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22.12.2017

Von klassisch bis cool

Schulbauten überall


Kaputte Fenster, nasse Keller, dreckige Toiletten. Schulen genießen mancherorts einen schlechten Ruf. Kein Wunder, schaut man sich die teilweise vor sich hin gammelnden Gebäude mal genauer an, die hierzulande als Bildungshäuser dienen. Insofern ist es mehr als begrüßenswert, dass vielerorts wieder in Schulen investiert wird. Mehr als 30 Schulen aus dem In- und Ausland hat Baunetz 2017 veröffentlicht.

Schulbauten sind nicht nur bauliche Hüllen, sondern beeinflussen das Lernen entscheidend. Die Stadt München zum Beispiel hat mit dem „Lernhauskonzept“ Architektur zum dritten Pädagogen erhoben. Auer Weber haben diesen Anspruch in ein flexibles Raumkonzept übersetzt. Die inklusive Ganztagsschule in Konstanz von Broghammer Jana Wohlleber folgt einer ähnlichen Idee.

Multifunktionale Räume, gemeinsames Lernen verschiedener Altersklassen und anregende, teilweise spielerische Raumkonzepte statt starrem Frontalunterricht sind in Skandinavien schon lange ein Thema. Das zeigen der preisgekrönte Entwurf der Copenhagen International School von C.F. Møller, die dänische Schule in Aarhus von Henning Larsen und der Rundbau aus Holz und Glas von 8 A.M. in Lettland.

Einen anderen, funktionalen Ansatz wählten Schulz und Schulz in Regensburg. Der dreiteilige, streng geometrische Bau ist an die Bauhaus-Schule in Bernau von Hannes Meyer angelehnt, die in diesem Jahr in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Zeitlos wollen auch die Schulen von Lederer Ragnarsdóttir Oei in Nürnberg und von Klumpp+Klumpp in Kusterdingen sein, weshalb sie ganz auf Backstein setzen. Doch das Material verhindert nicht, dass der Koloss von Flurschule eher an gestern, denn an einen Neubau erinnert.

Dass Backstein auch weniger monumental funktioniert, beweist das Bamberger Schulzentrum von Peck.Daam. Gleichzeitig vereint diese Schule Materiaien wie Sichtbeton und Holz, die in vielen Schulentwürfen 2017 ein Muss sind. Holz als Baustoff setzten unter anderem Feilden Clegg Bradley Studios in der mit dem RIBA National Award ausgezeichneten Internatsschulerweiterung in Südengland oder auch Dietrich Untertrifaller im österreichischen Edlach ein. Letztere wurde im Niedrigstenergiestandard erbaut. Viele Schulen gelten gar als Vorreiter in der Umsetzung klimapolitischer Ziele, so auch die Berufsschule Hockenheim von Roth Architekten. Ein Umbau, der zum Modellprojekt im Programm des Bundesbauministeriums avancierte.

Natürlich zählen bei Schulen die inneren Werte. Aber ganz ohne Äußerlichkeiten geht es auch nicht. Und mit dem Fokus auf Kinder bieten sich vielfältige Möglichkeiten, Schulen in Szene zu setzen. Grauer Kasten? Muss nicht sein. Das beweisen die Gebäude im französischen Montévrain, im dänischen Herning und in Noisy-le-Grand im Osten von Paris. Jedes hat sein ganz eigenes Erscheinungsbild, mal mit arabisch angehauchter Gitterstruktur, im großformatigen Wechsel aus Beton und Glas oder als aufstrebendes Säulenraster. Mal groß-, mal kleinteilig strukturiert, Hauptsache weg vom antiquierten Look.

Doch Bildungsbau geht noch eigenwilliger. In Norditalien, wo Giulia de Appolonia entworfen hat, oder in Frankreich, wo Ameller Dubois am Werk war. Knallige Farben und ausdrucksstarke Gesten wie auskragende Obergeschosse gehören hier zum Konzept. Auf die Spitze treibt es die Musikschule von Mario Cucinella, die auf runde, ineinander gesteckte Formen aus Holz setzt. Formal zurückhaltender präsentiert sich die Schule in den Ardennen, die geradezu im Berghang zu verschwinden scheint. Natur pur, ganz im Gegensatz zum brutalistischen Bau vom Atelier de Santos in Lissabon, die mit ihrem Betonklotz ein ausdrucksstarkes Statement in die Landschaft setzen.

Und wie geht’s weiter mit dem Schulbau? Holzbauweise oder Betonmonument? Clusterstruktur oder Frontalkonzept? Sicher ist, es wird weiter gebaut. Allein in Berlin sind in den nächsten Jahren über 50 neue Schulen geplant. (kat)


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