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15.08.2022

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Leben in der Holzschatulle

Einfamilienhaus in Toyota von Nori Architects


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Gute Wohnhäuser in japanischen Metropolen bringen meist zwei Qualitäten mit: Sie stellen zum einen möglichst viel Platz auf möglichst wenig Raum bereit und verbinden zum anderen schlichten Pragmatismus mit unkonventionellen Wohnideen. So auch der Bau, den das in Tokio sitzende Büro Nori Architects für eine junge vierköpfige Familie in der auf Japans Hauptinsel Honshu gelegenen Stadt Toyota entworfen hat. Wie der Name schon sagt, zeichnet sich das Minimum House außerdem dadurch aus, dass es mit einem Miminum an Baumaterialen und Aufwand sowie kleinem Budget errichtet wurde. Die einfache und klar verständliche Struktur soll den Bewohner*innen ermöglichen, künftige Reparaturen und etwaige Änderungen selbst vorzunehmen.

Schon das landestypisch beengte Baugrundstück stellte eine Herausforderung dar: Lang und extrem schmal erstreckt es sich von Ost nach West und wird dabei an drei Seiten von einer dicht angrenzenden Nachbarbebauung umzingelt, während an der vierten Seite eine Straße verläuft. Nori Architects konzipierten einen kompakten, kastenförmigen Dreigeschosser mit einer Bruttogrundfläche von 88 Quadratmetern, dessen Höhe circa sechs Meter beträgt. Die leichte Holzkonstruktion wurde außen mit Faserzementplatten gedämmt, während die Architekt*innen im Inneren auf Verkleidungen verzichteten. So entstanden warme, kokonartige Räume, in denen die Gebäudestruktur inklusive Rohrleitungen und Verkabelungen freiliegt.

Aufgrund der nahen Nachbarbebauung zeigt sich das Haus an seinen Längsseiten weitgehend geschlossen. Es öffnet sich jedoch an der vorderen Schmalseite und an der südöstlichen Ecke im Bereich des zweiten Obergeschosses. Hier befindet sich auch das Zentrum das Hauses: ein Wohnzimmer mit doppelter Höhe, das zugleich als Verbindungsraum zwischen oberster Ebene mit Kinder- und Schlafzimmer und Eingangsebene mit Küche, Essbereich, Bad und Multifunktionsraum dient. Der Eingangsfront ist zudem eine teils mit Drahtgeflecht, teils mit Kunststoffplatten ausgefachte Stahlkonstruktion vorgelagert, die mit einer überdachten Terrasse und einer Veranda im zweiten Obergeschoss zwei Außenwohnräume bietet. (da)

Fotos: Jumpei Suzuki


Kommentare

7

Krzysztof | 26.08.2022 09:44 Uhr

Urban Context

Schöne Blick aus dem Wohnzimmer an einer Tankstelle.
Sehr grüne Gegend...

6

joscic | 16.08.2022 15:17 Uhr

Bilder 5 und 25

Frau steht in der Küche. Interessant, wie sich progressive Architekten das moderne Leben immer noch so vorstellen.

5

Frauke | 16.08.2022 14:26 Uhr

Dieses Land Asien

@spacearc. Das Haus in Singapur hat mir auch besser gefallen. Gestattet sei dazu aber der Hinweis: Singapur ist nicht in Vietnam, sondern ein eigener Stadtstaat mit ziemlich spannender Architektur.

Die zeitgenössischen Vietnamesischen Häuser für die es auch tolle Beispiele gibt, gehen teilweise auch in Richtung japanischer Projekte wie zB die von Sanaa.

Das Haus in Singapur hingegen hat mich auch stark an das Projekt U-Haus von Toyo Ito (aus Japan) erinnert. Und das Büro ist aus Shanghai ( In China). Insofern muss man glaube ich gar nicht zu viel Kulturgeschichte dort reininterpretieren, sondern kann sich einfach an den schönen Projekte erfreuen:)

4

50667 | 15.08.2022 19:36 Uhr

Auf die Veranda...

...natürlich nur mit Schaukelstuhl...

Das Haus strahlt eine heitere Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit aus ...tolle Innenräume....schöne Materialien...minimierte Haustechnik...und alles bis zur letzten Schraube durchgeplant..... eines der besten Projekte die in diesem Jahr hier veröffentlicht wurden.

3

spacearc | 15.08.2022 17:28 Uhr

...

Dieser Gegensatz: Japan freistehende Struktur mit Traufgang, Vietnam mit Grenzwand introvertiert und ruhigem, nutzbarem innerem Freiraum.
Brandschutz, Erdbeben, Tradition?
Japan ist einem fremder.

2

Stuhl | 15.08.2022 16:16 Uhr

Ruhe

Auf dem Stuhl auf Bild 16 muss man auf jeden Fall die Ruhe weg haben.
Ansonsten schönes Projekt!

1

Ulknudel | 15.08.2022 15:57 Uhr

hinundhergerissen

Ich bin hin und her gerissen. Während es von außen wirklich eine Freude ist das Gebäude zu betrachten haben manche Innenräume die Qualität eines HWR's. Liegt vermutlich an der einfach ermöglichbaren Reparierbarkeit. Die Galeriegeschosse, die innenräumlichen Highlights dieses Gebäudes sind nett, bleiben aber hinter ihren Erwartungen zurück. Aber vielleicht braucht es einfach noch etwas Farbe und Leben und evtl. noch eine Pendelleuchte ;)

 
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