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10.09.2020

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Den Schwung nutzen

Initiative für IBA Berlin-Brandenburg vorgestellt


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Wenn es nach dem Wunsch der Architektenkammern von Berlin und Brandenburg geht, ist der heutige Tag die Geburtststunde einer neuen IBA. Auch das Signal der Fraktionsvertreter beider Länder könnte deutlicher nicht sein.

Von Friederike Meyer

Was passt besser zum Jubiläumsjahr der Gründung von Groß-Berlin, als nach vorn zu schauen. Diesen Anspruch hatten in diesem Jahr bisher mehrere Diskussionsveranstaltungen, eine Tagung, eine Ausstellung und Ideenwettbewerbe für junge und gestandene Planer*innen. Kurz bevor sich 100 Jahre Groß-Berlin nun am 1. Oktober auf den Tag genau jährt, meldet sich eine IBA-Initiative zu Wort, die über die Zukunft der Region anhand von strukturellen und wirtschaftlichen Fragen diskutieren möchte – und das im gesamten kommenden Jahrzehnt.

Die Rede ist von der Idee einer länderübergreifenden IBA in Berlin-Brandenburg, die die Architektenkammern beider Bundesländer heute Mittag vorstellten. Dazu hatten sie nicht nur die Presse, sondern Vertreter der Landtagsfraktionen beider Länder versammelt, um für Interesse und Unterstützung zu werben, und Positionen für inhaltliche Ausrichtungen zu erfahren. Denn aus den bisher gescheiterten Anläufen für ein IBA habe man gelernt, dass es einen parteiübergreifenden Konsens über die Inhalte geben muss. Nur das stelle sicher, dass ein solches Projekt erfolgreich starten kann, so Christine Edmaier, Präsidentin der Berliner Architektenkammer.

Dieser inhaltliche Konsens ist nun die erste Hürde, die die Initiative nehmen muss, denn noch klaffen die Vorstellungen der anwesenden Vertreter von Linke, SPD, FDP, CDU, Grüne/Bündnis 90 und Freie Wähler zu Teil stark auseinander. Während die einen das Thema Wirtschaft vermissen, ist es anderen wichtig, gesellschaftliche Akteure einzubinden, verkrustete Planungsprozesse zu reformieren oder den demographischen Wandel mitzudenken. Ganz abgesehen davon, dass auch die Perspektive auf den Begriff Ausstellung, den jede IBA im Namen trägt, nicht immer gleich ist.

Die großen Themen der Wertschöpfung im Gesamtprozess zwischen initiieren, planen, bauen und nutzen wolle man angehen, sagte beispielsweise der Vizepräsident der Architektenkammer Brandenburg, Andreas Rieger. Für Christine Edmaier soll eine IBA sichtbar machen, wie man in Zukunft leben könnte. Und Stefan Evers von der Berliner CDU-Faktion betonte, dass die IBA ein gesamtgesellschaftliches Projekt sein solle und von jedem verstanden werden müsse, kein elitäres Projekt.

Auf die konkrete Frage von Edmaier, ob die Abgeordneten bereit wären, an einer Arbeitsgruppe teilzunehmen und das Thema in ihre Fraktion zu tragen, gab es einvernehmlich zusprechende Rückmeldung. Stefan Evers betonte, dass es seit Jahren einen Fraktionsbeschluss gäbe, eine IBA Berlin Brandenburg zu unterstützen, und dass er sich für eine fraktionsübergreifende Initiative einsetzen will. Daniela Billig, Stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Berliner Fraktion Bündnis 90/Grüne, drückte ihre Hoffnung auf einen baldigen Fraktionsbeschluss aus.

Im nächten Schritt soll noch 2020 ein Start-Kolloquium vorbereitet werden, das alle Interessierten versammelt und das Leitmotiv sowie die konzeptionelle Grundlage weiterentwickelt. Danach könnten die Mittel von beiden Parlamenten beschlossen und die Gremien für die Bauausstellung eingerichtet werden. Die Architektenkammern seien bereit das Kolloquim zu organisieren, baten aber um finanzielle Unterstützung der Parteien und äußerten den Wunsch, dass sich beide Parlamente in den nächsten Wochen mit der IBA-Initiative befassen. Dann wird sich herausstellen, ob die Stadtentwicklungspolitiker ihren Fraktionen das experimentelle Potential einer IBA vermitteln können. Zu wünschen wäre es. Denn gerade schwierige wirtschaftliche Zeiten brauchen und bieten Raum, um Neues auszuprobieren.


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Kommentare

2

Dr. Ronald Kunze | 21.09.2020 09:42 Uhr

IBA Berlin-Brandenburg

Schon wieder eine IBA in Berlin und Umgebung? Derzeit laufen an verschiedenen Orten und Regionen der gesamten Bundesrepublik ganz unterschiedliche Bauausstellungen, ebenso noch die Bewerbung um die europäische Kulturhauptstadt, was soll da noch eine Festivalität? Alle freien und auch sonstige Mittel sind coronabedingt erschöpft, ohne ein in einer breit angelegten Vorbereitung aufgestelltes strategisches Konzept wird das möglicherweise nur ein leiser Schnellschuss. So richtig überzeugend scheint die Idee noch nicht.

1

Hinrich Schoppe | 10.09.2020 17:45 Uhr

Nach der IBA ist vor der IBA

Na das stimmt doch erstmal ganz hoffnungsvoll. Wenn sich politischen Eliten dann mal zusammen raufen.

Und wenn dabei dann etwas herauskommt, was allen dienlich ist.

Ich verweise nur auf die vollkommen kläglich gescheiterte Werkbundstadt, die vor allem die öffentlichen Stellen in den Sand gesetzt haben.

Wer davon profitiert ist glaube ich allen bekannt.
Da braucht man das Thema "Wirtschaft" nicht mehr explizit einbringen, deren Berücksichtigung ergibt sich durch Gutgläubigkeit und Unvermögen von selbst.

 
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