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11.02.2019

Horizontal im Vertikalen

Schule von Link-Arc in Shenzhen


Eine Stadt der Vertikale, der Hochhäuser, des höchsten Pro-Kopf-Einkommens neben Hong Kong und Macao: Shenzhen ist einer der wichtigsten ökonomischen Motoren Chinas, dank dem Status als erste Sonderwirtschaftszone ist die Agglomeration sprunghaft von einem Fischerdorf mit 3.000 Einwohnern zu einer Zwölfmillionen-Metropole gewachsen. Ein Boom, den die Stadt in den letzten Dekaden mit Verdichtung und Hochbau beantwortete.

Jetzt zeichnet sich allerdings eine Wende ab. Kürzlich stellten MLA+ mit den Landschaftsarchitekten von ZEN eine Bibliothek fertig, die als flacher Pavillon in einer weiten Parkanlage der Hochhaus-Dichte von Shenzhen ein alternatives architektonisches Bild vorhält. Und auch die in Hong Kong ansässige Holding China Ressources mit ihrer Immobiliensektion CRLand zeigt ein ähnliches Engagement: Letztes Jahr stellte sie in Shenzhen ihre Archive Library fertig, und nun ein Schulzentrum. Beide Male entwickelte Studio Link-Arc (New York) diese neue horizontale Architektur.

Den riesigen Komplex der Schule mit einer Nutzfläche von 54.000 Quadratmetern und seiner prägenden Grünanlage entwickelte Studio Link-Arc gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten von D+H (u.a. Shenzhen). Dabei unterteilten sie das Programm in sechs breite Ebenen, die sie auf dem gedrungen U-förmigen Gelände übereinander schichteten. Die Idee des Schichtens übertrugen sie auch auf die Fassade, deren horizontale Lamellen aus Alumnium über das gesamte Gebäude hinweg waagerechte Linien ziehen.

Auf Straßenniveau wirkt die Schule zunächst wie ein geschlossenes Volumen, doch öffnet sich der Bau schon auf Ebene des ersten Obergeschosses als erhöhtes offenes Plateau. Die Architekten führen das Gebäude in fünf länglichen Flügeln um diese offene Fläche fort. Diese wachsen bis zum fünften und höchsten Stockwerk terrassenartig aus dem Plateau heraus. Es entsteht eine offene Landschaft mit Freiflächen auf verschiedenen Ebenen, gestaltet als Schulhöfe, Sportplätze oder überdachte Passagen.

Das Angebot für die Schüler, deren Alter vom Kleinkind bis zum Heranwachsenden reicht, ist umfangreich. Die Architekten brachten normale Klassenzimmer und Fachräume, eine Bibliothek, eine Sporthalle, eine Schwimmhalle, ein Auditorium, Schlafräume und einen Speisesaal in dem Gebäudekomplex unter. Große Räumlichkeiten wie der Zuschauersaal oder die Bibliothek sind in den ersten Ebenen positioniert, während die Klassenräume auf den oberen Etagen aneinandergereiht sind – möglichst mit Blick zur Sonne, wenn es denn die dicht bebaute Umgebung zulässt. (sj)

Fotos: Roland Halbe, Shengliang Su


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