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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Fussgaengerbruecke_bei_Jiangmen_von_LUO_studio_7868349.html

11.03.2022

Bogen mit Wetterschutz

Fußgängerbrücke bei Jiangmen von LUO studio


Die Landschaft um Jiangmen in der südchinesischen Provinz Guangdong ist geprägt von weitläufigen Wassersystemen. Schmale Kanäle fungieren hier als wichtige Transportwege und machen zahlreiche Brücken erforderlich. Im öko-kulturellen Resort Gulou Waterfront wurde im Januar zwischen einem Geschäftsareal und einem Erholungsgebiet für Kinder eine Fußgängerbrücke aus Holz fertiggestellt. Die Brücke greift die traditionelle chinesische Bogenform auf und wird von einem fast komplett geschlossenen Aufbau umfangen. Der Entwurf kommt vom Pekinger Büro LUO studio, Auftraggeber war Jiangmen OCT, der Betreiber des Freizeitparks.

Die Brücke erhebt sich in ihrer Mitte mehr als vier Meter über dem Kanal, sodass Boote verschiedener Größen problemlos unter ihr hindurchfahren können. Dazu wurden die tragenden Plattformen auf beiden Seiten der Brücke 1,35 Meter über dem Wasserspiegel errichtet. Die dazwischen liegende Bogenkonstruktion hat eine Höhe von 2,8 Metern. Auf Grundlage geologischer Untersuchungen wurde die Spannweite der Brücke auf 25 Meter festgelegt. LUO studio planten mit drei großen gebogenen Balken als Haupttragwerkskomponenten, die parallel zueinander mit einem Abstand von 2,8 Metern angeordnet sind. Sie wurden beim Transport in drei Abschnitte geteilt, auf der Baustelle zusammengefügt und mit stahlverstärkten Bolzen verbunden.

Um die Brückenkonstruktion zu stärken und die Passant*innen vor Sonne und Niederschlägen zu schützen, wurde ein überdachter Korridor auf der Brücke errichtet. Damit folgt die Gestaltung einer alten Tradition der Region. Beide Außenseiten sind mit schräg gestellten Metallplatten bedeckt, um einen wirksamen Regenschutz zu erzielen und zugleich einen relativ geschlossenen, „kontemplativen“ Raum zu schaffen, der nach der Vorstellung der Architekt*innen Geborgenheit vermitteln soll. Licht fällt durch ein 1,5 Meter breites Oberlichtband in der Mitte des Daches. Durch schmale Spalte zwischen den seitlichen Metallplatten und auch zwischen den Stufen, die auf die Brücke hinaufführen, ist das Wasser zu sehen.

Während die großen Balken, die die Hauptlast des Brückenkörpers tragen, über eine Querschnittsgröße von 600 mal 300 Millimetern verfügen, haben die Bestandteile des Aufbaus nur Querschnitte zwischen 100 mal 100 und 100 mal 50 Millimetern. Sie sind mit den drei Hauptbogenträgern verzahnt und dienen als Unterzüge. Darüber hinaus sind die beiden Enden dieser Unterträger mit aufwärts gerichteten Bauteilen kombiniert, um ein stabiles Kräftedreieck zu bilden. Damit die strukturelle Stabilität des überdachten Korridorraums gewährleistet wird, setzte das Entwurfsteam horizontale Verbindungsstangen in den mittleren Abschnitt und fügte zudem zwei Aussichtsplattformen auf beiden Seiten hinzu.

Alle verwendeten Materialien wurden industriell vorproduziert und – mit Ausnahme der drei Hauptträger, die man mit maschineller Hilfe installierte – vor Ort per Hand zusammengebaut. (da)

Fotos: Jin Weiqi


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