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09.10.2019

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Beton rosé und Maschendraht

Schulumbau in Turin von BDR bureau


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Was ist das für ein Gebäude, dessen konstruktive Struktur aus Stahlbeton einerseits so präsent auftritt und andererseits in ein nostalgisches Altrosa gefärbt ist? Dessen Fassaden gänzlich von breiten Balkonen eingenommen werden, wohingegen die Stahlträger mit Maschendrahtzaun bespannt sind? Mit diesem etwas widersprüchlichen, aber schönen Spiel von Material und Farbe hat das junge BDR bureau (Turin) nicht etwa einen Wohnbau geschaffen, wie es die Balkone und Grünanlage vermuten lassen, sondern eine bestehende Schule aus den 1960er Jahren am Rande Turins umgestaltet.

Der zweistöckige Stahlbetonflachbau war in einem desolaten Zustand, als BDR bureau 2017 einen Wettbewerb zur Revitalisierung der Mittelschule gewannen. Ihr Konzept: Den komplexen Bau mit seinen fünf ineinander gesteckten Einzelvolumen so weit es geht zu öffnen. Ihre Mittel: neue bodentiefe und aluminiumgerahmte Fenster, jene breiten, an den Bestand attachierten Stahlträgerbalkone, ein Maschendrahtzaun als Sicherheitsvorkehrung mit maximaler Belichtungsmöglichkeit und eine neu gestaltete Außenanlage mit üppiger Bepflanzung. Insgesamt kostete die Umgestaltung des Schulbaus inklusive einer komplett neuen Innenausstattung 7.300.000 Euro . Finanziert haben das Projekt die Stiftungen Compagnia di San Paolo und Fondazione Agnelli sowie die Stadt Turin.

Die visuelle Öffnung des Schulgebäudes betont auch seine funktionale Öffnung. Auf den 5.000 Quadratmetern Fläche sind neben den Klassenzimmern noch eine Kantine, eine Sporthalle, eine Bibliothek und ein Auditorium untergebracht. Alle diese Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss, das BDR bureau nun zu einem Nachbarschaftszentrum umgestalteten, in dem auch außerschulische Aktivitäten angeboten werden können. Und damit das Schulgebäude eben auch etwas von Freizeit, Nachbarschaft und Freude vermittelt, kam wohl der Farbton für den neuen Rauputz des Schulgebäudes ins Spiel, das markante Altrosa. (sj)

Fotos: Simone Bossi, Bureau BDR




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Kommentare

7

Stefan Frischauf | 14.10.2019 17:54 Uhr

Kosten und überhaupt

Also ich weiß nicht, worüber die Kollegen hier sich mokieren. Ich finde Farbe und alles klasse. Schöne Schulsanierung. Da macht das Lernen Spaß.
Und wenn man sich mal die Eckdaten ansieht: Wettbewerb 2017, Baukosten 7,3 Mio € für 5000 qm - also 1.460 € / qm: das kriegt man in D alles so schnell und gut nicht hin. Oder?

6

Mette | 10.10.2019 14:02 Uhr

Italien

Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, glaube ich nicht, dass in dieser Schule 3-fach verglaste Fenster zum Einsatz kamen. Und da in Italien mit etwas mehr Sonne gerechnet werden kann, vermute ich hinter diesem doch sehr gelungenen Vorbau eine Art gewollte Verschattung, die zwar Licht aber eben auch Wärme aussperrt im Sommer.

5

STPH | 10.10.2019 07:51 Uhr

...

kaum sind die neuen Fenster drin, beginnt der Kampf ums Licht, gegen den Grauschleier. Unterschlagene Problematik sanierter Dreifachverglasung.
Hier zudem das Haus eingerüstet was schön teilig auflöst aber dem Zwangsaufenthalt der Schüler das Licht zusätzlich nimmt.
Besser die Fassade durch grüne Außenraumgestaltung auflösen und verräumlichen. Das Gebäude ist dann nur ruhiger Hintergrund.
less is hier in mehrfacher Hinsicht more.
Die Unifarbe zeigt schon die richtige Richtung zur Reduktion.

4

claus | 09.10.2019 23:30 Uhr

wurstfilter

grundsätzlich ein schönes ding, allerdings wirkt die pastellene wurstigkeit der farbauswahl doch extrem modisch...das wird in einigen jahren wohl leider sehr altbacken aussehen...

3

Fotokenner (laut) | 09.10.2019 17:05 Uhr

Filter

Die Fotos wurden mit dem Luigi Ghirri-Filter aufgenommen. Farblich überzegend. Die Ausschnitte hätten teils noch präziser gewählt werdn können. Oder einfach ein paar Bilder weniger.
Soviel zur Architektur...

2

e aus s. | 09.10.2019 16:10 Uhr

Wölkchen

Rosa Träumchen
in Torino nur :.(

1

peter | 09.10.2019 15:37 Uhr

hach,

das sieht aber gut aus!

 
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