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12.02.2021

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Auf einem Bein

Holzhütte in Finnland von Studio Puisto


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Eine Plattform auf einem einzelnen Pfahl, darauf eine einfache hüttenähnliche Konstruktion. Als Zugang diente eine Leiter. Niliaitta heißt diese Art von Bau, die traditionell von Sámi in Lappland genutzt wurde, der ältesten Bevölkerungsgruppe Europas. Die ursprünglich permanente Struktur diente jedoch nicht zum Schlafen, sondern um Lebensmittelvorräte im Freien aufzubewahren – geschützt vor Bären, Füchsen, Vielfraßen und Rentieren. Eine moderne Version dieses Gebäudes entstand Ende 2020 in der Gemeinde Kivijärvi in Mittelfinnland. Entworfen wurde es von Studio Puisto aus Helsinki, das inspiriert von den traditionellen Pfahlbauten eine Unterkunft formte.

Zwar liegt Kivijärvi nicht in Lappland, jedoch gab es auch hier einst eine Sámi-Siedlung. Der Grund liegt vermutlich in der Topografie, die Gegend liegt höher und ist damit der Natur in nördlicheren Breiten ähnlich, was ihr den Namen „Lapplands Finger“ einbrachte. Inspiriert von Geschichte und Natur entwarfen die Architekt*innen ein Gebäude, das die Umgebung so unberührt wie möglich belassen sollte. Und so ist der Neubau gerade einmal 36 Quadratmeter groß, mit einer Nutzfläche von 30 Quadratmetern. Bauherrin ist die Gemeinde Kivijärvi.

Die gesamte Struktur steht auf einem einzigen Pfeiler, um minimalen physischen Kontakt mit der Natur zu haben. Die Hütte wurde so positioniert, dass nur wenige Bäume gefällt werden mussten. Obwohl es sich um eine neue Struktur handelt, sollte sich die Hütte durch Materialien und Farbgebung in den vertikalen Rhythmus des Waldes einfügen. Bei der Gestaltung setzte Studio Puisto auf Natürlichkeit: die Oberflächen sind durchgehend aus Holz, zur Isolierung dient Zellulose, zudem wurde Plastik vermieden.

Innen sichert ein raumhohes Fenster eine starke visuelle Verbindung zur Natur. „Die Landschaft, die sich durch dieses Fenster öffnet, dominiert den Rest, da das Interieur bewusst so gestaltet ist, dass es neben der Natur wie eine neutrale, leere Leinwand wirkt“, heißt es. Das Bad, eine geräumige Dusche und eine Küchenzeile sind im Kern der Hütte untergebracht, in dem auch die Technik inklusive Luftwärmepumpe steckt. Wasser- und Abwasserleitungen sowie die elektrischen Kabel verlaufen versteckt unter der Außentreppe in einem Gehäuse.

Noch steht Niliaitta allein auf dem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück, das von der Gemeinde zu touristischen Zwecken entwickelt werden soll. Geplant sind insgesamt 50 Wohneinheiten, am Boden, auf dem Wasser und in der Luft, sowie Sauna und Konferenzzentrum. Die Pfahlbauten stehen dabei für das Element Luft. „Die Idee ist, dass wir uns durch den einfachen Rückzug in die Luft sofort von den alltäglichen Sorgen am Boden losgelöst fühlen“, so die Architekt*innen. (kat)

Fotos: Marc Goodwin


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Kommentare

2

STPH | 14.02.2021 08:21 Uhr

...

Entfremdung wie auch Tourismus oder die Medienwelt generell aber auch Moderne, wie die Villa Savoy von LC. Man simuliert, bleibt unbeteiligt im Dachstübchen.
Kontemplative Distanz. Medien als Meditation, sich wegwünschen.

1

schmendrik | 12.02.2021 16:10 Uhr

Konsequentz

und warum nicht per Leiter zugänglich

 
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