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30.07.2020

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Von Kunsthandwerk zu Co-Working

Sanierung Bayerischer Kunstgewerbeverein von Oliv


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Als Berufsverband vertritt der 1851 gegründete Bayerische Kunstgewerbeverein die Interessen von über 400 Kunsthandwerker*innen. Damaliges Ziel war es, die Ausbildung im Handwerk zu verbessern und im Zeitalter der industriellen Revolution Handwerkstradition und Gestaltung als Vorbild zu erhalten. Für die Vereinszwecke wurde 1878 an prominenter Stelle in der Münchner Altstadt ein Vereinshaus in der Pfandhausstraße, der heutigen Pacellistraße erbaut. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den Nachkriegsjahren an gleicher Stelle wiederaufgebaut. Seit 1992 gibt es im Haus die eigene Galerie für angewandte Kunst.

Das Münchner Büro Oliv Architekten hat nun die Fassade des Nachkriegsbaus, das sich in das Ensemble der geschützten Bestandsbauten einfügt, behutsam saniert. Fenster und Sonnenschutz wurden erneuert und sollen so eine visuelle Verbindung zu den beiden Nachbarhäusern Pacellistraße 6 und 8 schaffen. Eine neue Beschilderung soll dem Kunstgewerbeverein zu mehr Präsenz im Straßenraum verhelfen. Die durch das Haus führende Pacellipassage wurde ebenfalls überarbeitet und mit hellem Auerkalk ausgekleidet, der die bestehende Natursteinverkleidung ergänzt. Ein durch geometrische Versprünge inszenierter Einblick in die Galerie für Angewandte Kunst soll sowohl die Passage als auch den Galerieinnenraum aufwerten. Der ehemals nüchtern bis biedere Durchgang verwandelt sich dank der Materialität und einem neuen Beleuchtungskonzept zu einem einladenden freundlichen Ort. Bauzeitliche Elemente aus den 1950er Jahren wie etwa die schwere Eingangstüre mit Metallornamentik und das filigrane Gittertor korrespondieren mit der aktuellen Überarbeitung. Auch im Treppenhaus bilden alte und neue Elemente eine harmonische Einheit. Die historischen Terrazzoböden wurden freigelegt und neue Türen aus Eichenholz ergänzt. 

Die fünf Obergeschosse wurden komplett entkernt und die Haustechnik erneuert. Die zum Innenhof gelegenen Räume sind mit bodentiefen Fenstern ausgestattet. Ein französischer Balkon in der Beletage sowie eine umlaufende Terrasse im sechsten Obergeschoss ermöglichen Ausblicke auf das historische Altstadtensemble. Die sanierten 2.600 Quadratmeter Bürofläche in zentraler Lage sind heute –  wie soll es anders sein – Heimat für einen Co-Working-Anbieter. Wohin sind deine Werte, oh Kunsthandwerk? (tl)



Fotos: Edzard Probst


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Kommentare

2

auch ein | 03.08.2020 08:33 Uhr

architekt

ich liebe schwarzpläne als suchspiel:

wer findet das graue gebäude....

1

gerard | 30.07.2020 17:33 Uhr

coworking space.

wer nicht mit der zeit geht, geht mit der zeit".
altes, aber immer noch aktuelles sprichwort. und wenn ueber die jahre zweifelhafte vorstaende, vorsitzende etc. sich mehr als das handwerk pflegen, kein wunder.
schade drum.

 
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