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23.05.2018

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Betongitter im Wüstensand

Hörsaalgebäude von IDOM im senegalesischen Bambey


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Bambey in Westafrika liegt 120 Kilometer von der senegalesischen Hauptstadt Dakar entfernt. In dem Ort mit 20.000 Einwohnern ist im Rahmen eines von der Weltbank unterstützten Regierungsplans zur Verbesserung der Universitäten ein neues Hörsaalgebäude entstanden. Realisiert hat es das spanische, auf fünf Kontinenten vertretene, Büro IDOM als Erweiterung der bereits vorhandenen Universität.

Gelebt wird in Bambey in eher ärmlichen Verhältnissen und unter harten Bedingungen, die auch für das Bauen des Auditoriums eine Herausforderung darstellten. Bisher war der Universitätscampus kaum infrastrukturell erschlossen, einzig die Koppelung an die Landesautobahn N3 war vorhanden. Ein Kanalsystem, dauerhafte Trinkwasserzufuhr oder Versorgung mit Elektrizität gab es nicht.

Der Neubau reagiert mit dem doppelten Dach, doppelten Wänden und einer winddurchlässigen Fassade auf die extreme Sonneneinstrahlung und die Hitze von 35 bis 40 Grad. Durch das bioklimatische System kann die Innentemperatur ohne Zufuhr von Elektrizität um zehn Grad gesenkt werden. Zwischen den beiden Sandwichwänden wurde Zitronellagras gepflanzt, um Malaria-übertragende Mosquitos abzuwehren und den Raum zu erfrischen. Auf insgesamt 4.200 Quadratmetern sind Hörsäle für fünfzig beziehungsweise hundert Studierende, eine 500 Personen fassende Aula, Labore und Computerräume sowie Büroräume für Lehrpersonal verteilt.

Mittels einfacher, repetetiver Konstruktionsprinzipien konnten mehr als hundert Anwohner leicht in den Bauprozess eingebunden und für 6 Monate beschäftigt werden. Unter dem langen, auskragenden Dach, das wie ein Wüstenbaum als kühler Zufluchtsort fungiert, ist ein großflächiges Gitterwerk entstanden. Es besteht aus 2.000 Quadratmetern triangelförmigen, luftdurchlässigen Betonsteinen, die in situ mit Hilfe einer Edelstahlform gefertigt und luftgetrocknet werden konnten. Sie filtern die Sonneneinstrahlung auf der Südfassade und verleihen dem Gebäude seinen Charakter. Die farbige Savannenarchitektur ist zu einem funktionalen Meilenstein im Inland Senegals geworden, der gleichzeitig als sozialer Treffpunkt und Weiterbildungsort fungiert. (rc)

Fotos: Francesco Pinton


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Kommentare

1

mick | 24.05.2018 09:14 Uhr

Savannenarchitektur?

»Savannenarchitektur« (und zwar mit Anführungszeichen) gab es bislang nur in Zoos, nun also endlich ein Gebäude, dass diesen Titel wirklich verdient...?

 
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Das Universitätsgebäude in Bambey stammt von den spanischen Architekten IDOM.

Das Universitätsgebäude in Bambey stammt von den spanischen Architekten IDOM.

Das doppelte Dach des Universitätsgebäudes übernimmt die Funktion eines schattigen Wüstenbaums.

Das doppelte Dach des Universitätsgebäudes übernimmt die Funktion eines schattigen Wüstenbaums.

Die luftige Bauweise, schattenspendende Elemente und Farbpalette schaffen eine dem Kontext angepasste Savannenarchitektur.

Die luftige Bauweise, schattenspendende Elemente und Farbpalette schaffen eine dem Kontext angepasste Savannenarchitektur.



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