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09.05.2018

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Innovationsfluss in Kleeblattform

Forschungsgebäude von HENN in Darmstadt


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Der Darmstädter Sitz des Chemie- und Pharmaunternehmens Merck, der sich über ein ganzes Quartier um die Frankfurter Straße herum erstreckt, soll schrittweise vom Produktionsstandort zum Technologie- und Wissenscampus entwickelt werden. Im Zentrum dieser Transformation steht ein neues Innovation Center, das jüngst fertiggestellt und vergangene Woche öffentlich vorgestellt wurde. Der Entwurf stammt von HENN (München/Berlin), die bei der Umsetzung mit Bollinger + Grohmann Ingenieure (Berlin), ZWP Ingenieure (Wiesbaden) und den Landschaftsarchitekten Topotek 1 (Berlin) kooperierten. 

Von außen präsentiert sich der Neubau als nüchtern-rechtwinkliges Volumen, dessen Orthogonalität Bezug auf die angrenzenden Gebäude nimmt. Durch seine Zurücksetzung von der Straße entstand ein neuer öffentlicher Raum, der Emanuel-Merck-Platz. Der transparenten Fassade mit umlaufenden, geschosshohen Fensterbändern sind offene, vertikale Außenlamellen in unterschiedlichen Winkelstellungen vorgesetzt, um eine dynamische Wirkung zu erzielen. 

In dem überraschend bewegten Innenleben materialisiert sich der Begriff „Innovationsfluss“ geradezu sprichwörtlich: Brücken, Treppen und Rampen schwingen förmlich durch die Geschosse, sodass die Ebenen scheinbar nahtlos ineinander übergehen. Auf jedem Level gibt es zwei diagonal gegenüberliegende Arbeitsflächen – der Raum soll sich für die Zusammenarbeit zwischen den Projektgruppen auf kommunikative Weise öffnen. Inspirationsquelle für diese Struktur war ein vierblättriges Kleeblatt. Entlang der Fassade und auf Mezzaninen sind Konzentrations- und Meetingräume angeordnet, das Erdgeschoss nimmt ein Café, eine Lounge und ein Auditorium auf. Darüber hinaus gibt es eine Bibliothek im ersten Obergeschoss sowie eine Werkstatt in der obersten Etage.

Die Stahlbetonverbundkonstruktion mit Spannweiten bis zu 20 Metern ermöglicht stützenfreie Arbeitsflächen. Die Lasten werden von Trägern entlang der Fassaden und von nur vier Innensäulen aufgenommen, deren hochpolierte, spiegelnde Edelstahlhülle sie fast im Raum aufgehen lässt. Um sie herum scheinen die sich kreuzenden Brücken, die das Zentrum des Gebäudes verdichten und die Raumhöhe von sechs Metern über den Arbeitsplätzen auf drei Meter verringern, zu fliegen wie breite Bänder aus Beton.

Über eine Freitreppe ist das Innovation Center mit einem Mitarbeiterrestaurant verbunden, das ebenfalls Teil der Bauaufgabe war und die geschwungene Formensprache weiterführt. Auch hier ist alles im Fluß: gewendelte Treppen, ovale Tresen sowie ein nach Vorbild des Innovationzentrums in der Gebäudemitte verdichteter Raum, der sich zu den Ecken hin weitet. (da)

Fotos: HG Esch


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Kommentare

6

Visionär | 15.05.2018 15:36 Uhr

Jau

Toller Bau. Passt auch gut zu den Nebengebäuden. Durch den vielen Sichtbeton im Inneren, wirkt der Bau aber auch kalt.

5

ixamotto | 14.05.2018 11:18 Uhr

an 'durden'

Ich nehme an, die drei Kommentator*innen finden das Projekt einfach sehr gelungen und schreiben deswegen lobende Anmerkungen. Wie kommen Sie darauf, dass es drei Praktikant*innen von HENN sind? Können Sie das belegen?
Mir gefällt das Projekt auch. Falls Sie jetzt gleich wieder losspekulieren: Ich bin übrigens kein Praktikant bei HENN und war auch nie einer...

4

durden | 14.05.2018 09:22 Uhr

oha!

wurden die praktikanten bei HENN dazu verdonnert, hier jubelarien zu schreiben?

3

Davide | 10.05.2018 13:27 Uhr

Tolles Projekt!

Sehr schön ausgeführt - schlicht, aber gerade nicht banal, besonders auch die Fassade!
Die Raumwirkung innen erinnert stark an das Mercedes Museum, ohne so kompliziert zu sein.

2

LAMAA | 09.05.2018 18:51 Uhr

WOW

Sehr SCHÖN, herzlichen Glückwunsch!
Die Stützen sind der Hammer.

1

Christoph | 09.05.2018 16:38 Uhr

FLOW

...endlich mal ein schönes Projekt hier zu sehen - nach all den Rasterfassaden und der Klotz- und Klötzchenschwemme. Gratulation!

 
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Vor dem Merck Innovation Center öffnet sich eine neue Piazza: der Emanuel-Merck-Platz.

Vor dem Merck Innovation Center öffnet sich eine neue Piazza: der Emanuel-Merck-Platz.

Nach außen präsentiert sich der orthogonale Baukörper klar strukturiert und mit transparenter Fassade.

Nach außen präsentiert sich der orthogonale Baukörper klar strukturiert und mit transparenter Fassade.

Innen dagegen ist einiges los ...

Innen dagegen ist einiges los ...

... Brücken, Treppen und Rampen fließen in organischen Schwüngen durch die Geschosse, sodass die verschiedenen Ebenen scheinbar nahtlos ineinander übergehen.

... Brücken, Treppen und Rampen fließen in organischen Schwüngen durch die Geschosse, sodass die verschiedenen Ebenen scheinbar nahtlos ineinander übergehen.

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