 an,
ein lustiger multifunktionsraum auf dem wasser

4

tiffys | 21.10.2020 08:39 Uhr

dr best

...kann man auch problemlos für agnostiker und atheisten in gebrauch nehmen...

3

eine junge | 21.10.2020 08:18 Uhr

architektin

erinnert mich an meine masterthesis: theater auf einem schubleichter mit beweglichem dach. lieb das.

2

alumnus TUBS | 20.10.2020 16:07 Uhr

Und das beste ist...

... es ist auch als Moschee nutzbar! Durch den konsequenten Verzicht christlicher Bilder und Symbolik, die ornamentalen Muster an den Fenstern, den - hinter dem leicht entfernbaren Altar (?) - bereits vorbereiteten Mihrab an der Stirnseite und die völlig problemlos mögliche Ausrichtung nach Mekka, ist Alles schon perfekt vorbereitet.
Das nenne ich doch mal nachhaltig!

1

.,- | 20.10.2020 15:59 Uhr

Projekt

Wie geil ist das denn :)

 
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