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11.10.2021

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Neues Leben in der Mälzerei

Denkmalsanierung von Berschneider + Berschneider in der Oberpfalz


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Lange stand die alte Mälzerei im historischen Ortskern von Lauterhofen leer. Stark sanierungsbedürftig und baulich bereits durch Sicherungsmaßnahmen gestützt, wurde sie im Jahr 2017 aus privatem Besitz von der Marktgemeinde erworben. Man hatte Großes vor: Denn das im selben Jahr vom Marktrat verabschiedete „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ sah die Aufwertung der Ortsmitte von Lauterhofen als zentrales Handlungsfeld vor, zu der neben dem neu renovierten Rathaus und der Kirche auch die Alte Mälze aus dem 16./17. Jahrhundert gehört. Berschneider + Berschneider nahmen die Sanierung des unter Ensembleschutz stehenden Gebäudes im Auftrag der Marktgemeinde planerisch in Angriff. Gefördert wurde die Modernisierung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und die Bayerische Landesstiftung. Die Kosten der Maßnahme beziffern die Architekt*innen mit ca. 1,3 Mio. Euro.

Für die Gemeinde sollte ein offener Treffpunkt für kulturelles Leben entstehen, der vielfältig nutzbar ist: für Veranstaltungen, Jugendtreffs oder private Feiern. Ein solcher Ort war für die Bürger*innen bis dato nicht vorhanden. Berschneider + Berschneider bewahrten im Zuge der Kernsanierung möglichst viel der rohen Materialität der Mälzerei, entfernten modernen Putz und legten Balken frei, um den historischen und eigenwilligen Charakter hervorzuheben. Damit eine adäquate Raumhöhe erreicht werden konnte, wurde im Erdgeschoss der Boden abgesenkt und ein Teil der Decke zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss sowie die Decke zum Dachgeschoss vollständig entfernt. Die Architekt*innen fügten eine Galerieebene unter dem Dach sowie neue Treppen aus Riffelblech und eine frei in den Raum gesetzte WC-Box aus Schwarzstahl ein, die als Elemente so konzipiert sind, dass ein späterer Rückbau und damit eine Umnutzung der Mälze möglich ist.

Das denkmalgeschützte Gebäude war im 16./17. Jahrhundert als zweigeschossiger Nutzbau mit Kellergewölbe und Erdgeschoss aus Dolomitsteinquadern errichtet worden und wurde 1794 um das Obergeschoss als Fachwerkkonstruktion ergänzt. Außerdem kam ein Mälzereiturm im Zuge der Umnutzung zum Brauereistadel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinzu. Heute bietet das Erdgeschoss des Turms als Loge Platz für bis zu sechs Personen, im Kellergewölbe ist durch robuste Fliesen und Estrich eine Werkstattnutzung möglich, Erd- und Obergeschoss sowie die Galerie bieten Platz für Seminare und in den ehemaligen Mälzkamin wurde ein Oberlicht eingebaut, das Tageslicht bis ins Erdgeschoss bringt. Aufgrund von Platzmangel wurde der Brenner der Gastherme in der Kuppel des Mälzereiturms installiert.

Fotos: Axel Öland
Text: Ariann Schwarz


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Kommentare

6

Hggh | 12.10.2021 23:37 Uhr

High

Nein, das glaube ich nicht

5

dethomas | 12.10.2021 16:45 Uhr

@geisenpeter

ihr erwähntes budget ist tatsächlich richtig fett!
in diesem kleinen häuschen muss man erstmal 1,3 mrd. (1.300.000.000,00 euro) verbauen.
danke für den 'lacher'!

die tatsächlichen 1,3 mio wurden allerdings richtig schön, detailverliebt und formvollendet verbaut.
durchaus der rolls royce unter ähnlichen 'dorfhäusern'!

4

Geisenpeter | 12.10.2021 13:31 Uhr

schön... (es) Budget

Ja, ein wirklich schönes Projekt. Aber ob des Budgets von 1,3 Mrd. € reibt man sich schon verwundert die Augen. Für ein gemeinschaftliches Begegnungszentrum eine stolze Summe. Was die Qualität des Entwurfes aber nicht mindern soll.
Legt man die Zahlen der Homepage der Architekten zugrunde, dann sind das knapp 1.300€/m³ BRI oder 7.500 €... kollegialer Neid! ;-)

3

eon | 12.10.2021 10:19 Uhr

...

SCHÖN!

2

Bücherwurm | 12.10.2021 08:02 Uhr

Respektvoll

Das Betrachten der Bilder hat mir Freude bereitet. Der Respektvolle Umgang mit dem bestand und die gelungene Umstrukturierung machen Lust auf einen Besuch.

1

Rainer Laidig | 11.10.2021 18:39 Uhr

Denk...mal...nützlich

Die Denkmalsanierung Mälzerei in der Oberpfalz ist ein wirklich sehr SEHR schönes Projekt geworden .... ins besonders die vertikale Öffnung und Erlebbarkeit des historischen Gebäudes betreffend .... wichtig wird nun die Bespielung des Gebäudes , damit auch möglichst viele Menschen aus der Gemeinde ( oder anderswo ) den Ort auch erleben und nutzen können ... dies wird sich aber erst in den nächsten Jahren zeigen ...

 
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