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01.07.2019

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Gebauter Marktplatz in Berlin

Firmenzentrale von HENN und Kinzo eröffnet


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Vertikaler Marktplatz, Living Rooms, Catwalks, Neighbourhoods – Diagramme und Pressemitteilung zur neuen Firmenzentrale des Online-Modehändlers Zalando überschlagen sich geradezu vor architektonischen Schlagworten. Sogar von einer morphologischen Neuinterpretation des Berliner Blocks ist die Rede. Doch letztlich handelt es sich bei den beiden Baukörpern nahe der East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain um nicht mehr als einen Bürobau, der flexible Räume für die viel beschworene neue und kreative Bürowelt bieten will.
 
„Nicht das Büro oder der einzelne Arbeitsplatz ist das raumbildende Kriterium, sondern der Weg dorthin ist entscheidend,“ schreiben HENN (München, Berlin, Peking) über ihr Projekt, das auf einen Wettbewerbsgewinn im Jahr 2015 zurückgeht. Eine tribünenartige Treppenanlage im Erdgeschoss, offen geführte Treppenläufe und geschwungene Brüstungen auf allen sechs Obergeschossen machen den Fokus auf die Bewegung im Haus sinnfällig. Erklärtes Ziel: Interaktion und Kommunikation der Mitarbeiter*innen stärken und dadurch Kreativität fördern. Dazu dienen auch die sogenannten Livingrooms, in denen man „Sitzlandschaften in Coworking-Optik, Kitchenetts mit Holztischen und Barhockern, eine Balustrade mit Platz fürs Laptop und einen Blick durch den ganzen Campus“ findet. Verantwortlich für Konzeption und Gestaltung der Innenräume ist das Büro Kinzo Architekten (Berlin).
 
Im Zentrum des größeren der beiden Bauten liegt eine eindrucksvolle, gebäudehohe Lobby in Sichtbetonoptik, die – passend zum Geschäftsfeld – als „vertikaler Marktplatz“ tituliert wird. Über diesen „Marktplatz“ schreiben HENN: „Von Küchen, Sporträumen bis Kitaflächen – hier finden die Nutzer des Gebäudes alles, was flexibles Leben und Arbeiten möglich und angenehm macht.“ Bei so viel Fokussierung auf das Geschehen im Haus, ist es nur logisch aber trotzdem ein bisschen schade, dass dieses außen wenig aufregend aussieht. Denn trotz mancher ästhetischer Akzentuierung ahnen die Passanten auf der Straße nicht wirklich, welche räumliche und gestalterische Vielfalt sich im Inneren entfaltet. Auf 43.000 Quadratmetern Bürofläche gibt es Platz für 2.300 Mitarbeiter*innen.

Die erhoffte Kreativität, die die Räume im Neubau fördern sollen, wird gefragt sein. Das Geschäftsmodell Zalandos, Kleidung bei Markenherstellern einzukaufen und dann weiter zu veräußern, trug über zehn Jahre, doch die Trends im Online-Shopping gehen aktuell in eine andere Richtung: Zalando will deshalb zu einer Plattform werden, die weit mehr als nur Kleidung anbietet. (gh)

Fotos: HG Esch, Sebastian Dörken, Lukas Huneke


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Kommentare

9

Aua | 10.07.2019 16:51 Uhr

Reinterpreatation Berliner Block

Konzeptfindung ala HENN...
Wäre ich ein Berliner Block, wäre ich bei dem Vergleich sowas von beleidigt!

8

Dr. Yikes | 09.07.2019 20:19 Uhr

Jap

Kein Kommentar!

7

peter | 02.07.2019 17:48 Uhr

firmenzentrale?

wenn man nicht wüsste, dass es eine firmenzentrale ist, könnte man es für ein skandinavisches schulhaus halten - was ja erstmal nichts schlechtes ist.

6

STPH | 02.07.2019 15:04 Uhr

immerhin

auch hier die großartige Berliner Traufkrone

5

ERU | 02.07.2019 09:07 Uhr

HENN

GLÜCKwunsch

4

n.o.w. | 01.07.2019 22:18 Uhr

Objektivität / Stadt / Doppel-XX

Hans Peter, ich kann nicht erkennen weshalb das ein Kommentar sein sollte, dem Geschwurbel der Architekten werden lediglich Fakten gegenübergestellt. Wenn das entlarvend ist und kommentarhaft anmutet, liegt das an den Zitaten.

Stadt wollen die Gebäude wirklich nicht, vielleicht wäre das aber an diesem Unort, umgeben von Unarchitektur, zu viel verlangt gewesen. Sehr traurig, wie mit diesem "Quartier" eine große Chance vergeben wurde, Friedrichshain und Kreuzberg näher zueinander wachsen zu lassen. Für Berlin ist hier ein völlig wertloser Parasit entstanden. Dazu tragen auch diese Häuser ihren Teil bei.

Zum Thema "morphologische Neuinterpretation": das haben BRT schon 1995 in Hamburg gebaut. Auch dort natürlich schon ohne jeglichen Bezug nach außen.

3

Moppelhuhn | 01.07.2019 21:14 Uhr

So eine schöne Treppenanlage ...

... im Lichthof, aber warum dann so viele Aufzüge?

2

Hans Peter | 01.07.2019 16:56 Uhr

Objektiv?

Objektivität sieht etwas anders aus. Dieser Artikel ist keine Meldung, sondern eher ein Kommentar.

1

Flaneur | 01.07.2019 16:04 Uhr

Stadt ist hier nicht.

Schöne Innenwelten. Und Außen im EG: Glatt geputzte Langeweile. Der Stadt möchte dieses Gebäde nichts sagen. Ein Geben und Nehmen gibt es nicht mehr. Die
Straße wird auf ihre Versorgungsfunktion reduziert.
Schade das so etwas genehmigungsfähig ist.

 
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Der Neubau von HENN und Kinzo  in Berlin-Friedrichshain wurde vergangenen Freitag eröffnet.

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Die Struktur des Hauses mit dem Atrium sorgt für gute Belichtung in allen Bereichen des tiefen Baukörpers.

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Im Erdgeschoss des Atriums gibt es eine tribünenartige Treppenanlage.

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Das Konzept für die Innenraumgestaltung stammt vom Berliner Büro Kinzo, das zusammen mit HENN bereits den Wettbwerb 2015 bearbeitete.

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