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07.08.2019

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Hölzerne Gewölbe

Kita in Lahr von (se)arch


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Eine Kita als Teil der Landesgartenschau, das war 2018 die Situation in Lahr. Im neu angelegten Bürgerpark nahm die Einrichtung aufgrund der starken Nachfrage schon während der Laufzeit der Blumenschau den Betrieb auf. So kam es, dass die Kita-Kinder auf eben dieser Ausstellung Dauergäste waren und in der Anfangszeit nur mit speziellen Ausweisen auf das Gelände konnten. Gleichzeitig mussten die Betreuer immer wieder Besucher der Landesgartenschau vom Betreten des einladenden Gebäudes abhalten. Nach Ende der Gartenbauausstellung ist die Kita+ – im Gebäude befindet sich zusätzlich ein kleines Bürgerzentrum mit Museumsbereich – inzwischen auch offiziell eröffnet, ein großes Einweihungsfest markierte das Ereignis.

Die Holzkonstruktion mit ihrem charakteristischen Dach wurde vom Stuttgarter Büro (se)arch entworfen und bietet über 100 Kindern in fünf Gruppen Platz. Der Museumsbereich umfasst außerdem eine kleine Veranstaltungsstätte. Das Museum ergänzt die benachbarte Schaubaustelle eines sogenannten römischen Streifenhauses. Mit dieser soll die Entstehung jenes Reihenhaustyps, der nur im Hinterland am Oberrhein vorkam, erforscht werden.

Heute ist anstelle der dichbebauten römischen Handelsstraße, die den Typus des Reihenhauses hervorgebracht hat, ein großzügiges begrüntes Areal mit hohem Freizeitwert entstanden. Die überdachten Galerien an den verglasten Längsseiten des Gebäudes sorgen für einen subtilen Übergang zwischen öffentlichem Raum und Innenbereich. Das begrünte Dach aus Segmentbögen bietet nicht nur Isolierung und klimatischen Schutz, es lasse außerdem an eine Markthalle denken, so die Architekten. Drei Innenhöfe bringen zusätzlich Licht ins Gebäude. Dessen Atmosphäre wird vom Kontrast zwischen grauen Böden und hellen Brettsperrholzwänden bestimmt. Die Holzoberflächen wurden bewusst unbehandelt belassen – das Material soll ruhig Nutzungsspuren bekommen und dadurch den Alterungsprozess sichtbar machen.

Mit der offiziellen Eröffnung der Kita ist die Nachnutzung des LaGa-Geländes als Bürgerpark weitestgehend umgesetzt. Daneben gibt es dort noch ein Kletterzentrum, einen Tennisplatz, einen großen Spielplatz, Gartenanlagen und einen Verkehrsübungsplatz. (tl)

Fotos: Zooey Braun


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Kommentare

12

... | 13.08.2019 10:49 Uhr

...

Ich meinte damit, dass das meiste theoretisch natürlich richtig ist, dass an einigen Stellen vielleicht eine andere Materialwahl besser gewesen, dass eine andere Lösung der Fallrohre vielleicht eleganter gewesen wäre, oder die trapezförmigen Blenden nicht passen. Am Ende muss man dann doch Kompromisse eingehen um das Konzept umsetzen zu können. Jeder weiss wie schwierig Mehraufwand teilweise zu begründen ist (vor allem bei vielen kleinen öffentlichen Bauvorhaben). Ich finde es schön zu sehen das dann trotzdem Konzepte umgesetzt werden die vom Standard abweichen und daher schon einen größeren Aufwand und evtl. Mut beim Bauherren benötigen.

Solche Kommentare wie: "... es hätte ein schöner Kindergarten werden können" finde ich dann schade.

Lieber LCMK, lassen Sie uns das nicht weiter ausdehnen, ich verstehe was Sie sagen und sehe das größtenteils genauso. Ich finde es aber dennoch schade, dass viele Projekte die vom Standard abweichen, in ihrer Ausdetailierung dann aber Kompromisse eingehen müssen oft an "Kleinigkeiten" herabgewertet werden. Das nimmt doch den Mut vom Standard abzuweichen... und ich finde Mut fehlt leider ziemlich oft, schaut man sich den aktuellen Durschnitt von Entwürfen und Projekten an.

(Vielleicht ist das ein allgemeines Thema, das eventuell nicht zu diesem Projekt passt... ich weiss es nicht)

11

LCMK | 12.08.2019 23:26 Uhr

theorieverständnis

@...
das konzept dieses hauses ist in meinen augen zwar stark, wurde aber nicht entschieden genug umgesetzt. hier stehe ich voll bei den kommentaren von "auch ein archi" und captain kirk und deren der frage, ob man ein tonnendach mit aufwändig gebogenen holz erzeugen sollte - und da wird es für mich einfach nicht stimmig, weder materiell noch räumlich. die natürliche richtung einer tonnenstuktur wird durch die streifigkeit der balken noch beschleunigt, der raum wird dadurch in meinen augen sehr unruhig (siehe auch hier wieder bild 7).

grundsätzlich ist das haus in meinen augen nicht schlecht, es ist deutlich über dem durchnitt der deutschen regelkita. es hätte aber deutlich besser und konsequenter sein können und das benennen von fehlstellen finde ich wichtig, besonders im fachinternen diskurs.

zu ihrem letzten punkt, was meinten sie denn mit theorie? alle punkte der anderen kommentatoren bezogen sicht doch auf konstruktive fragen...

10

... | 12.08.2019 10:44 Uhr

...

Ich bin selbst so ein "Renderkid"...

Ich habe aber "leider" schon zu oft mitbekommen wie man Details elegant zu lösen versucht, am Ende kommt dann doch die unelleganteste Lösung zum tragen und es wird kommentiert und dargestellt als hätte es der Architekt nicht besser gewusst. An solchen Dingen wird dann das ganze Projekt be- und abgewertet, egal ob Grundriss, Konzept und Räume gut sind.

@LCMK sie sprechen in Ihrem ersten Kommentar nur von der Ausdetailierung ...

9

LCMK | 09.08.2019 20:38 Uhr

verständnis I+II

verständnis I

ich verstehe überhaupt nicht was sie mit theorie meinen? die frage welche materialien ich verwende, wie ich sie füge, ob diese zusammen passen und und ob das der form und dem konzept gerecht wird ist doch keine theorie, das ist kern des architektenberufs. sicher, es gelingt nicht immer alles so wie man es sich wünscht -was natürlich auch von externen faktoren wie dem bauherren oder schlechten auftragnehmern abhängen kann- aber man muss doch über architektur reden und die fehlstellen aufzeigen. im übrigen hat (se)arch auch schon einige recht gute sachen gebaut, die mir persönlich gut gefallen. das ändert in meinem blick aber nichts daran, dass dieses haus irgendwie an entscheidenen punkten nicht zusammen geht.

verständnis II

mir geht diese altherrenjovialität à la „diese renderkids von der uni sollen erst mal lernen wie man ein attikablech din-konform löst“ langsam gehörig auf den geist. was hat denn der wunsch nach guter und fein ausdetailierter architektur mit frisch-von-der-uni-sein zu tun? ehrlich gesagt sind mir im zweifel leute „frisch von der uni“ lieber, als das dienst-nach-vorschrift-denken einiger älteren kollegen.
klar heißt "jungend" nicht automatisch innovation und man muss sich auch ma hinsetzten und die sachen ausdetailieren (wobei man auch mal leicht scheitert), aber das ist allemal besser als das immergleiche abspulen der bekannten lösung, ohne dinge zu hinterfragen...

8

... | 09.08.2019 11:40 Uhr

...

Sehr viel Theorie in den Kommentaren ... Fallrohre ... Bleche ... das passt nicht zusammen ... frisch von der Uni?

In der Realität gibt es auch einen Bauherren, der das zahlt. Ein sehr gelungenes Projekt, schöner Kindergarten.

7

LCMK | 09.08.2019 08:11 Uhr

viele, viele sachen

in meinen augen gehen hier einige dinge nicht wirklich gut zusammen. zwar geht die grundidee holz und beton in bild 6 ganz gut auf. aber die decke mit ihren offenen balkenlagen, wirkt spätestens auf bild 7 eigentartig unfertig.

auf bild 2 kommen irgendwie viel zu viele sachen zusammen: verzinkte fallrohre, attikableche, trespa- oder eternitblenden, holz, sichtbeton, Alu-PR-Fenster, holzelementfenster. das wirkt alles sehr uneindeutig und wenig ausdetailiert (siehe julians anmerkung der polygonalen stückelung am bogen).

ich kann mir aber gut vorstellen, dass hier ein ängstlicher und knauseriger bauherr auch seinen teil dazu beigetragen hat...

6

Julian | 08.08.2019 15:34 Uhr

Im Grossen und Ganzen

ist das ein sehr gelungenes Projekt.

Der wohltuend aufgeräumte Grundriss schafft differentierte räumliche Situationen.

Entgegen anderer Darsetellungen, kann man sehen, das hier sehr wohl der Kindermassstab mitgedacht wurde: Die Tonnendächer gliedern die grossen Räume in kleinere Zonen. Insgesamt ist die Geschosshöhe nicht sehr hoch (man bedanke das Luftvolumen, das nötig ist). Es gibt Gemeinschaftsbereiche verschiedener Grössen und Fenster mit Brüstungshöhen die zum Reinsetzen einladen.

Die einfache Materlisierung (Holz und Sichtbeton) schafft einen Grundton der nicht mit den vielen selbsgemalten Werken, Plastik-Spielsachen und Klamotten wetteifern muss.

Im Bezug auf die Dachkonstruktion hätte eine hyride Konstruktionen (Holz/Beton, Holz/Stb.) sicherlich ein überzeugenderes Ergebnis geliefert.

Bei all den guten Gedanken und Ambitionen des Projektes, bleibt leider eine Schwäche, die das Gesamtbild beeinträchtigt. Wie so oft - die Ausführung im Detail! Besonders ist dies auf Bild 2 zu sehen. Bei so einer markanten Dachform darf es keine trapezförmigen Blenden geben, die die harmonische Form in ein polygonales Etwas zwingen. Hinzukommen die Fallrohre die sich ungelenk um die Fassade winden. Bei solch einem langen Baukörper kommt man um innenliegende Rinnen ohnhin nicht rum. Warum dann ausgrechnet hier? Gerade diese ansonsten doch so wohl proportionierte Fassade ist doch das Gesicht des Gebäudes? ...

5

Captain Kirk | 08.08.2019 10:26 Uhr

Form vs Material

Eine derart entwurfsbestimmene, konstruktive Form wie ein Tonnendach, in einem konstruktionsfremden Material umzusetzen wirkt zwangsläufig merwürdig.
Leider, denn mit einer materialgerechten Dachkonstruktion wie z.B. Brettstapel, Lignatur oder auch STB hätte das ein schöner Kindergarten werden können. Vom Konzept eines Lilputlandes (am besten noch knallbunt) halte ich wenig, entspricht es doch nicht der übrigen Lebenswelt der Kinder. Eine Kita ist ja kein Indoorspielplatz, sondern hat auch einen pädagogischen Auftrag.

4

Oliver | 08.08.2019 09:34 Uhr

gelungen

schöne kita, die wohltuend aus der masse heraussticht

3

Andrea Palladio | 08.08.2019 09:01 Uhr

Louis Kahn …

grüsst von weitem und hat das doch so viel besser gemacht.

2

STPH | 08.08.2019 08:58 Uhr

Riesen und Lilliputaner

mal abgesehen von dem Kunstlichtproblem bei dieser Bautiefe, funktional, modern gesehen muss ein Kindergarten aus der Perspektive der kleinen Benutzer gestaltet werden. Sämtliche Höhenanmutungen müssen hieraus gestaltet werden und nicht nur die Möbelinseln. Wie überzeugend waren doch die wenigen Beispiele aus der eigenen Kindheit. So erzieht man kleine Architekten.
Also: komplett von der anderen Seite anfangen. Die Riesen sind dann nur zu Gast in Lilliput. Das kann auch funktionieren.

1

Auch ein | 07.08.2019 19:51 Uhr

Architekt

Ich finde rundgezwungenes holz nicht gut,sieht unnatürlich aus auch wenn es ein leimbinder ist.

Und die runden dächer sind vor allem in der untersicht seltsam

 
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Die Landesgartenschau hat Spuren in Lahr hinterlassen.

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Die Rundbögen im Dach lassen an eine Markthalle denken.

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Über drei Innenhöfe gelangt Licht in den Flachbau.

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Die Galereien an den Längsseiten bilden einen subtilen Übergang von Aussen nach Innen.

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