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29.11.2022

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Bibliothèque Nationale neu gedacht

Modernisierung von Atelier Bruno Gaudin in Paris


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Im Jahr 2017 berichtete BauNetz mit einer reich bebilderten Meldung über den ersten Bauabschnitt einer umfangreichen Restaurierung und Modernisierung des Gebäudekomplexes der Bibliothèque Nationale de Paris Richelieu. Nun konnten die Pariser Büropartner*innen Bruno Gaudin und Virginie Brégal, die mit der architektonischen Leitung dieser Mammutaufgabe betraut waren, auch die zweite Bauphase fertigstellen und das Projekt nach insgesamt fünfzehn Jahren abschließen.

Ziel war eine Anpassung des Bestands an die Bedürfnisse seiner gegenwärtigen Nutzung, insbesondere was Öffnung, Orientierung und Zugänglichkeit betrifft – Transparenz und Verbindung lauteten dabei die Stichworte. Es ging um die Umstrukturierung von mehreren Innenräumen, Lesesälen und Magazinen, deren Fläche zusammengenommen 69.036 Quadratmeter beträgt. Die Nettogesamtkosten des vom französischen Kulturministerium beauftragten Projekts werden mit circa 153,5 Millionen Euro angegeben.

Unterstützung erhielten Bruno Gaudin Architectes unter anderem von EGIS, einem Planungsbüro für Baugewerke, dem Lichtgestaltungsbüro 8’18” und dem Sicherheits- und Technikberater Casso (alle Paris). Die Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden Dekors verantworteten die Experten Jean-François Lagneau und Michel Trubert – beide sind vom Kulturministerium ernannte Chefarchitekten für historische Denkmäler.

Im Mittelpunkt der zweiten Bauphase stand die Überarbeitung dreier Bereiche: der „Salle Ovale“ – ein zweiter großer Lesesaal neben dem „Salle Labrouste“ –, dazu der innerhalb des Komplexes liegende Garten „Jardin Vivienne“ und die den Garten und die Salle Ovale verbindende „Hall Vivienne“ mit der Haupttreppe „Escalier d’honneur“. Diese liegt an der Kreuzung der Hauptachsen im Gebäudekomplex und wurde durch eine neue, freistehende Treppe aus Metall ersetzt, die sich nun als moderner Einschub durch die repräsentative Halle nach oben windet. Dank eines Stahlrahmens erreicht sie dabei eine Auskragung von acht Metern, ihre Verkleidung besteht aus gebürstetem Aluminium.


Der Salle Ovale wurde – wie schon der Salle Labrouste im ersten Bauabschnitt – vollständig restauriert und behutsam renoviert. Neue Möbel aus Eichenholz mit multimedialen Sitznischen strukturieren den Lesesaal entsprechend der jetzigen Bedürfnisse. Zugleich führen sie die innere Logik des Bestands fort, indem sie die ovale Form wiederholen. Auch das Beleuchtungskonzept wurde umgestaltet. Skulptural im Raum hängende, verspiegelte Leuchtelemente folgen nun der geschwungenen Form des Raums und reflektieren das durch die Okuli einfallende Licht.


Im Gebäudeteil an der Rue Vivienne entstand ein neuer Eingang zum Garten. An der Fassade wurden dafür drei bestehende Fenster in hohe Türen umgewandelt, und vor dem Salle Ovale verschwand ein Zwischengeschoss mit niedrigen Büros. Die sich nun hier nach oben öffnende Hall Vivienne ist über eine lange Blickachse mit der Vorhalle des Labrouste-Lesesaals verbunden. Der 1.900 Quadratmeter große Jardin Vivienne wurde von der Architektin für Kulturerbe Mirabelle Croizier und dem Landschaftsarchitekten Antoine Quenardel, die zusammen als Tout se transforme (Paris) auftreten, in Zusammenarbeit mit dem Künstler, Gärtner und Schriftsteller Gilles Clément gänzlich neu gestaltet. Aus den angrenzenden, bisher kaum wahrgenommenen Gebäuderückseiten werden somit neue, den Garten rahmende Hauptfassaden. (da)

Fotos: Takuji Shimmura, Yann Arthus-Bertrand, Bruno Gaudin Architectes


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Luftaufnahme der Bibliothèque Nationale de France Richelieu

Luftaufnahme der Bibliothèque Nationale de France Richelieu

Salle ovale

Salle ovale

Escalier d’honneur

Escalier d’honneur

Jardin Vivienne in Richtung Galerie Mazarin

Jardin Vivienne in Richtung Galerie Mazarin

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