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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Carmody_Groarke_Trans_und_RE-ST_erweitern_Design_Museum_Gent_7040874.html

01.11.2019

Aus für die Klopapierrolle

Carmody Groarke, Trans und RE-ST erweitern Design Museum Gent


Belgiens einziges Designmuseum liegt mitten in der historischen Innenstadt von Gent und besteht derzeit aus einem Konglomerat von drei unterschiedlichen Gebäuden, die sich um einen gemeinsamen Innenhof gruppieren: dem ehemaligen Hotel Coninck aus dem 18. Jahrhundert, einem Anbau von 1992 und dem Huis Leten, das ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert stammt. Von letzterem steht nur noch ein schmaler Teil, um die zum Hof gewandte Fassade zu stützen. Dahinter befindet sich eine Baulücke, die bis zur angrenzenden Drabstraat reicht und aufgrund der bisher hier befindlichen Skulptur einer überdimensionalen Klopapierrolle stadtbekannt ist. 

Im Herbst 2018 lobte das Design Museum Gent in Kooperation mit der städtischen Entwicklungsbehörde sogent einen offenen Wettbewerb für einen Erweiterungsbau aus. Von den 96 Einreichungen kamen fünf Entwürfe ins Finale. Letztlich überzeugt hat die Jury das Projekt von Carmody Groarke (London) in Zusammenarbeit mit Trans architectuur (Gent) und RE-ST (Antwerpen). „Das Entwurfsteam hat die sozialen, partizipativen und technischen Herausforderungen eines zukunftsweisenden Museumskonzepts verstanden und gibt gute Antworten auf die Anforderungen auch in Punkto Nachhaltigkeit und im Bereich Smart Museum, “ so Katrien Laporte, Direktorin des Design Museum, über den Gewinnerentwurf.

Der Neubau - DING genant, was für „Design in Gent“ steht – füllt die Baulücke und soll als eigenständiges, sich von den Bestandsbauten abhebendes Gebäude funktionieren, diese zugleich aber auch miteinander verbinden. Er bietet barrierefreien Zugang, Raum für Debatten und öffentliche Aktivitäten, einen Museumsshop und darüber hinaus natürlich einen Zuwachs an Ausstellungsflächen in zeitgenössischem Design. Der Entwurf integriert die erhaltene Fassade und soll die Zirkulation verbessern: Zum ersten Mal in der Geschichte des Museums wird man durch die einzelnen Gebäudeteile eine komplette Runde drehen können.

Der Eingangsbereich des Erweiterungsbaus soll als Mittler zwischen der Innenstadt und den bestehenden Räumlichkeiten des Museums wahrgenommen werden. Vom Museum gewünscht ist ein einladendes Entree, das neugierig auf das Museum macht und sich als Treffpunkt für die Nachbarschaft etablieren kann. Aus den Dachfenstern bietet der Erweiterungsbau durch großzügige Panoramafenster und über eine öffentliche Terasse beste Aussichten in die Dachlandschaften Gents. Der Entwurf ist modular ausgeführt und kann langfristig verändert und angepasst werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Team des Designmuseums sollen nun von den Wettbebwerbsgewinnern die genauen Details und ein definitiver Entwurf ausgearbeitet werden. Für 2021 ist der Baubeginn angesetzt – wenn alles nach Plan läuft soll bereits 2023 wiedereröffnet werden. (tl)


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Gesamtansicht des Erweiterungsbaus von der Drabstraat aus gesehen.

Gesamtansicht des Erweiterungsbaus von der Drabstraat aus gesehen.

Blick in die Drabstraat.

Blick in die Drabstraat.

Blick vom Innenhof aus auf die Erweiterung.

Blick vom Innenhof aus auf die Erweiterung.

Das künftige

Das künftige "Loft" mit Panoramafenster über die Stadt.


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