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09.04.2021

Archaische Hülle

Landhaus in Andalusien von GRX Arquitectos


Die Sehnsucht, in einem idyllischen und zugleich modernen Häuschen fernab der Stadt zu wohnen, wächst nicht nur in Deutschland. Auch in Spanien zieht es jüngere Leute wieder in den ländlichen Raum. Zum Beispiel in die kleine andalusische Gemeinde Puebla de Don Fadrique: Hier haben GRX Arquitectos aus Granada mit der Casa Calixto ein Haus für neue Landbewohner*innen entworfen. Das vereint die Anmutung alter Bautraditionen mit zeitgenössischer Materialität und Großzügigkeit im Inneren. Es sei ein Bau, der nicht versuche, seine Umgebung zu dominieren, sondern vielmehr in dieser Umgebung aufzugehen, schreiben die Architekten zu ihrem Projekt, dessen Budget bei 120.000 Euro lag.

Das Dorf liegt am Fuß der Sierra Sagra, einem Gebirgszug ganz im Norden Andalusiens an der Grenze zu den Regionen Kastilien-La Mancha und Murcia. In der Gegend herrscht ein eher raues Klima, mehr kontinental als mediterran, im Winter fällt Schnee. Dazu passt der rustikale und robuste Charakter des Hauses, dessen Betonstruktur mit übrig gebliebenen Gesteinsbrocken aus einem nahen Steinbruch verkleidet wurde. Die ausschließliche Verwendung von Resten aus der Produktion großer Steinplatten trug wesentlich zur Wirtschaftlichkeit des Gebäudes bei. Zugleich passen sich die archaische Grobheit des Materials und seine helle Farbgebung optisch geradezu perfekt in die karge, von Viehzucht geprägte Landschaft ein.

Das Haus wird von einem Garten und einer halbhohen Mauer umgeben und gliedert sich in ein einfaches Programm: ein großer, offener Wohn- und Kochbereich, ein Bad, zwei Schlafzimmer, eine Garage. Eine über die ganze Gartenfront des Volumens laufende Verglasung verbindet das Innere mit dem Außenraum und eröffnet einen weiten Blick in die Landschaft. Der auskragende Betonrahmen soll im Sommer die direkte Sonneneinstrahlung minimieren. Von dieser Seite aus betrachtet, wirkt das Haus fast, als habe man einen flachen Beton-Glas-Quader unter einen Steinhaufen geschoben. Denn auch das asymmetrische Satteldach ist komplett mit Steinen bedeckt. Im Gegensatz zum gedrungenen Straßeneindruck schafft der hohe Dachstuhl aber im Inneren ein luftiges Raumgefühl. Der restliche Teil des Volumens wird über zwei Oberlichter und kleine quadratische Fensteröffnungen an den Gebäudeseiten belichtet. (da)

Fotos: Javier Callejas + Imagen Subliminal


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