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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Chybik_Kristof_planen_Ensemble_in_Prag_7996241.html

02.08.2022

Rebetong am Moldauufer

Chybik + Kristof planen Ensemble in Prag


Das Stadtviertel Modřany liegt am südlichen Rand Prags im Tal der Moldau. Von Naturräumen umgeben, gehört der durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert geprägte, heutige Verwaltungsbezirk 12 zu den zunehmend attraktiven Stadtteilen Prags. Im Juni 2022 stellten Chybik + Kristof (Prag/Brünn/Bratislava) ihre Planung für eine direkt am Flussufer gelegene und von weitläufigen Freiräumen durchzogene, gemischt genutzte Wohnbebauung vor. Sie soll in Zusammenarbeit mit dem schwedischen, multinational agierenden Bauunternehmen Skanska (Stockholm) auf dem 6.600 Quadratmeter großen Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik bis 2030 entstehen. Als etabliertes Wahrzeichen Modřanys wird der historische Fabrikschornstein von 1929 erhalten und in die Neubebauung integriert.

Auf dem langgestreckten Areal sind sieben U-förmige Baublöcke mit knapp 800 Wohnungen und rund 58.000 Quadratmetern Nutzfläche geplant. Diese sollen um einen Stadtplatz mit zahlreichen öffentlichen Einrichtungen sowie Geh- und Radwegen angeordnet werden. Neben Restaurants, Cafés und Geschäften wird es Spielplätze, einen Kindergarten, eine Multifunktionshalle sowie einen Wassersportclub und eine Uferpromenade an der Moldau geben.

Für die Konstruktion des gesamten Projekts ist der von Skanska entwickelte Hybridbaustoff „Rebetong“, einer Mischung aus recyceltem Beton und/oder Mauerwerk, vorgesehen. Bei der Herstellung wird ein Teil des Zements durch umweltfreundlichere Bindemittel wie Schlacke oder Flugasche ersetzt, sodass die CO2-Emissionen laut Herstellerangaben um bis zu 50 Prozent reduziert werden. An der Fassade soll eine spezielle Mischung des Betons mit lokalem Ziegelschutt zum Einsatz kommen. Angedacht sind zudem die Implementierung von Photovoltaik, Gründächer und Nisträume für lokale Arten. Um von Anfang an die Akzeptanz des Mixed-Use-Projekts in der Nachbarschaft zu gewährleisten, bindet die Planungsgruppe die künftigen Anwohner*innen in den Gestaltungsprozess, insbesondere den der Freiflächen, ein. (uav)


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