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11.05.2020

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Wandern nördlich des Polarkreises

Holzhütte in Hammerfest von Spinn Arkitekter


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Die Wanderschuhe geschnürt stiefelt man los: von Hammerfest geht’s erst nach Südosten, dann wieder in nördliche Richtung, immer den Berg hinauf. Und schließlich, nach gut zwei Stunden Wanderung nördlich des Polarkreises ist der Gipfel erreicht, der Tyven, zu Deutsch Dieb. Der ist zwar nur 418 Meter hoch, doch der Aufstieg lohnt sich trotzdem. Zum einen wegen der einmaligen Aussicht über die karge arktische Landschaft, zum anderen wegen der Hütte, die dort auf Wandersleute wartet.

Entworfen hat die Tyvenhytta das Büro SPINN Arkitekter aus Oslo, das sich dazu mit den britischen Format Engineers zusammentaten. Die Aufgabe: Eine kleine Bergwanderhütte, ausgestattet mit einem Holzofen und einfachen Bänken, die die norwegischen Berge auch für weniger erfahrene Wanderer zugänglich macht. Ausgedacht hatte sich das die Sektion Hammerfest des norwegischen Wandervereins (DNT), um das Wandern in den Bergen rund um die Stadt zu fördern.

SPINN konzipierte eine organische Holzstruktur, die auch dem harten polaren Winter und arktischen Winterstürmen standhält, Wanderern eine warme und einladende Raststätte bietet und nicht zuletzt gut aussieht. Entstanden ist eine 15 Quadratmeter große Hütte, die mit ihrer Holzschale einem rundlichen Felsen ähnelt. Die Außenhaut bilden 77 verschiedenen kreuzweise verleimte Paneele, die wie ein 3D-Puzzle zusammengesetzt sind.

Vormontiert wurde die Hütte in einer Lagerhalle: Innerhalb von vier Tagen entstand die Hauptstruktur aus CLT-Platten, wurden die Rahmen und Paneele für die Hülle zugeschnitten – alles realisiert von Freiwilligen. Mehr als 1.500 Arbeitsstunden steckten die Helfer*innen in den Bau, einzige professionelle Arbeit waren die zweilagige Bitumenabdichtung der Hülle und das Gießen des Fundaments vor Ort. In zwei Teile zerlegt wurde die Hütte per Tieflader zum Gipfel transportiert, Fenster, Kamin, Rampe und Inneneinrichtung vor Ort montiert.

Warum Freiwillige beim Bau halfen? Weil der Entwurf, den SPINN und Format vorschlugen, so ganz anders war, als die Auftraggeber erwartet hatten – und deutlich teurer ausfiel. Um ihn trotzdem zu realisieren, wurde per Crowdfunding Geld gesammelt, lokale Unternehmen spendeten Materialien, stellten Werkzeuge zur Verfügung – und eine Reihe Unterstützer investierten ihre Freizeit in die Umsetzung. Nur so konnte die Tyvenhytta, wie schon ihre Schwesterhütte auf dem Storfjellet ein Jahr zuvor, mit einem Budget von nur 100.000 Euro gebaut werden. (kat)

Fotos: Tor Even Mathisen, Spinn Arkitekter, DNT Hammerfest


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