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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Mall_in_Singapur_von_WOHA_und_realities_united_-_mit_Video_1066315.html

19.05.2010

Crystals are forever

Mall in Singapur von WOHA und realities:united — mit Video


Die Stadt Singapur möchte, dass aus der Gegend um die Bugis Street ein Gebiet mit einem „vibrierenden Nachtleben“ wird. Das bedeutet in erster Linie, dass dort derzeit neue Gebäude für die Shopping- und Unterhaltungsindustrie entstehen. „Mall“ war gestern – heute heißen diese Dinger „Urban Entertainment Center UEC“!

Ein solches ist auch „Iluma“, eine Shopping-Mall mit eigenem Parkhaus, Kinos, Restaurants und Bars, Spielcasinos, „rooftop theater“ und weiteren Veranstaltungssälen auf insgesamt rund 27.800 Quadratmetern. Der architektonische Entwurf von WOHA Design (Singapur) versucht, zwischen der geforderten Masse und der Umgebung zu vermitteln: Im großen, rechteckigen Quader sind Parkhaus, große Retail-Ketten sowie die Kinos untergebracht, er nimmt in Form und Farbe Bezug auf die leuchtenden Farben der Wohnungsbauten im Nordwesten. Dort wird die Masse betont, während sie beim anderen Gebäudeteil deutlich stärker aufgebrochen wird; einerseits durch begrünte Terrassen, andererseits durch runde, fließende Formen.

Die 5.000 Quadratmeter große Fassadenfläche zur Einkaufsstraße ist mit einer „Crystal Mesh“ getauften Medienfassade bekleidet, entwickelt von realities:united. Die Berliner entwickelten eine netzartige Struktur aus kristallförmigen Modulen, in 1.900 davon sind Leuchtkörper integriert, die – ähnlich wie die Fassadensysteme für das Kunsthaus Graz (siehe BauNetz-Meldung) und ein Geschäftshaus in Berlin (siehe BauNetz-Meldung) – mit einer Spezialsoftware individuell gesteuert und gedimmt werden können. Eine hauptsächlich visuelle Hülle, die vor eine zweite, dahinter liegende Fassade gehängt wurde.
Die unterschiedlichen Formen der Kristalle, die unterschiedliche Behandlung ihrer Oberflächen (manche sind klar, manche matt und mit einem grafischen Muster bedruckt) sowie die Lücken, die hier und da im Raster gelassen wurden, lassen abstrakte, beinahe poetisch-verträumte Lichtspiele auf der Fassade entstehen.

Jan und Tim Edler beschreiben ihre Fassade so: „Konzeptionell ist Crystal Mesh ein Bastard. Es erinnert an die hinterlüfteten Fassaden, die Modulsysteme der 1960er und 70er Jahre und an die alte, analoge Glühbirnen-Ästhetik der Unterhaltungspaläste des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig ist das ‚futuristische‘ Konzept einer digitalen Medienfassade beinhaltet. Unser ursprünglicher Auftrag, einen Monitor als Fassade zu produzieren, ist erfüllt, wird aber durch die kristallinen Fassadenmodule gleichzeitig behindert; der ‚Monitor‘ ist durch fehlende Module bzw. fehlende Leuchtmittel perforiert.
Anstatt uns auf das ewige Wettrennen einzulassen, wer denn nun die neueste LED-Technologie an seiner Fassade präsentieren kann, haben wir uns darauf konzentriert, durch Größe, Originalität und Individualität einen starken, eigenen Ausdruck zu kreieren.

Die Kunst-Institutionen der näheren Umgebung sind als wechselnde „Kuratoren“ der Medienfassade angesprochen worden, deren Bespielung zu organisieren und immer wieder neue, künstlerische Animationen mittels einer eigens entwickelten Software für die Fassade zu produzieren – denn neben einer ästhetischen Gestaltung muss bei einer Medienfassade auch für künstlerische Inhalte gesorgt werden. So könnte aus dem Alien einer Shopping-Mall wirklich ein lebendiges Display für Medienkünstler und ein wichtiger Bestandteil der umliegenden Kunstszene werden.


Video:


Quelle: realities:united

Zum Thema:

Jan und Tim Edler im Crystal Talk


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