Planschbecken bis Grünband
Finalisten des European Prize for Urban Public Space 2026
Es ist wieder Zeit für den European Prize for Urban Public Space, den das Centre de Cultura Contemporanìa de Barcelona (CCCB) alle zwei Jahre vergibt. Ausgezeichnet werden europaweit realisierte Projekte im städtischen Raum, die beispielhafte Antworten auf Fragen der Klimaanpassung, räumlichen Gerechtigkeit und Mobilitätswende geben.
Für die 13. Ausgabe des Preises vermeldet das CCCB eine Rekordbeteiligung von 381 Einreichungen aus 38 europäischen Ländern. Der internationalen Jury steht dieses Jahr Architektin Eva Prats vor. Des Weiteren gehören ihr an: Angelika Fitz vom Architekturzentrum Wien, Monika Konrad (Amt für Architektur und Stadtplanung Warschau), Architektin Inês Lobo, Landschaftsarchitekt Bas Smets, Kunsthistoriker Philip Ursprung sowie Architekturtheoretiker Lluís Ortega. Sie wählten zunächst 25 Projekte für die Shortlist aus, von denen nun fünf in die finale Runde gehen.
Die räumliche Größenordnung bewegt sich dabei zwischen einem Grundstück mit gerade mal 205 Quadratmetern Fläche und einem 48 Kilometer langen Grünband. So verschieden die fünf Projekte auch sind, sie eint die Transformation von Industriebrachen und auf das Auto zugeschnittenen Verkehrsflächen zu klimaangepassten, grünen Begegnungsorten.
Die Finalisten im Überblick:
- Zuidpark in Antwerpen von Tractebel, atelier adr und Georges Descombes: Ein auf dem Gelände dreier zugeschütteter alter Hafenbecken liegender Parkplatz wurde entsiegelt und in einen Stadtpark transformiert.
- Plaça de les Glòries in Barcelona von Agence TER, Ana Coello Paisatge i Arquitectura, Meta Engineering – Quadrante: Der urbane Verkehrsknotenpunkt, an dem drei Magistralen aufeinandertreffen, wurde vertikal neu organisiert und in einen grünen, fußgängerfreundlichen Stadtplatz umgewandelt.
- Public baths on the roundabout in Logroño von Leopold Banchini Architects: Eine Brunnenanlage auf einem innerstädtischen Kreisverkehr verwandelte sich im Rahmen eines Kulturfestivals in ein temporäres öffentliches Planschbecken.
- The Leça river green corridor in Matosinhos von Laura Roldão: Entlang des Flusses Leça wurde die durch Industrie, Landwirtschaft und Verkehr stark beschädigte Landschaft renaturiert und ein 48 Kilometer langer grüner Korridor geschaffen, der als Rad- und Fußgängerinfrastruktur vier Gemeinden verbindet.
- Park of Peace in Vicenza von EMF – Estudi Martí Franch, PAN Associati, ITS Engineering Company, Studio Franco Zagari: Auf einem ehemaligen Flugplatz entstand ein 65 Hektar großer ökologischer Park mit Fokus auf Wassermanagement und Wiederherstellung der Artenvielfalt.
Am 14. Oktober präsentieren die nominierten Finalistenteams ihre Projekte der Jury. Der Gewinner wird bei der Preisverleihung am 15. Oktober bekannt gegeben. (da)