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18.06.2021

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Holz für die Finanzwirtschaft

Bürobau in Norwegen von Helen & Hard und SAAHA


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Skandinavien geht im Holzhybridbau weiter voran. Mit dem Finanzparken Bjergsted ist im norwegischen Stavanger nicht nur eine imposante neue Bankzentrale, sondern auch eines der größten Bürogebäude in Holzbauweise in Europa entstanden. Der Entwurf stammt von Helen & Hard (Stavanger/Oslo), die hier sowohl mit einem zweiten Architekturbüro, SAAHA (Oslo/Sarajevo), als auch mit den Holzbauspezialisten Creation Holz (Herisau, Schweiz) sowie dem Ingenieurbüro Degree of Freedom (Oslo/Valencia/Athen) zusammenarbeiteten. Die Arbeitsgemeinschaft hatte mit ihrem Entwurf 2014 den internationalen Wettbewerb des norwegischen Bankkonzerns gewonnen.

Der Neubau bietet Raum für 650 Arbeitsplätze und steht zwischen zwei spitz zulaufenden Straßen auf einem dreieckigen, leicht abfallenden Grundstück nordwestlich des Stadtzentrums. Fast wie ein Nordpfeil zeigt das Gebäude mit seiner Spitze auf den gegenüberliegenden Stadtpark Bergstedparken. Diese Spitze formulierten die Architekten zugleich als den höchsten Punkt des Gebäudes: Hier ragt es sieben Geschosse hoch auf und fällt dann zu seiner südlichen Seite auf vier Geschosse über der Erde ab. Im Süden liegt auch der Haupteingang, und das Gebäude nutzt den Geländeversprung, um davor einen kleinen öffentlichen Platz mit breiter Treppenanlage zu formen. Dort schließt eine Reihe zweigeschossiger Wohnhäuser an, die teilweise aus dem 19. Jahrhundert stammen und unter Denkmalschutz stehen.

Die Bankzentrale bezieht sich nicht nur in ihrem Höhenverlauf auf diesen Bestand, sondern stellt auch in ihrer Materialwahl Gemeinsamkeiten her – wenngleich in ihrer äußeren Erscheinung zunächst das Bild von Glas und dunklem Stahl überwiegt. Die Fassaden werden ringsum von vertikalen Glasschwertern gesäumt, die dem Baukörper einen großstädtischen Ausdruck geben, Einblicke ins Innere zulassen und die Büroflächen vor zu viel direkter Sonneneinstrahlung schützen. Dass es sich um einen Holzbau handelt, wird jedoch spätestens beim Betreten der großen Lobby klar. Innen dominiert das Holz an Decken und Brüstungen, helle Holzträger liegen offen. Während sich das Äußere des Gebäudes dunkel und scharfkantig gibt, ist es innen hell und geschwungen. Das gilt insbesondere für die spektakuläre Treppenanlage, die sich im zentralen Atrium nach oben zum Dach aus Glas und Holz hebt.

„Ein besonderes architektonisches Merkmal“, schreiben Helen & Hard, „sind die sichtbaren Holzverbindungen mit Buchendübeln und die organisch geformten Holzbalken. Die Holzkonstruktion wird durch die vier Treppenschächte, einen durchgehenden Randbalken in Buchenschichtholzfurnier entlang der Fassade auf jedem Geschoss und die Bodenplatten aus Brettersperrholz ausgesteift. Die Säulen und Balken im Erdgeschoss sind aufgrund der Auskragung über dem Bürgersteig aus Buchenschichtholz gefertigt. Der Rest der Konstruktion besteht aus Brettschicht- und Brettsperrholz in Fichte.“ Verbaut wurden insgesamt 1.800 Tonnen an Holz. Laut den Architekten liegt die damit im Bau gespeicherte CO2-Menge bei etwa 2.750 Tonnen. Die Baukosten betrugen insgesamt 64,5 Millionen Euro. (fh)

Fotos: Sindre Ellingsen, Jan Inge Haga



Video:


Video: Degree of Freedom

Zum Thema:

Mehr zum aktuellen Holzbau in der BAUNETZWOCHE#579 „Hoffnung Holz“ vom 20. Mai 2021.


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Kommentare

3

Lars K | 21.06.2021 07:34 Uhr

Bravo

das sieht wirklich gut aus. Das Treppenhaus ist für meinen Geschmack dann etwas zu viel von allem und es passt nicht so ganz zur zurückhaltenden Architektursprache des restlichen Baus. Aber die Holzträger sind richtig gut gemacht und schön, dass damit der Holzbau als Grundprinzip so mit seinen konstruktiven Details sichtbar gemacht wird. Gut gemacht, Kollegen.

2

Holzwurm | 18.06.2021 17:13 Uhr

Aha!

Da ist also das ganze Holz abgeblieben :P

1

Frauke | 18.06.2021 16:00 Uhr

Verbindungen

Sehr schön gemacht. Die konstruktiven Details der Holzverbindungen funktionieren auch ästethisch sehr gut!

 
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