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11.03.2019

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Bibliothek ohne Bücher

RDH Architects transformieren altes Postamt in Cambridge


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Das kürzlich von RDH Architects (RDHA) umgebaute Old Post Office ist die erste „bücherfreie Bibliothek“ Kanadas. Beim Ort – Cambridge – handelt es sich in diesem Fall also nicht um die hochherrschaftliche Universitätsstadt in Ostengland, sondern um den erst 1973 durch Zusammenlegung mehrerer Orte gegründeten Namensvetter mit 130.000 Einwohnern in der Provinz Ontario. Die neugegründete Institution – Teil des Idea Exchange-Verbunds, der weitere Bibliotheken und auch eine Galerie betreibt – bietet den Einwohnern freien Zugang zu Makerspaces und einer Reihe von Lern- und Kreativräumen sowie ein Café und ein Restaurant.

Ausgangspunkt der Planung war die Umnutzung eines historistischen Postamtes, das 1885 von Kanadas Landesarchitekt Thomas Fuller am Grand River errichtet wurde. Der stark verfallene denkmalgeschützte Bau wurde grundlegend saniert, zudem fügte RDHA mehrere gläserne Anbauten hinzu. Diese wirken vor allem von der Flussseite spektakulär: Hier ragt ein 9.000 Quadratmeter großer, transparenter Pavillon teilweise bis über die Ufermauer. Der langgestreckte Baukubus mit begrüntem Dach wird auf der Südseite von einem vertikalen Glaselement konterkariert. Letzteres dient zugleich als visuelles Gegengewicht zum historischen Uhrturm und sorgt so für eine harmonische Ponderation der Massen.

Während die Ostfassade von den zeitgenössischen Anbauten dominiert wird, respektiert die Straßenansicht den historischen Stadtkontext rund um die Water Street mit ihren Backstein- und Kalksteingebäuden. Hier nehmen sich die gläsernen Kuben stärker zurück, die eklektizistische zweistöckige Fassade mit neoromanischen Rundbogenfenstern, rustikalem Steinmauerwerk, hohem Giebel und renoviertem Schieferdach bleibt visuell eigenständig.

Idea Exchange Old Post Office definiert die Bibliothek nicht als Ruheraum für individuelle Konzentration, sondern als Plattform, wo sich die Kreativität der Nutzer bündelt und vernetzt. Konsequent ist der zentrale Glaspavillon mit Aussicht auf den Fluss als Treffpunkt und Ort für gemeinschaftliche Aktivitäten konzipiert, sei es bei Gruppenarbeiten mit Kaffee oder beim Lunch im angrenzenden Restaurant. Architektonisch verbunden wird der Anbau durch eine Reihe von internen „Brücken“, die zugleich den Kontrast zwischen modernem Glas und historischer Steinfassade herausstellen und betonen. Im Dachboden des Gebäudes ist der Makerspace als rein weißer Raum angelegt, in dem die Konstruktion der sternförmigen Stahlträger sichtbar bleibt. Er ist unter anderem mit Lasercuttern, 3D-Druckern sowie einer Holz- und Metallwerkstatt ausgestattet. Darüber und durch eine Glasdecke sichtbar bleibt das wieder aktivierte historische Uhrwerk mit Gewichten und Zahnrädern.

Dem vor 100 Jahren gegründeten, in Toronto ansässigen Büro RDHA ist mit dem Idea Exchange Old Post Office in Cambridge ein architektonisch imposanter Um- und Weiterbau im historischen Bestand gelungen, der als öffentlicher Kulturbau mit innovativen Ideen, hochwertiger Ausstattung und niedrigschwelliger Zugänglichkeit überzeugt. (stu)


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Kommentare

8

E.S. | 12.03.2019 16:28 Uhr

Kommentar

Mies ist als Nutzername wohl eher einfalls- als lustlos

7

fran | 12.03.2019 16:15 Uhr

@Mies

das war ein Witz aber Sie haben grundsätzlich recht, die Qualität der Kommentare liegt hier teilweise noch unter der Qualität der Artikel oder Projekte

6

Mies | 12.03.2019 12:17 Uhr

@lustlos

Der Nutzername sagt wohl einiges aus, wie Projekte bzw. Beiträge hier betrachtet und verstanden werden.
Sonst hätte aufgefallen, dass das Projekt schon längst fertiggestellt worden ist.

5

@fran | 12.03.2019 12:06 Uhr

nun..

das ist schon gebaut. und ich finde das gut!

4

fran | 12.03.2019 09:30 Uhr

lustlos

hoffe das wird nicht gebaut

3

Hans im Glück | 11.03.2019 20:20 Uhr

Schönes Projekt...

Gott sei Dank verstellt der Neubau den Blick auf den Altbau. Bild 8 zeigt ja wie uninspiriert der Altbau mit seiner burgartigen Fassade wirkt. Ohne ein sich dem öffentliches Raum zuzuwendendes Erdgeschoss. Und diese unklare Kubatur, da ein Türmchen und da ein unmotiviert angeklebtes Vordach.
Da fällt es dem Neubau leicht, mit der transparenten Fassade und den klaren Linien zu punkten.

2

Mies | 11.03.2019 16:20 Uhr

Katastrophe

Ich stimme ixamotto zu 100 % zu.
Schade, so eine einmalige Chance!

1

ixamotto | 11.03.2019 15:43 Uhr

na so was

das projekt sieht wirklich aus jeder einstellung heraus schrecklich aus...

 
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