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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Erweiterung_eines_Krebszentrums_in_Kopenhagen_von_Leth_-_Gori_6431887.html

07.03.2019

Achtsamkeit im Elefantenhaus

Erweiterung eines Krebszentrums in Kopenhagen von Leth & Gori


Zugegeben, der Titel führt etwas in die Irre – schließlich ist es nicht das Elefantenhaus, das Leth & Gori (Kopenhagen) für das Kopenhagener Krebs- und Gesundheitszentrum umbauen ließen, sondern eine Kapelle aus dem späten 19. Jahrhundert. Der Andachtsbau erinnert jedoch mit seinen großen Toren an den Giebelseiten an das einstige Elefantenhaus im Zoo der dänischen Hauptstadt, das kürzlich abgerissen wurde, um BIGs Pandahaus Platz zu machen. Schon länger trägt die Kapelle daher lokal diesen Spitznamen, der nun auch zur inoffiziellen Bezeichnung des Projekts und der Einrichtung wurde.

Als Teil des gegenüberliegenden Rehabilitationszentrums, das 2012 nach Plänen von NORD Architects fertiggestellt wurde, wendet sich das Programm des Elefant Huset vorwiegend an Männer mit Krebserkrankung. Die neuen Räume umfassen 445 Quadratmeter und dienen als Treffpunkt und Veranstaltungsort. Zudem werden dort Fitness und Muskeln trainiert sowie Yoga und Achtsamkeit praktiziert.

Wie schon das Haupthaus folgt die Erweiterung dem britischen Maggie’s-Prinzip: Die lokalen Beratungs- und Versorgungszentren streben auch durch ihre Gestaltung einen heilungsunterstützenden Effekt an. Leth & Gori, die bereits beim Dachaufbau in Fredensborg feinsinnigen Umgang mit Baumarktmaterial bewiesen, nutzten wiederum denkbar günstige Baustoffe, um die Kapelle behutsam entsprechend der zukünftigen Nutzung umzuformen. Der Fokus lag dabei auf Details und Oberflächen, geplant wurde in enger Absprache mit den Angesetllten und Bewohnern des Zentrums.

Tageslicht und eine warme Atmosphäre in den merkwürdig verbauten Kapellenraum zu bringen, lautete das oberste Ziel der Baumaßnahmen. Dabei waren die Kopenhagener Architekten stets darauf bedacht, sensibel mit dem Bestand und den Spuren der Zeit umzugehen. Die Kalksteinwände, Terrazzoböden und Kassettendecken der Kapelle treffen nun auf hölzerne Einbauten, neue Stahltore und Fenster und ein aus dem Vorgefundenen entwickeltes Farbkonzept in Blau, Weinrot und sattem „Kopenhagen-Grün“. (kms)

Fotos: Laura Stamer


Zum Thema:

Mehr zu Healing Architecture in den Baunetzwochen#404 und #522.


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