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26.11.2021

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Klimapositiv dank Algentanks

SOM präsentieren Hochhauskonzept


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Es ist eine immer wieder gehegte Hoffnung, die derzeit besonders im Kontext des Klimawandels viel formuliert wird: Alle Herausforderungen lassen sich durch technische Innovationen lösen, und wir Menschen können einfach weitermachen wie bisher. Dass uns solche spätmoderne Machbarkeitsphantasien die aktuelle Misslage überhaupt erst eingebrockt haben, sei einmal dahingestellt. Im Rahmen des kürzlich zu Ende gegangenen COP26-Gipfels in Glasgow haben SOM mit Hauptsitz in New York den Gedanken von der Bewältigbarkeit aller Probleme um ein architektonisches Beispiel bereichert. Ihr Urban Sequoia-Konzept soll sich in Gebäude aller Art integrieren lassen, um der Atmosphäre aktiv eine große Menge an CO2 zu entziehen.

Urban Sequoia? Der Titel bezieht sich auf die amerikanischen Mammutbäume. Während SOM ihren Ansatz auf ganz unterschiedliche Typologien anwenden, sind es vor allem ihre Visualisierungen von künftigen Hochhäusern, die dem Titel des Projekts gerecht werden. Stammartige Türme ragen in den New Yorker Himmel, strukturiert von mehrgeschossigen Öffnungen, in denen echte Grünpflanzen wuchern. Was nach dem üblichen Hochhaus-Greenwashing aussieht, ist allerdings nur der offensichtliche Teil des Konzepts. Die Türme verfügen nämlich zusätzlich über Algentanks, die per Photosynthese die Hauptlast der CO2-Absorption tragen. Angesaugt wird die Luft per Kamineffekt, den ein gebäudehoher Schornstein im Kern des Hochhauses erzeugt.

Kann das funktionieren? SOM beteuern, dass sich ihr Konzept mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln umsetzen lässt. Das Absorptionspotenzial ihres Turms schätzen sie auf 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr, was nach Aussagen des Büros rund 48.500 Bäumen entspräche. Auf eine 60-jährige Lebenszeit des Gebäudes bezogen, ergäbe dies 400 Prozent jener Menge, die für seinen Bau aufgewendet werden müsste. Und aus der produzierten Biomasse ließe sich nebenbei auch noch Energie gewinnen. Damit eröffnet sich die Chance, dass die heute noch klimaschädigende Baubranche in Zukunft einen positiven Beitrag zur globalen CO2-Produktion leisten würde. In weiteren Visualisierungen träumen SOM sogar von produktiven Stadtvierteln und Infrastrukturen nach ähnlichem Konzept.

Ob es jemals soweit kommen wird? Das Team um Chris Cooper, Kent Jackson, Mina Hasman und Yasemin Kologlu geben sich hinsichtlich der Machbarkeit des Projekts ziemlich überzeugt. Aber natürlich muss der nächste Schritt sein, solche Ansätze nicht nur mit hübschen Skizzen zu illustrieren, sondern mit konkreten Prototypen zu überprüfen. Ein global tätiges Großbüro wie SOM wäre natürlich dafür prädestiniert, das in Eigenregie zu übernehmen. Aber davon steht leider nichts in der Presseerklärung. (sb)


 
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