RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Kein_Weltkulturerbetitel_fuer_die_Weissenhofsiedlung_790182.html

30.06.2009

Zurück zur Meldung

Unesco contra Corbu

Kein Weltkulturerbetitel für die Weißenhofsiedlung


Meldung einblenden

Die Unesco hat bei ihrer Jahreskonferenz in Sevilla den Antrag zur Aufnahme des Werks Le Corbusiers in die Welterbeliste überwiegend positiv beurteilt und vor allem seinen internationalen Charakter begrüßt. Das Welterbekomitee gab allerdings auch Anregungen und Empfehlungen zur Überarbeitung des eingereichten Antrags. Damit ist er zunächst einmal abgelehnt worden.

Frankreich, die Schweiz, Argentinien, Belgien, Japan und Deutschland, die diesen Antrag gemeinsam erarbeiteten, haben jetzt die Chance, den ergänzten Antrag innerhalb der nächsten drei Jahre erneut einzubringen. Der Antrag umfasst 22 architekturgeschichtlich besonders bedeutsame und gut erhaltene Bauwerke und städtebauliche Ensembles Le Corbusiers in sechs Ländern auf drei Kontinenten – neben der Villa Savoye in Poissy bei Paris, der Unité d’habitation in Marseille, der Kirche in Ronchamp auch die 1927 von ihm entworfenen beiden Häuser in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung, das Museum für westliche Kunst in Tokio sowie das Wohnhaus Curutchet in La Plata/Argentinien.

Der Welterbeantrag zum architektonischen und städtebaulichen Werk Le Corbusiers geht auf eine Initiative der Fondation Le Corbusier und des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation zurück. Er kann als Novum in der Antragsgeschichte gelten. Sowohl die Ausrichtung auf eine Einzelpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts als auch die große Anzahl beteiligter Staaten weltweit ist bisher einzigartig.
Der Antrag ist so angelegt, dass zu einem späteren Zeitpunkt weitere Staaten hinzutreten können. Dies gilt insbesondere für Indien, wo Le Corbusier mit Chandigarh eines seiner Hauptwerke hinterlassen hat.


Kommentare

3

Jörg Kempf | 06.07.2009 15:04 Uhr

Ach Micha....

warum so beleidigt? Selber etwa Dresdner?....Abu Simbel läge heute auf dem Grund des Nassersees, hätte sich nicht eine solidarische Staatengemeinschaft zusammengetan, um dieses Zeugnis des alten Ägypten zu retten. Aus diesem lobenswerten Engagement ist das World Heritage Comittee letztlich entstanden. Anstatt hier maulig zu beklagen, dass eine Organisation, die von den Dresdner Bürger zweimal (!) angerufen und um Aufnahme in deren Liste gebeten wurde (einmal für die Altstadt und ein zweites Mal für den Landschaftsraum Elbe und die Stadt), nur folgerichtig und mit langer Ankündigung reagiert hat, wäre es vermutlich klüger sich mal ausführlich mit den konkreten Bedingungen einer Aufnahme und deren Vorteilen zu beschäftigen. Und auch wenn Sie ja recht haben damit, dass LeCorbusier sicher auch ohne den "Adelstitel" des WHC ein bedeutender Architekt gewesen sein mag, so sollte man doch auch bedenken, dass offensichtlich kein Prädikat der Welt am Ende verhindern kann, dass selbst herausragende Kulturleistungen der Menschheit von nachfolgenden Generationen wegen oft genug kleinlicher Beweggründe mit Füßen getreten werden. Aber immerhin lenkt der Weltkulturerbetitel das Augenmerk auf seine Träger und mag insofern die Hemmschwellen zur Zerstörung anheben. Die Werk LeCorbusiers wäre meiner Ansicht nach geradezu prädestiniert für den Titel, eben weil es so weit verstreut liegt und keinen übernationalen Schutz genießt. Außerdem sind mit der Ehrung keine Nachteile oder Einschränkungen für das moderne zeitgenössische Baugeschehen verbunden, wie das ja in Dresden und im Rheintal durchaus der Fall (war) ist. Also: Nicht das WHC ist das Problem, sondern, dass wir eine solche Konvention anscheinend überhaupt brauchen. Verstünde es sich von selbst, dass manche Dinge eben nicht leichtfertig zu opfern sind, wir hätten die schönen Worte nicht nötig. Dann hätten sich auch die Generationen nach uns an den Dresdner Elbauen (ohne ein 636 Meter langes Betonungetüm) erfreuen können.

2

micha | 06.07.2009 10:07 Uhr

Wer ist die UNESCO?

Die Weissenhofsiedlung und Le Corbu sind Weltkulturerbe - ob von einer Clique im Namen der Unesco sanktioniert oder nicht.
Nach der Aktion dieser kulturpolitischen Gutmenschen in Dresden gibts nur eine Antwort - wen juckts!

1

Kinschel | 01.07.2009 18:16 Uhr

Drei Jahre Zeit

Dresden hat den Welterbestatus verloren, Le Corbusier's Werke noch nicht bekommen.

 
Mein Kommentar
Name:
Betreff:
Kommentar:
E-Mail:

(nur für Redaktion, wird nicht veröffentlicht)

Zur Durchführung dieses Service werden Ihre Daten gespeichert. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben! Näheres erläutern die Hinweise zum Datenschutz.


Ihre Kommentare werden nicht sofort veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.




Alle Meldungen

<

30.06.2009

Umstürzende Neubauten

Richtfest in Shanghai fällt flach

30.06.2009

L’architecture d’aujourd’hui

Französische Vorträge in München

>
BauNetzwoche
Private Perlen
Baunetz Architekten
Behnisch Architekten
BauNetz Wissen
Mode im Mittelpunkt
Campus Masters
Jetzt bewerben
DEAR Magazin
Rostrotes Raster