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18.07.2016

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Schaufenster für Springer

OMA: Baubeginn in Berlin


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Es ist bereits über zwei Jahre her, dass OMA den Wettbewerb für den Springer-Campus für sich entscheiden konnten: Jetzt wird gebaut. Heute haben nach erteilter Baugenehmigung am Rand der Berliner Mitte auf dem Grundstück zwischen Zimmer- und Schützenstraße die Arbeiten für den Neubau der Axel Springer SE begonnen, wie das Unternehmen mitteilt.

Dass der Entwurf „spektakulär“ ist, weiß man auch bei bild.de – ein Glück also, dass in das neue Medienhaus mit dem 30 Meter hohen Atrium vor allem Mitarbeiter der digitalen Angebote von Axel Springer ziehen dürfen. Unter anderem soll die Redaktion von N24 hier einen gemeinsamen Newsroom mit den Redakteuren der Welt-Gruppe bekommen. Dieser ist auf einer Passerelle geplant, die auf halber Gebäudehöhe quer durch das Atrium führt – eine Überarbeitung, die in dem Wettbewerbsentwurf noch nicht geplant war.

Generell zeigt sich der überarbeitete Entwurf von Rem Koolhaas „Block auf Speed“ leichter und weniger radikal, was daran liegt, dass er schlichtweg nicht mit dem bestehenden Bebauungsplan, der hier einen Park vorsah, vereinbar war. Im Erdgeschoss sollen öffentliche Flächen für Restaurant, Café und Veranstaltungen untergebracht werden, während sich die Fernsehstudios an der Nordfassade mit Fenstern zur Stadt öffnen, wie Die Welt berichtete.

Auch das Konzept eines übergroßen Schaufensters bleibt, wenn auch in abgeänderter Form, erhalten. Um den Neubau „einladender“ werden zu lassen, soll er leicht angehoben werden, so dass eine wahrnehmbare Fuge entsteht. Aus Rücksicht auf Nachbarn der Nord- und Westseite sollen die oberen Partien des Neubaus außerdem leicht zurückgesetzt oder abgeschrägt gebaut werden, was das zukünftige Springer-Monument ebenfalls im Vergleich zum Wettbewerbsentwurf leicht abschwächt.

Für OMA ist es nicht die einzige Baustelle in der Hauptstadt, verantwortlich zeichnen neben Rem Koolhaas die Partner Ellen van Loon und Chris van Duijn. Den Umbau des KaDeWe leiten neben Koolhaas Ippolito Laparelli und Alex de Jong. (jk)


Zum Thema:

www.axelspringer.de


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Kommentare

7

thomas m. krüger | 11.01.2017 17:02 Uhr

Verloren

Wie schade, in der Überarbeitung hat der Entwurf seine anfängliche Strahlkraft verloren. Das ganze Entre, die schwellenlose Verzahnung vom öffentlichem Raum zum inneren Atrium, die große einladende Geste: dahin, weg. Nun ist es ein konventionelles Gebäude mit einem dreieckigen Groß-Fenster. Die Kompromisse mit den zurückweichenden Fassaden, wie lächerlich. Und die Medienbrücke, toll...
Der Erstsemester-Schnitt verheißt ziemliche Langeweile.
Verpasste Chance für Berlin.
Aber setzt Springer eine alte Tradition fort: An dieser Stelle wurde seit dem goldenen 50er-Jahre Haus von Sobotka Müller nichts Qualitätvolles mehr gebaut, im Gegenteil sie haben dem Hochaus mit dem Spiegelanbau und der Passagen-Bulette höchsten Schaden zugefügt. Nun entsteht ein Bermuda-Dreieck aus der OMA-Schule mit Sauerbruchs mittlerweile verstümmelten Checkpoint-Charlie-Haus, dem tollen ehemaligen GSW-Hochaus und dieser Glaskiste mit Schlitz und Dreiecksfenster.

6

maestrow | 19.07.2016 13:02 Uhr

"einfach so einen Block hinbauen"

Liebe/r Frau/Herr "Michaela", wäre es nicht schön, man wüsste etwas genauer wie das "einfach so einen Block hinbauen" konkret aussieht? Haben Herr und Frau Oma hier eine Generalabsolution zu Gunsten des Ungefähren, oder will das schon gar keiner mehr wissen? Ich wüßte gar nicht, was schlimmer wäre...

5

michaela | 19.07.2016 10:23 Uhr

alles im lot

also das ist doch schon wieder erstaunlich, wer hier alles was vermutet und wie bescheid weiß. jeder und jede, der/die dort schon mal vor ort war, wird erkennen, dass es so etwas wie einen geschlossenen kontext gar nicht gibt.

dort steht ein ziemlich verbautes doppelhochhaus, eine seltsame ddr-mendelsohn-rekonstruktion und ein ziemlich totes 90er/00er Jahre hotel. dann ein paar altbauten, dahinter dann wieder die ebenfalls sehr tote bundesdruckerei und nach oben die hochhäuser der leipziger straße. welcher kontext also?

warum zur hölle sollte man dann da nicht einfach so einen block hinbauen, vor allem wenn der durchaus verspricht, dort für einiges publikumsaufkommen zu sorgen?

4

now | 18.07.2016 21:50 Uhr

Maßstab/Kontext

"fuck context" - dafür bedarf es bei oma schon lange nicht mehr der "bigness".. Stadt funktioniert anders.

3

maestrow | 18.07.2016 20:52 Uhr

Springers Oma

Es hat den Anschein, als würde hier ohne Grundriss, Ansichten und Pläne mit im Ungefähren schwebenden Renderings gebastelt. Sollten Meldungen, wie diese nicht mit nachvollziehbaren Planunterlagen der geneigten Leserschaft zugänglich gemacht werden?
Oder hat das Büro die gar nicht, weil die ohnehin ein Sub-Architekturunternehmer zusammenschustert? In freier Anlehnung an die alte römische Redensart:
Minima non curat Oma? Fragen über Fragen...

2

christof | 18.07.2016 16:40 Uhr

maßstab

wo bleibt denn hier die maßstäblichkeit?

1

Räumling | 18.07.2016 15:54 Uhr

fuck Fußgänger!

Wir sehen zwei Zeichnungen mit Ansichten, die man vielleicht aus der höheren Etage eines Nachbargebäudes hat. Vom Sockel (wenn man das so nennen kann) sehen wir nur Ödnis, eine kahle Wand. Wollen uns Koolhaas und Springer dran erinnern, dass hier früher schon eine Mauer war?

 
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Wettbewerbsentwurf von OMA für den Springer-Campus, © OMA

Wettbewerbsentwurf von OMA für den Springer-Campus, © OMA

Überarbeiteter Entwurf, © OMA

Überarbeiteter Entwurf, © OMA

Überarbeiteter Entwurf, © OMA

Überarbeiteter Entwurf, © OMA


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