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19.11.2019

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Frankenberger Schlange

Fuß- und Radwegbrücke von Sauerzapfe Architekten


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Auf der stadtpolitischen Agenda der Stadt Frankenberg im Freistaat Sachsen steht die „Attraktivität der Altstadt“ ganz weit oben. Dazu gehört auch die Wegeverbindungen aus der Stadt hinaus in den vorgelagerten Landschaftspark Zschopau-Aue. Im Jahr 2017 erhielt die Gemeinde einen Förderzuschuss des Landes Sachsen von 3,5 Millionen Euro für den Bau einer Brücke, die seit ihrer Fertigstellung 2019 Fußgänger und Radfahrer problem- und gefahrlos in die naturnahe Aue befördert. Für die Objektplanung zeichnet das Berliner Büro Sauerzapfe Architekten verantwortlich.

Ein derart großes und planungsintensives Projekt weckt schnell das Interesse der Anwohner*innen und Lokalpresse, der Kosename „Schlange“ hat sich zügig etabliert und beschreibt die Brücke in Form und Gestalt treffend. Mit 262 Metern Länge und 2,5 Metern Breite schlängelt sich die Schrägseilzugbrücke mit einem schrägen Mittelpylon über die Bundesstraße B169, den Betriebsgraben der Wasserkraftanlage und mündet schließlich in den Zschopautalradweg. Die Brücke kann in der Nacht farbig angestrahlt werden, der Handlauf ist mit einer integrierten LED-Beleuchtung ausgestattet. Für die Barrierefreiheit darf die Steigung der Brückenrampen fünf Prozent nicht überschreiten. Der daraus resultierende Längenzuwachs  war maßgebend für die sich windende Gestalt.  
 
Für die Planung des anspruchsvollen Tragwerks mit komplexer Geometrie arbeiteten Sauerzapfe Architekten mit den drei Tragwerk- und Ingenieursbüros ifb frohloff staffa kühl ecker (Berlin), Klähne Bung Ingenieure (Berlin) und schlaich bergermann partner (Stuttgart) zusammen. Das Brückendeck besteht aus einem geschweißten 40 Zentimeter hohen Hohlkasten, dessen kurveninnere Kammern mit Beton als Ballast gefüllt sind und so Schwingungen reduzieren. Laut Projekttext wurde auch aus ästhetischen Gründen ein unkonventioneller Querschnitt gewählt – die Querschotten unterbrechen die Stege und werden so sichtbar – der damit hohe Anforderungen an die schweißtechnische Planung stellte. Für die städtebauliche und landschaftliche Einordnung kooperierten die Architekten mit Weidinger Landschaftsarchitekten (Berlin). Im Rahmen der Landesgartenschau Sachsen, die im Oktober zu Ende ging, konnten 400.000 Besucher*innen das ungewöhnliche Brückenwerk bestaunen. (kg)

Fotos: Bernd Hiepe, Hans Christian Krass, Landesgartenschau GmbH, Christo Libuda


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Kommentare

2

chripe | 20.11.2019 09:42 Uhr

Herr Schlaich...

macht jetzt wohl auf Exportschlager?!
Das "Rügener Original" gefällt mir jedoch deutlich besser. Nicht zuletzt aufgrund der stützenfreien Konstruktion.

1

STPH | 19.11.2019 18:03 Uhr

...

für meinen Geschmack hätte es auch einfach nur die Schlange gemacht, ganz ohne Wäscheleine.

Überhaupt ist die ungestörte Horizontale als unterhöhlter Horizont viel aufregender. Wieder mal das less ist more.

Ganz normale Autobahnbrücken, am besten noch ohne Mittelpfeiler sind wahre Raummaschinen.

 
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