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11.02.2019

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Licht und Schatten

Einfamilienhaus bei Gent von Graux & Baeyens


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Ein schmales Grundstück mit schönem Ausblick auf die umliegende Marschlandschaft, nur leider mit einem kleinen Haken: Die grünen Wiesen sind Richtung Norden orientiert, die Sonne kommt in unseren Breiten aber bekanntlich von Süden. Graux & Baeyens aus Gent positionieren darum ihr jüngstes Einfamilienhaus im benachbarten Örtchen Astene zwischen dem Wunsch der Bewohner nach viel Licht und dem visuellen Bezugspunkt der nahen Natur.

Drei Kuben aus grauen Ziegelsteinen nehmen das Wohnprogramm auf, wobei die Architekten die Baumasse mit wenigen Operationen an die Bedürfnisse der Bewohner anpassen. Richtung Westen und Süden klappen sie das Haus auf und lassen so Licht in die Tiefe. Und Richtung Norden inszenieren sie den Ausblick lediglich mit vergleichsweise kleinen Fensterflächen. Geschlossen gibt sich das Haus auch zur Straße hin, von dort gelangt man über eine unscheinbare Tür ins Innere.

Als weiteres wichtiges Element ergänzen sie außerdem einen eingeschossigen Gartenbau, der die kompakten Volumen miteinander verbindet. Das Erdgeschoss erhält dadurch eine geometrisch irreguläre Weitläufigkeit, die im Kontrast zur Strenge der Kuben steht. Deren Ziegelfassade wird im Innenraum fortgeführt, was im Zusammenspiel mit dunklen Holzeinbauten und einer weißen Lamellendecke eine gediegen-modernistische Ästhetik ergibt. (sb)

Foto: Jeroen Verrecht


Kommentare

7

alexander | 12.02.2019 16:16 Uhr

attika

den attika-kritikpunkt kann ich nicht so ganz nachvollziehen; innen gibt es eine ausreichende aufkantung, das mauerwerk ist oberseitig durch ein blech abgedeckt. soweit alle ok.
könnte sein, dass das blech vielleicht nicht die hier (D) notwendige abkanthöhe hat, aber das ist so schlimm auch nicht; gibt halt etwas mehr patina an der fassade...
oder meinst du etwas anderes, was ich hier übersehe?
ich frage mich dann eher, ob hier nur frei entwässsert wird...

ansonsten ein guter entwurf, sehr fein und leise. mag sein, dass a/v und co. nicht so optimal, aber ehrlich gesagt, müssten dann einfamilienhäuser insgesamt kritisiert werden. und immerhin habe die bauleute wohl geld und bauen trotzdem keine riesenvilla...denn so groß ist das haus hier nicht!

@max: "mailand oder madrid"...klasse!

6

peter | 12.02.2019 15:08 Uhr

@max

wegen der attikadetails: das geht in deutschland auch, wenn man z.b. unter dem filigranen blech eine flüssigkunststoff-abdichtung von vorderkante fassadenziegel nach hinten zieht und die halter für das (zusätzliche) attikablech dabei gleich mit eindichtet. das filigrane, schöne blech wirkt dann nur noch als zusätzliche sicherheit und schutz der flüssigkunststoff-abdichtung. eine andere (vermutlich noch teurere) möglichkeit wäre, unter dem blech mit riemchenbelegten betonfertigteilen zu arbeiten, die quasi wu-beton sind und unter denen dann im mauerwerk nochmal eine sperrbahn eingelegt werden kann. es gibt genug möglichkeiten, solche details gut und schlank zu lösen, wenn man einen bauherrn hat, der geld hat und dem v.a. ein schickes design wichtig ist (was bei diesem projekt offenbar der fall war).

das thema mit den spitzen außenräumen ist auf den zweiten blick wirklich gar nicht so schlecht, ich hatte es anhand der etwas verwirrenden plangrafik, die die grenze zwischen innen- und außenraum nicht klar darstellt, zunächst nicht ganz verstanden. der luftraum über dem hauseingang ist sicher sehr spannungsvoll, wenngleich er trotz großem baulichem aufwand keinen regenschutz bietet ;) und das thema a/v-verhältnis interessiert natürlich nicht mehr, wenn man so ein haus baut, schon klar.

ich wünschte mir einfach mehr gute architektur, die ressourcen schont und auf dem teppich bleibt, daher bleibe ich bei meiner kritik.
das hier gezeigte haus ist extrem elitär in jeder hinsicht. das ist elfenbeinturm-denke mit suv, jaccuzzi und versace-unterhose, und die taugt (obwohl es vielleicht so scheint) niemals als vorbild für die massen, die in hässlichen mietshäusern mit plastikfenstern wohnen und maximal von einem wdvs-fertighaus träumen.

5

Max | 12.02.2019 12:13 Uhr

Mailand oder Madrid...

@zoio: Danke für die Belehrung...
Den Konjunktiv zu verwenden ist wohl für einige zu subversiv.

Zum Thema: Was mich immer wieder verwundert, ist die gewisse Unbekümmertheit unserer Nachbarn, wodurch solche Projekte entspringen können - auch wenn nicht gleich Prizkerpreis-verdächtig.
Dafür, dass wir in der selben Klimazone leben und den selben Naturgesetzen unterworfen sind, entspringt oft genug selbst im Kleinen etwas, wo wir nur staunend, beneidend über den Jägerzaun blicken können.

4

.,- | 12.02.2019 09:14 Uhr

Verkeilt Verpeilt

Natürlich hat Max recht bei einem solchen Projekt über A/V Verhältnis zu reden ist am Thema vorbei, doch Peter hat auch Recht meiner Meinung nach. Die tolle Ausführung ist unbestritten, dennoch hätte es dem Projekt gut getan mehr in den Entwurf zu stecken, der bleibt leider im Mittelmaß hängen finde ich. Konzeptionell geht da noch einiges mehr und klarer. Trotzdem ein sehr schönes Projekt!

3

zoio | 12.02.2019 08:07 Uhr

atiikadetails in deutschland

max, gent liegt in belgien.

zum projekt, da hat halt jemand viel geld und lässt dem architekten freien lauf und dieser hat lust was teures zu machen. aber ich finde das ganze jetzt nicht verwerflich oder schlecht.

2

Max | 11.02.2019 22:54 Uhr

verpeilt

Bei einem solchen Projekt über das A/V-Verhältnis zu diskutieren halte ich nicht unbedingt für angebracht.
Hier war ein mutiger Bauherr (mit etwas Geld) und ein mutiger Architekt am Werk.
Die "nicht nutzbaren Zwischenräume" reduzieren sich auf ein Minimum (z.B. als Luftraum).
Was mich vielmehr interessiert, ist wieder einmal die Frage, wie man in Deutschland derartig filigrane Attikadetails liefern könnte - keine Richtlinie / Norm lässt dies zu. Und wie viele Bauherren würden dieses Detail freizeichnen?

1

peter | 11.02.2019 18:24 Uhr

verkeilt

natürlich ist das alles schön gemacht, mit tollen materialien und sauberen details.

dennoch halte ich derartig spitzwinklige zwischen-/außenräume für äußerst problematisch. maximierung der hüllfläche (= kosten; = wärmeverluste) bei gleichzeitiger minimierung von aufenthaltsqualität und nutzbarkeit.

ist das noch architektur?
oder schon design-schnickschnack?

 
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