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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Chalet_in_den_Schweizer_Alpen_von_SeARCH_4719923.html

08.04.2016

Fahrstuhl durch den Fels

Chalet in den Schweizer Alpen von SeARCH


Dieses Ferienhaus an einem Berghang nahe dem Matterhorn ist schon ein Grande Maison, inspiriert aber waren die Architekten von SeARCH (Amsterdam) von einem très Grande Maison: Das Haus Balthus im schweizerischen Rossinière ist das größte Holzhaus in der Schweiz. Der Zimmermeister Joseph Geneyne baute es um 1755 auf einer Grundfläche von 500 Quadratmetern über fünf Etagen in die Höhe und krönte es mit einem mächtigen Walmdach. Heute ist in dem Holzgiganten die Stiftung des modernen Malers Balthasar Klossowski de Rola, kurz Balthus, untergebracht, der bis zu seinem Tod 2001 mit seiner japanischen Gemahlin dort residierte.
 
Ein Monument der schweizerischen Zimmermeisterkunst also haben sich SeARCH zum Vorbild genommen, um für einen niederländischen Bauherren an einem der exklusivsten Skiorte der Schweiz ein Chalet am Berghang zu bauen. Die buchstabenverzierte und von schwingend geschnitzten Trägern gehaltene Fassade des Grande Chalets in Rossinière jedoch tauschten SeARCH gegen einen reduzierten Einsatz von Beton, Holz und Glas. Die Ornamentik des Baus besteht nun vielmehr in der starken Betonung des Designs: Vom weit vorkragenden Walmdach abgeleitet, ragt nicht nur das Dach des Neubaus hervor, sondern auch die Etagenscheiben und die Außenwände schieben sich drei Meter weit aus der Fassade heraus, wodurch die innere Struktur des Baus auch außen ablesbar wird. Diese sichtbare Umrandung des Wohnhauskerns kontrastiert als weiß verputzte, kräftige grafische Linie mit dem holzlattenverkleideten Baukörper.
 
Das dreigeschossige Chalet orientiert sich zur Hangseite. Die 500 Quadratmeter Wohnfläche teilten SeARCH auf schwebende Etagen auf, die über freie Stiegen miteinander verbunden sind. Die Garage legten SeARCH unterhalb des Wohnhauses in den Felsen, meißelten sie quasi in das Gestein. Und damit nicht genug: Von der Garage aus führt ein Fahrstuhl direkt in den Wohnraum durch den Bergfelsen hindurch. Da denkt man schon eher an Batman als an ein ehrwürdiges Grande Maison. (sj)

Fotos: Ossip van Duivenbode


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