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29.07.2019

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Unter und über Wasser

Pläne für Ufergestaltung in Prag von Petr Janda / brainwork


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Spaziert man heute entlang der Moldau durch die Innenstadt von Prag, wird man auf junge Menschen, Musikkonzerte, Bierausschank und viele Touristen treffen. Erst seit einigen Jahren erleben die Flussufer jedoch wieder einen Aufschwung. Seit 2009 entwickelt das Prager Stadtplanungsamt für drei Uferzonen mit vier Kilometern Gesamtlänge ein umfangreiches Revitalisierungsprogramm. Zu diesem gehört auch die Uferstelle Nàplavka (dt. Aufschwemmstelle), an der nun bald mit einigen restaurierte Gewölben die erste von vier Interventionen für den Ort fertiggestellt sein soll. Die Entwürfe hierfür stammen von Petr Janda / brainwork (Prag). Diese Gewölbekeller sind unter anderem für Kunstausstellungen gedacht. Hinzu kommen ein Badeschiff mit Pool, ein Terminal für Flusskreuzfahrtschiffe sowie schwimmende Toiletten.

Seit 2017 ist das Prager Büro für die Architektur des Projekts verantwortlich. Die Uferstelle Nàplavka, die seit einer großen Flut im Jahr 2002 als Parkplatz genutzt wurde, hatte sich ohnehin schon zu einem bedeutenden Kultur- und Tourismusstandort entwickelt. Nun werden weitere Flächen für Kunst und Kultur, Wassersport, Gastronomie und Events hinzukommen. Mit dem Umbau der Gewölbe wollen die Architekten eine Verbindung zwischen historischer Ufermauer und Fluss erreichen. Elliptische, fünf Meter breite Schwenkfenster – nach Angaben des Projekttexts die größten der Welt –  verbinden sechs der Gewölberäume mit dem Außenraum, die anderen 13 erhalten skulptural geformte Stahlkonstruktionen.

Als Pendant zum historischen Mauerwerk sind Terminal, Badeschiff und Toiletten als schwimmende Stahlarchitektur geplant. Die Typologie des Pools lässt durch seinen Frachtschiff-Bezug an bekannte Vorbilder denken, ein amorphes Deck mit weiteren Bademöglichkeiten stellt dabei den Übergang zum Ufer her. Als „amphibisches Wesen“ zwischen Ufer und Fluss bezeichnen die Architekten das Schiffsterminal. Das orientiert sich wie ein Propellerblatt in drei Richtungen, um das Anlegen der Schiffe möglichst flexibel zu gestalten. Das Deck bietet auch Ausblicke auf die nahen Brücken Palacký und Jirásek.

Viertes Element der Nàplavka-Umgestaltung sind die schwimmenden Toiletten, von denen künftig mehrere in der Moldau treiben sollen. Mit großer Geste lassen die Architekten die Konstruktionen verschwinden. Als Besucher*in steigt man eine Treppe hinab und findet sich in einer Art umgekehrtem Aquarium mit Unterwasser-Panorama wieder. Einen Applaus verdienen die Architekten für diese einfallsreiche Lösung, die gerne stiefmütterlich behandelten Klohäuschen gleichzeitig architektonisch in Szene zu setzen und sie trotzdem elegant „untergehen“ zu lassen. (kg)


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Kommentare

5

Petr Janda / brainwork | 30.07.2019 15:19 Uhr

Wasserdichtheit

Vielen Dank für Ihre Kommentare. Die Fenster sind mit einem mobilen Hochwasserschutz versehen.

4

solong | 30.07.2019 10:47 Uhr

... auch kein ...

... ja da schweb der neid ... derer die das nicht können ... ergänzen ohne zu zerstören ... mit differenzierten ansätzen ... nicht so ein hilfloses... "70er-Jahre Durchgeschruppe" mit auffallen wollen um jeden preise ... der "copy and paste-generation" ... respect to petr janda / brainwork ... hope you can realize it ....

3

djangounchained | 30.07.2019 10:40 Uhr

Super

Sehr schönes Projekt, finde die Formensprache durchaus passend für die schwimmende Plattform. Wohltuend auch gegenüber Berlin dass eine öffentliche Uferbespielung auch einmal bewusst designed sein darf und nicht nur aus Pallettenstapeln besteht.
Ob die drehbaren Fenster tatsächlich wasserdicht ausgeführt werden können wird sich zeigen, es zumindest zu versuchen wäre schon toll. Als Idee für die Schaufenster in der Kaimauer ist es auf jeden Fall super.

Schade dass hier direkt der erste Kommentar wieder negativ ist und sich daran aufhängt. Bezeichnend bei der aktuellen Startseite: alles was nicht rechteckkig und grau ist wird von den Kollegen direkt polemisch abgewertet. Hier muss man sich auch nicht mehr wundern wenn man keine Laien für Architektur begeistern kann, welches Projekt fände wohl jemand ohne 5 jährige Gehirnwäsche pro graue Schukartons am interessantesten ?

2

STPH | 30.07.2019 09:57 Uhr

Bild 1

toller Schiffshybrid, besser als die Schiffe selbst, wie er die Oberfläche parzelliert und überragt, ein Nicht-Wesen
überhaupt ist alles jenseits der spiegelnden, bewegten Oberfläche nur Rahmung
Wasseroberfläche als Bild-ebene

1

auch ein | 29.07.2019 16:18 Uhr

architekt

"Aufschwemmstelle" sagt ja schon alles:
wie dämlich ist DAS denn hier so eine Nutzung fix unterzubringen?

oder sind die "grössten, tollsten runden fenster der welt" wasserdicht?
seltsame idee

 
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