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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Grundstein_fuer_JVA_in_Berlin_682995.html

10.12.2008

Freigänger in Düppel

Grundstein für JVA in Berlin


Der Ortsteil Düppel am südlichen Berliner Stadtrand hat bisher außer einem etwas heruntergekommenen Museumsdorf wenig zu bieten. Die Insassen der dortigen Justizvollzugsanstalt (JVA) mussten bisher mit Baracken vorlieb nehmen. Zur Zeit befinden sie sich ausgelagert im Stadtteil Lichtenberg; ihre Baracken wurden abgerisssen. Heute ist die feierliche Grundsteinlegung für den Neubau der JVA, der an dieser Stelle nach einem Entwurf von Mahler Günster Fuchs (MGF) aus Stuttgart gebaut wird (siehe BauNetz-Meldung zum Wettbewerbsergebnis vom 30. Juni 2005).

Die JVA Düppel ist eine Anstalt des offenen Vollzuges. Der größte Teil der Inhaftierten sind Freigänger, die einer Arbeit außerhalb der Anstalt nachgehen. In den nächsten Monaten entstehen nun die Gebäude der Justizvollzugsanstalt mit einer Nutzfläche von 5.222 Quadratrmetern für 250 männliche Inhaftierte. Ca. 80 Justizvollzugsbedienstete werden dort Dienst leisten. Das U-förmige Bauvorhaben umfasst ein Hauptgebäude, in dem die Inhaftierten und die Verwaltung untergebracht sind. Daneben entstehen ein Verkaufsraum, in dem unter anderem die in vollzugseigenen Betrieben gefertigten Produkte angeboten werden, sowie eine Nebenanlage, in der dann Werkstätten und ein Carport untergebracht sind.

Das Preisgericht hatte den Wettbewerbsentwurf seinerzeit so bewertet: „Der klare U-förmige Baukörper ist an der städtebaulich relevanten Südwestecke des Grundstücks positioniert und schafft auf dem Gelände gut definierte Freiräume unterschiedlichen Charakters. Das Gebäude versucht nicht, sich der ‚ländlich‘ geprägten Umgebung anzupassen, sondern prägt mit seinen markanten dreigeschossigen Ziegelfassaden den Ort neu in Distanz und Kontrast zur umgebenden eher temporär wirkenden Ruderalbebauung.
Eine gute Funktionalität, gelungenen Baumassen- und Freiflächendisposition, hohe Wirtschaftlichkeit, kurz ein trotz der komplexen Aufgabe einfaches Gesamtkonzept mit großer Prägnanz zeichnet den Entwurf aus.“

Der Neubau kostet 13,6 Millionen Euro; die Inbetriebnahme der Anstalt ist für das erste Quartal 2010 vorgesehen. 


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