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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Einfamilienhaus_in_Vorarlberg_von_firm_Architekten_7584278.html

14.04.2021

Quadratisch, praktisch, Holz

Einfamilienhaus in Vorarlberg von firm Architekten


Auf einem Südhang in Vorarlberg liegt der Ortsteil Gampelün der Marktgemeinde Frastanz. Inmitten der malerischen Landschaft, zwischen traditionellen Bauernhäusern und Scheunen, steht ein moderner Holzquader, entworfen vom Lustenauer Büro firm Architekten. Der Mini-Wohnturm hat mit altherkömmlichen Bauten der Region nichts zu tun. Und trotzdem knüpft der Bau an eine alte Familientradition an. Das liegt an dem Holz, das für den Neubau verwendet wurde und aus familieneigenen Wäldern der Bauherrin stammt. De facto wurden hierfür Bäume gefällt, die die Urgroßeltern gepflanzt hatten, nachdem sie selbst ihr Haus aus Eigenholz errichtet hatten. Um der Tradition treu zu bleiben, wurden auch dieses Mal 750 Jungbäume gepflanzt.

Die Architekt*innen konzipierten einen kompakten und klar gegliederten Baukörper auf einem Betonsockel über quadratischem Grundriss. Sie errichteten das Haus in Holzmassivbauweise und verkleideten es außen mit Holzlamellen aus Fichte. Aufgrund der Hanglage dient der Sockel auch als Fundament. Sowohl Fensteröffnungen als auch Lamellen betonen die Horizontale und unterstreichen die schlichte Gestaltung des Hauses. Um im Erdgeschoss eine großzügige Fensterfront im Ess- und Wohnbereich zu ermöglichen, wurden drei Holzstützen vorgesehen. Von hier aus lässt sich der Blick auf die familieneigenen Bäume genießen. Holz, soweit das Auge reicht, findet sich auch im Inneren wieder. Hier wurden Wände und Decken aus Fichtenholz gefertigt, für Fenster, Möbel und Akustikdecke kam Tanne zum Einsatz, während für die Dielenböden und die Treppe Buchenholz verwendet wurde.

Ein überdachter Autostellplatz zwischen alter Scheune und neuem Holzquader ergänzt das Bauprojekt. Die Architekt*innen sehen diesen kleinen Baukörper mit weit auskragendem, organisch geformtem Dach und Sitzplatz als Bindeglied zwischen Alt- und Neubau. Der Brückenschlag gelingt über die verwendeten Materialien. Der  Beton schafft eine Verbindung zum steinernen Sockelgeschoss der Scheune, während die aus Ulmenholz gefertigte Sitzbank samt Tisch auf den modernen Quader nebenan verweist. Das Holz für Bank und Tisch stammen selbstverständlich ebenfalls aus dem eigenen Wald.

Dass firm Architekten sich in dieser Gegend und mit regionalen Ressourcen auskennen, konnten sie auch bei ihrem Wohnhaus im Bregenzerwald unter Beweis stellen. (dsm)

Fotos: Adolf Bereuter


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