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12.06.2019

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Hanok zwischen Hochhäusern

Schweizer Botschaft von Burckhardt+Partner in Seoul


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Mit rund zehn Millionen Einwohner*innen gehört Seoul zu den großen Metropolen Asiens. Die südkoreanische Hauptstadt leidet unter unkontrolliertem Bevölkerungswachstum und Verdichtung: Bezirke verändern sich schlagartig, und aus dem Flickenteppich niedriger Häuser entwickeln sich engstehende Hochhäuser, die die Skyline bestimmen. Auch der ehemals mit traditionellen Wohnhäusern bebaute Stadtbezirk Seodaemun-gu im Nordwesten Seouls unterliegt dieser Veränderung. Inmitten des dortigen dichtbesiedelten Wohnquartiers steht nun die neue Schweizer Botschaft. Geplant vom Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner, setzt sich der Neubau von den Highrises in seiner nächsten Nachbarschaft deutlich ab.

Die Neuinterpretation des koreanischen Hauses Hanok, einer mittlerweile nahezu aus dem Stadtzentrum verschwundenen Typologie, war das Ziel der Architekt*innen. Besonders die Struktur und Raumorganisation des traditionellen Hofhauses diente als Inspirationsquelle für das insgesamt 3.540 Quadratmeter große, multifunktionale Gebäude, das die Residenz des Botschafters, Repräsentationsräume und die Kanzlei vereint.

Das spiralförmige Gebäude folgt der Topografie des Grundstücks, umschließt den Innenhof und wächst dabei von zwei auf drei Geschosse an. Die Außenfassade aus Sichtbeton greift auf die traditionelle koreanische Schalung zurück. Die Innenhoffassade hingegen ist in hellem Holz und Glas ausgeführt. Dabei stellt die modulare Aufteilung mit unterschiedlich großen Öffnungen den direkten Bezug zu lokaler Bauweise mit typischen Holzlamellen her. Die schweizer Interpretation des koreanischen Wohnhauses sucht den Dialog – das kürzlich eröffnete Botschaftsgebäude sei „ein Sinnbild für Integration und Offenheit, das Heimische und das Fremde, aber auch für den urbanen und den diplomatischen Raum“, schreiben die Architekt*innen. (mg)

Fotos: Hélène Binet


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Kommentare

2

peter cachola schmal | 13.06.2019 16:03 Uhr

seltsam?

merkwürdig, ein land vernachlässigt seine traditionellen wohnbauten und möchte gerne zeitgemäßer, höher und dichter bauen, wegen der extrem hohen grundstückspreise. zb wie die schweizer in zürich. die kommen aber und bauen ihre neue botschaft als xl-version der koreanischen traditionshäuser. wäre das nicht so, als wenn die koreaner in berlin ihre neue botschaft als xl-fachwerkhaus hinstellen würden? würden wir das als angemessen würdigen?

1

maestrow | 12.06.2019 17:29 Uhr

Architektenprosa swiss made

Das rekonstruierte und keineswegs verschwundene Bukchon Hanok Village erfreut sich aktuell in Seoul allerhöchster Beliebtheit. Dort werden traditionelle koreanische Gewänder in einem der dort angesiedelten Kostümverleih-Shops ausgeborgt und damit durch die historischen Gassen gewandert.
Die Schweizer Botschaft dürfte allerdings in ihren Dimensionen das modulare Raster der einst beschaulichen Häuser eher sprengen. Aber die Stadt erträgt das mit Gleichmut...

 
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Massive Wohntürme umringen die neue dreigeschossige schweizer Botschaft in Seoul.

Massive Wohntürme umringen die neue dreigeschossige schweizer Botschaft in Seoul.

Während das Gebäude sich zur Straßenseite nahezu introvertiert presentiert, verfügt  es zum Garten hin über großzügige Öffnungen.

Während das Gebäude sich zur Straßenseite nahezu introvertiert presentiert, verfügt es zum Garten hin über großzügige Öffnungen.

Die Holzlamellen dienen dem Sonnenschutz und erzeugen im Inneren ein Spiel mit Licht und Schatten.

Die Holzlamellen dienen dem Sonnenschutz und erzeugen im Inneren ein Spiel mit Licht und Schatten.

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