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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Geschaeftshaus_von_Barkow_Leibinger_in_Berlin_4566209.html

15.10.2015

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Detroit am Moritzplatz

Geschäftshaus von Barkow Leibinger in Berlin


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Das neue Aufbau Haus 84 ist ein veredelter Rohbau. Eine offene Stahlbeton-Skelettstruktur und einfache Materialien fügte das Berliner Büro Barkow Leibinger hier nach zwei Jahren Bauzeit zu einer Architektur für den urbanen Lifestyle zusammen. Irgendwie steckt die Atmosphäre von Industrie und Hafen in diesem neuen Anbau am Aufbauhaus in Berlin-Kreuzberg, wo Lofts, Gastronomie und die Kreativszene Platz finden sollen. Als Vorbild hat auch ein richtiger Hardliner der amerikanischen Industriearchitektur hergehalten: Albert Kahn, der mit seinen modernen Hallen für den Autohersteller Packard in Detroit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebensolche Raster wie jetzt Barkow Leibinger realisiert hat.
 
Städtebaulich schließen Barkow Leibinger eine Lücke in Kreuzberg zwischen dem historischen Elsnerhaus aus dem Jahr 1914 und dem 1. Bauabschnitt Aufbau Haus 85 von 2011 (Architekten Clarke und Kuhn). Als Blockrandbebauung bedient sich das fünf- bis siebengeschossige Gebäude eines klassischen Berliner Formats. Anstelle der Kleinteiligkeit historischer Fassaden tritt der Neubau mit großformatiger Gliederung auf: Hohe, repräsentative Geschosse und ein großzügiger Eingangsbereich formulieren einen Kopfbau zum Moritzplatz. Ein angeschlossener Zwischenbau entlang der Oranienstraße kommt mit reduzierten, funktionalen Geschosshöhen aus. Mehrere Einschnitte im Volumen, der trichterförmige Haupteingang und eine Art Loggia etwa, lösen das Raster subtil auf. 
 
Die Platzierung des Haus 84 in Nachbarschaft zu historischem Altbau und zeitgenössischem Neubau reflektieren die Architekten auch gestalterisch. Zwischen Fassadenrelief und Verkleidung aus Muschelsandstein des Elsnerhauses und der rauhen Sichtbetonfassade mit großformatigen Öffnungen von Haus 85 legen Barkow Leibinger eine setzkastenartige Struktur, in der sie Beton einerseits und Naturstein andererseits verwenden. Aus Granit sind die massiven Brüstungselemente, deren Maserung schließlich mit den glatten, vorgehängten Betonfertigteilen auf der Fassade konstrastiert. Die Rückseite erinnert wieder an Detroit. In der US-amerikanischen Stadt, deren Zentrum die Industrie mittlerweile verlassen hat, überwuchern die Bauten von Kahn und anderen längst. In Kreuzberg lassen Barkow Leibinger die Rückseite ihres Bauabschnitts ebenfalls bewachsen - vorne urban lifestyle, hinten urban romanticism. (sj)

Fotos: Stefan Müller, Ina Reinecke/ Barkow Leibinger


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Kommentare

15

Fritz | 19.10.2015 11:28 Uhr

richtig

das ist ein richtig gutes Gebäude. Glückwunsch

14

auch ein | 19.10.2015 09:42 Uhr

architekt

was heißt immer "die nachbargebäude berücksichtigen" ???

da stimmt ab und zu mal ne fenstersimskante die zufällig gleich zum nachbarn ist, sonst aber doch nichts!

13

mein Senf auch noch | 17.10.2015 13:37 Uhr

Detroit?

Formal erinnert die Fassade zwar stark an die 1950er-60er Jahre, wurde aber raffiniert variiert und auf Neuzeit-Niveau gebracht.

Aller Ehren wert ist, dass die Ecke städtebaulich geheilt wurde. Wie schade, dass der narzisstische Auftritt des Nachbarhauses damit konterkariert wurde -ooooch!

sehr gelungen!

12

ickeberliner | 17.10.2015 00:48 Uhr

Kritik unverständlich

Liebe Vorredner,
ich verstehe Ihre Kritik nicht! Das Gebäude musste sich an den vorherrschenden Gegebenheiten der Fassade des ersten Baubabschnitts anpassen, das tut es. Die Fassade erscheint bestimmt auf den ersten Blick schlicht, jedoch ist sie mit sehr viel Liebe fürs Detail geplant: sie springt liebevoll und weist verschiedene Materialen auf. Kritik natürlich immer gern, aber so harsch. Machen Sie es doch besser, meine Damen und Herren... Was haben Sie erwartet? Einen Bilbao-Gehry?!

11

bigwer | 16.10.2015 16:49 Uhr

gut gelungen

Den Vergleich mit Detroit hat das Gebäude nicht nötig. Es steht für sich. Eines der besten Projekte die in den letzten Jahren in Berlin gebaut wurden!

10

rnb | 16.10.2015 14:50 Uhr

im Gegenteil

Ich finde das Gebäude sehr gelungen. Es steht mit seiner wohldurchdachten und ausgezeichnet detaillierten Rohheit Berlin gut zu Gesicht. Das ist elegant im understatement und sicher nicht banal und plump.

9

d.teil | 16.10.2015 14:14 Uhr

leider........

....muss ich mich den hier niedergeschriebenen Sichtweisen anschliessen. Der 1. Bauabschnitt ist ziemlich HUI. Der nun volrliegende 2. Bauabschnitt leider Richtung PFUI (ohne dass er nun gänzlich daneben ist). Leider vertragen sich beide Bauabschnitte nicht; eine Symbiose beider Bauten wäre auch meines Erachtens der richtige Ansatz gewesen.
Die "neu geschaffene" Eingangssituation zu Modulor ist schlecht.

8

Martin Peters | 16.10.2015 14:04 Uhr

Schlechter Investorenkram?

Ich weiss ja nicht, in welcher Welt die Kritiker hier leben, aber wenn das "Investoren-Standardware" sein soll, dann bräuchten wir uns keine Sorgen machen über die Architektur in Deutschland.

Anders gesagt, ich finde es gut. Nicht perfekt, aber absolut passend für die Ecke usw.

7

Umberto | 16.10.2015 13:29 Uhr

MoritzPlatz

Ich fühle mich eher an die schnell hochgezogenen 50er-Jahre Nachkriegsbauten in west-deutschen Innenstädten erinnert. Und über den architektonischen Charme der Citycenter von Wolfsburg oder Hannover lässt sich streiten.

Insgesamt gestalterisch wirklich plump. Schade, dass das jetzt so da rum steht.

Den Anschluss an das Aufbauhaus finde ich auch sehr schwierig. Sieht wie ein grober Ausrutscher aus...

6

eon | 16.10.2015 12:17 Uhr

...

Ditt is Berlin wa! Und mal wieder wurde es nicht ansatzweise geschafft, die Möglichkeiten die diese Stadt mit Ihren (nur noch wenigen ) Freiräumen bietet architektonisch wertvoll zu nutzen. Der Moritzplatz war vor dem Krieg ein Dreh und Angelpunkt Kreuzbergs, ein Zentrum öffentlichen Lebens. Die Chance hier wieder was Tolles auf die Beine zu stellen, wurde bereits mit dem unsagbar hässlichen Modulorhaus vertan. Jetzt das. Man kann wirklich nur den Kopf schütteln über die ganzen Menschen die im Senat hinsichtlich Stadtentwicklung etwas zu sagen haben. Da muss man sich fast einen Arm brechen um irgendeine kleine Gaube bei einem DG Ausbau genehmigt zu bekommen, aber solche Hässlichkeiten und andere (Ich sag nur Mediaspree! Wer wurde hier eigtlich von Coca Cola geschmiert?) werden durchgewunken. Ich bin echt fassungslos.

5

Sieben | 15.10.2015 22:58 Uhr

Anschluss Aufbauhaus - Argh !

Ich fahre fast täglich am Gebäude vorbei und bin immer wieder sprachlos über den unglaublichen Anschluss an das Aufbauhaus im Bereich der verglasten Gebäude-Ecke. Das tut jedesmal weh ! Wie kann so etwas passieren ?

4

Peter | 15.10.2015 18:33 Uhr

Was soll das???

Warum? Weil`s billig ist?
Warum Hallen eines amerikanischen Autoherstellers als Vorbild für ein innerstädtisches Geschäftshaus in Berlin???
Au weh, au weh... Ohne Sinn und Verstand.

3

Arch-Tourist WM | 15.10.2015 16:50 Uhr

Erschreckend banal und plump

stellt sich dieser Neubau an der Strassenfassade dar.
Die inneren, rauhen und funktionalen Qualitäten mögen angemessen und gut sein.
Trotz aller journalistischen Herleitung der "Bezüge" gestaltet sich das Haus eher wie eine Investoren-Standardware.
Schade. Der Platz und der exzellente 1.BA des Aufbauhauses hätten eine andere Nachbarschaft verdient.

2

remko | 15.10.2015 16:00 Uhr

....

auf Bild 7 kam wohl ein Strassenschild einem motorisierten Architektur-Enthausiasten in die Quere.

1

Martin Schubert | 15.10.2015 15:44 Uhr

Warum?

Warum Detroit, warum am Moritzplatz, warum muss diesem sowieso schon extrem fragmentierten Teil der Berliner Innenstadt dieses 60er-Jahre-Fabrikgebäude aus Wuppertal (nichts gegen Wuppertal) zugefügt werden? Da hilft auch alles Schönschreiben nichts. Besonders an grauen Tagen wie heute, von denen es ja leider recht viele gibt, ist diese Tristesse einfach nur: ärgerlich.

 
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