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25.06.2020

Schattenspiel am Flughafen

Hotel in Bremen von Westphal Architekten


Nachdem pandemiebedingt der Flugverkehr so gut wie zum Erliegen kam, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sich wieder mehr Menschen in den Flieger setzen. In der Airportstadt am Bremer Flughafen brummt es aber trotzdem. Rund 500 Unternehmen mit zusammen über 20.000 Beschäftigten sind hier ansässig, darunter Airbus, Melitta und die Bremer Straßenbahn. Weil jedoch selbst hier, quasi mitten im Gewerbegebiet, die Flächen langsam knapp werden, sucht die Stadt nach Strategien der Nachverdichtung und Aufwertung. Westphal Architekten (Bremen) haben für den westlichen Teil der Airportstadt einen Masterplan entwickelt, dessen erster Baustein nun fertiggestellt wurde. Im Auftrag des Projektentwicklers Peper & Söhne planten Westphal ein Hotel für die Hamburger Novum-Gruppe.

Der Neubau nimmt ein prominentes Eckgrundstück an der Kreuzung Hanna-Kunath- und Henrich-Focke-Straße ein; von hier sind es nur wenige Meter bis zum Flughafen. Die Hauptfassade des Hotels verfügt über sieben Geschosse, während die L-förmige Kubatur entlang der kurzen Seite entsprechend des Masterplans auf fünf Stockwerke begrenzt ist. Mit Blick auf die benachbarten Backsteinbauten aus den 80ern und 90ern setzt die Fassade aus perforierten Metallpaneelen bewusst einen neuen Impuls. Die facettierte Geometrie sei von den steil aufragenden, strukturiert-zerklüfteten Wänden mancher Steinbrüche inspiriert, so die Architekten. Immer zwei Zimmer wurden in einem Fassadenabschnitt zusammengefasst und die Lüftungsflügel hinter die Paneele gelegt. Das sorgt für eine größere Maßstäblichkeit der Hülle. Mit ihrem Schattenspiel sorgen die gefalteten Polygone außerdem für Plastizität.

Die Gebäudetiefe des Hotels ist für eine typische Mittelgangerschließung auslegt. Insgesamt 153 Zimmer finden Platz, seit April ist das Haus unter dem Namen „the niu Crusoe“ in Betrieb. Wie heute im Hotelgewerbe üblich, sollte die konstruktive Struktur des Gebäudes möglichst flexibel sein, um das Corporate Design des Betreibers problemlos integrieren zu können. Passend zum Robinson-Crusoe-Bezug im Namen – der Protagonist des Romans beschreibt sich selbst als Sohn eines nach England ausgewanderten Bremer Kaufmanns – hat die Hamburger Streetart-Künstlerin Davina Cochrane die Räume mit karibischen Motiven gestaltet. Hinter der einladend-flächigen Verglasung des Erdgeschosses lockt nun die norddeutsche Interpretation eines Insel-Paradieses. (sb)

Fotos: Anke Müllerklein


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