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16.01.2020

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Deutsches Architekturbüro in Erklärungsnot

Bewerbungsantwort provoziert Rassismusdebatte


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Die Baubranche boomt, der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Architekturbüros suchen händeringend nach Leuten. Ausgerechnet in dieser Situation wurde am Montag eine Email publik, die eine Debatte über Alltagsrassismus ausgelöst hat.

Kommentar von Friederike Meyer


„Bitte keine Araber.“ Mit diesem Satz sah sich ein junger Mann konfrontiert, der eine Praktikumsbewerbung an das Büro GKK+ Architektur und Städtebau geschickt hatte. Die Antwort postete er schockiert auf Facebook. Sein Kommentar: „Die schlimmste Absage, die man je erhalten kann.“ Dass die E-Mail ganz sicher nicht an den Bewerber gerichtet war, glaubt jeder. Dass sie aber zur bürointernen Kommunikation von der Chefin geschrieben wurde, verlangt nach einer Erklärung. Diese lieferte das Büro auch prompt in einer Stellungnahme, die BauNetz vorliegt: „Dass es im vorliegenden Fall zu einem Missverständnis kam, das auf Verkürzung und fehlendem Kontext basiert, bitten wir zu entschuldigen.“, heißt es darin. Man beschäftige aktuell Mitarbeiter aus neun Nationen und sei auf drei Kontinenten aktiv. Auch im arabischen Raum habe man gerne und erfolgreich mit Partnern vor Ort gearbeitet. Die Bewerbung des Mannes sei versehentlich einer laufenden Stellenanzeige für Projekte in China zugeordnet worden. Für diese seien unter anderem sehr gute chinesische Sprachkenntnisse und Projekterfahrung in China nötig. Weil der Bewerber die Voraussetzung nicht erfülle, sei die Bewerbung mit verkürztem Kommentar an das Sekretariat zurückgeschickt worden. Das Büro, so heißt es weiter, habe am Dienstag (14.1.2020) mit dem Mann telefoniert und ihn um Entschuldigung gebeten, die er akzeptiert habe.

Diese Stellungnahme unterstreicht die Selbstdarstellung des Büros. Auf seiner Webseite sind aktuell eine Collage von 30 Nationalflaggen und rund 240 Namen ehemaliger Mitarbeiter*innen unterschiedlichster Herkunft zu finden. Dennoch kann das alles den Verdacht nicht vollständig ausräumen, dass es sich hier um einen Fall von Alltagsrassismus handelt, wie er leider vielerorts in Deutschland täglich spürbar wird – und wie er eben auch vor dem Alltag in Architekturbüros nicht halt macht. Denn abgesehen davon, dass Namen von Menschen heute längst nicht mehr auf deren kulturelle Prägung schließen lassen, sind Versehen und Hektik im Berufsalltag keine Erklärung.

Fest steht: Die Debatte über diesen Vorfall ist wichtig. Das pauschale Gruppieren von Menschen, dieser untergründige Rassismus, wie er hier hinein interpretiert werden kann, darf niemals salonfähig werden, und auch nicht hinter vorgehaltener Hand, in verkürzter Form oder schnell getippten Mails geäußert werden. Denn wie immer gilt: Was ankommt ist die Botschaft, und nicht das, was vermeintlich mit ihr gemeint war.


Kommentare

40

AdrianF | 27.01.2020 11:00 Uhr

...

@39

wenn das keine mehrschichtige Ironie war, kann man nurnoch sagen...ohgottohgottohgott







39

Henn12 | 22.01.2020 16:03 Uhr

Mein Senf noch dazu...

Meinen Senf muss ich auch noch dazu geben.
Logisch zu Ende gedacht, darf man im Grunde nach diesem Vorfall nur noch Migranten, bevorzugt aus dem nahöstlichen Kulturkreis einstellen. Diesen Menschen eine Absage zu erteilen wäre ja im Grunde schon wieder eine Diskriminierung. Insbesondere Menschen, die seit mehreren Generationen Deutsche sind, sollten dann keine Anstellung mehr erhalten. Denn alles andere wäre ja wieder Diskriminierung.
Ich hoffe hier in dieser unserer Republik blicken noch alle durch. Fröhliche Woche noch...

38

STPH | 21.01.2020 19:51 Uhr

...

-und nicht vergessen die frauen zu befreien aus den männergesellschaften. Das ist gebot im grundgesetz. Global betrachtet sind wir der schutzraum für frauen, das frauenhaus, habens nur noch nicht gemerkt. Hallo grüne!!!...schnarch

37

P. Sh. | 21.01.2020 14:20 Uhr

Verharmlosung

@ Mehmet und etc.
Jim Jones soll in allen Medien als charismatischer Mensch betitelt werden. Ob jemand eine angenehme Persönlichkeit besitzt ändert nichts an dem was geschrieben wurde, ob nur intern, ob mündlich, ob nur gedacht.
In den Debatten geht es um eine klare Position die alle erkennen sollten.

Keine Araber bitte = Diskriminierend
Keine 5. Mutter = Diskriminierend
Keiner mit einem hinkenden Bein = Diskriminierend

Gründe dies zu rechtfertigen = Rückständig

In Isreal arbeiten Palaestinenser, knapp 50000.
Selbst in Bahrain lebt eine kleine Gemeinde Juden.

Wenn Menschen unter solchen Umständen es schwehr haben dann Mehmet ist die Ursache Diskriminierung und Rassismus, Ausgrenzung und das mein Lieber ist die Realität!

Die öffentliche Diskussion wird umso wichtiger weil Du es trotz alle dem nicht verstanden hast. Für dich ist es Selbstverständlich den Gleichheitsgrundsatz immer so anzuwenden wie es grad so passt.
Du bist auf dem Holzweg.

Wir sollten in einer pluralistischen Welt als Deutsche, mit einem guten Beispiel vorangehen!

Wir sollten Frauen nach Japan schicken!
Araber nach China - und zwar weil wir wissen das sie ihrem Job gut machen, so einfach. Wir sollten den Austausch fördern und vor allem zeigen das es in unserer Welt regeln gibt die man respektieren möchte wenn man mit uns Arbeiten will.

36

ixamotto | 20.01.2020 19:04 Uhr

mehmet's welt

erst wirst du opfer rassistischer ausgrenzung, dann sollst du auch noch verklagt werden. und das alles nur weil mehmet swantje kennt...
und das, was mehmet "einfach realität" nennt, das ist genau das problem.

35

mehmet | 20.01.2020 15:09 Uhr

calm down

... das ist ja entsetzlich was hier alles geschrieben wird. Wer Swantje kennt, ich tue das, weiss, dass das nun wirklich eine angenehme Person ist und diese kurze Mail, dazu noch aus dem Kontext gerissen, eigentlich gar nichts aussagt.

Ein multikulturelles Architekturbüro wie GKK hat natürlich einige Aufträge auch in Ländern, die politisch nicht so ganz einfach zu handhaben sind. Das ist einfach die Realität. An einem Projekt in Israel kann ich schlecht jemand aus Palestina setzen, ob das Frau Dunya Halali gefällt oder nicht.

umgelehrt kann ich sicher nichts in der arabsichen Welt planen und Leute hinschicken, die israelische Wurzeln haben. Das hat mit Rassismus rein gar nichts zu tun, sondern ist einfach politische Realität.

Ich finde es auch falsch diesen Mail-Irrläufer öffentlich zu machen, bevor man eine Aussprache mit Frau Kühn gesucht hat. Das ist m.E. sogar illegal, weil es eine Mail war, die nicht für den Arbeitssuchenden bestimmt war. Ich würde ihn sofort verklagen und nicht auch noch einladen.

viel Lärm um nichts, eine völlig überzogene political correctness debatte und hochgepushte Hexenjagd auf jemand, der das nicht verdient hat.

34

peter | 20.01.2020 08:57 Uhr

@ P. Sh

afd-wähler und rassisten gibt es leider auch unter architekten.

33

Johann Maier | 18.01.2020 17:25 Uhr

Wow

Auf dieser Seite, so hatte man mir im Architektenbüro gesagt, werden schlüpfrige Architekturbildchen gezeigt.
Statt dessen finde ich ein Forum für Moralapostel.
Ist ja reizend.

32

ixamotto | 18.01.2020 07:19 Uhr

@STHP

Hallo STHP. Ich bezog mich natürlich auf den Kommentar Nummer 13 und nicht auf Nummer 12. Sorry.

31

j h | 17.01.2020 16:03 Uhr

Ich glaube nicht, dass die Mail bei einem deutschen Bewerber gelautet hätte:

"Bitte keine Deutschen."

30

AdrianF | 17.01.2020 15:56 Uhr

...

@P.Sh

#thereisnothingtoadd

29

P. Sh | 17.01.2020 14:04 Uhr

Kamran oder Karl

Mir fehlen die Worte zu lesen wie unreflektiert hier nach Rechtfertigungen gesucht wird Rassismus zu begründen.

Zur Veranschaulichung der Kleingeistigkeit möchte ich hierzu Folgendes sagen: Meinen Namen bekam ich von meinem Vater, der in Kassel zur Welt kam, ich selbst bin in Berlin geboren. Als einziges Relikt meiner persischen Wurzel bleibt mir mein Name. Meine Eltern fanden es schön mir den Namen meines Vaters zu geben und nicht den deutschen Namen meiner Mutter. Ich habe dunkles Haar und tiefschwarze Augen. Das Religiöseste in meinem Leben war der evangelische Religionsunterricht in der Grundschule.

Heute bin ich Architekt. Warum wären die Chancen, dass ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werde 25% höher, hätte ich den Namen meiner Mutter bekommen (SVR-Studie)? Warum wird mir unterstellt Muslim zu sein? Wieso wird gedacht, dass sich mein Wertesystem konträr zum Interesse unserer Gemeinschaft stellt? Wieso kann ich nicht in China arbeiten? Solch ein antiquiertes Weltbild ist die Realität aber zu meinem Glück versucht man mich nur zu beschätzen.

28

STPH | 17.01.2020 11:56 Uhr

@20 ixamotto

bitte mal den Tonfall überprüfen. Das ist hier Debatte, nicht Polizei.

27

Chinese | 17.01.2020 11:25 Uhr

Fakt

@17

Uwe Nassois

"Fakt ist, daß man es in einem Projekt in China als Araber nicht leicht hat. Hier in China ist man nämlich sehr voreingenommen und teils ablehnend gegen Menschen dieser Herkunft."

Es mag sein,dass es nach Ihrer Meinung, oder die Meinungen der einseitigen Berichterstattungen, die Sie zufällig gelesen haben, so ist.
Fakt ist es nicht, mindest nicht während 25 Jahren, die ich dort lebe.

26

Frauke | 17.01.2020 11:24 Uhr

Danke

@AuchEin Architekt
Vielen Dank für Ihren ehrlichen Kommentar, mit diesem Kontext erschließen sich mir nun auch endlich Ihre üblichen Kommentare viel besser.

25

Michael Kühn | 17.01.2020 10:28 Uhr

meine Meinung:

Vielleicht hätte der Bewerber ein klärendes Gespräch in dem Büro suchen sollen und seinen Unmut äußern; das erfordert Courage und Zeit. Einfacher ist es, sich in der Hoffnung auf einen Shitstorm im Netz zu rächen.
Bedenklich ist, dass sich genug Rechtgläubige auf die Frau stürzen, denn: "nur wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein".

24

Hannes Ho | 17.01.2020 09:52 Uhr

an Rudolf

Ich hoffe Ihnen ist bewusst, dass Sie da gerade rassistisches und sexistisches Handeln mit dem Wohl des Unternehmens gerechtfertigt haben. Bitte beschäftigen Sie sich mit der Gesetzgebung zum Thema Gleichbehandlung und Diskriminierung. Die von Ihnen beschriebene Willkür ist zum Glück illegal und wird zurecht zunehmend geächtet.

Wenn ich vier Projektleiterinnen wegen Schwangerschaft verliere, dann rechtfertigt das nicht, dass ich eine fünfte nur aufgrund ihres Geschlechts und Alters nicht in Erwägung ziehe. Und warum kommt sie denn nach dem Mutterschutz eigentlich nicht wieder? Das wird doch wohl nicht etwa mit meinem miesen Gehalt zusammenhängen? Oder meiner Unfähigkeit die Leitung meiner Projekte auf solche Situationen vorzubereiten? Mangelnde Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung?

Und wenn ich vier mal schlechte Erfahrungen mit Angestellten arabischer Herkunft gemacht habe, dann rechtfertigt das nicht, einen fünften nur aufgrund seines Geburtslandes nicht in Erwägung zu ziehen. Niemand haftet für die Missetaten, die von anderen Menschen begangen wurden.

Was da bei GKK passiert ist, darf nicht passieren. Jeder Person, die solche Zeilen abschickt, muss bewusst sein, dass es unmoralisch ist. Und wenn man damit den gesamten Ruf des Büros vernichtet, dann ist das eben so. Mit einer hanebüchenen Rechtfertigung, die nicht weit entfernt ist von "auf der Maus ausgerutscht", hat man auch eigentlich alles nur noch schlimmer gemacht.

23

Bettina | 17.01.2020 09:44 Uhr

Gedankenspiel

Man stelle sich vor, ein Architekturbüro erhält die Möglichkeit zu einer Bewerbung um ein europäisches Bauvorhaben nicht, mit der Begründung, dass seine Inhaber Deutsche sind. Nur mal als Gedankenspiel.

22

Anne | 17.01.2020 09:35 Uhr

Rechtsstaat statt Denunziation!

Ich stimme Max zu.
Kein Zweifel, der zitierte Satz ist rassistisch und unmöglich. Ohne das Büro, die Geschäftsführung und den Kontext zu kennen, wage ich aber keine Beurteilung und Wertung der Aussage!

Jemanden in einem öffentlichen Forum an den Pranger zu stellen kann in so einem Fall mehr Schaden anrichten als Gerechtigkeit erzeugen, zumal alle Informationen aus zweiter Hand zu kommen scheinen.
Das Urteil sollten Experten fällen, und nicht die Öffentlichkeit anhand eines kurzen Kommentars.

21

ixamotto | 17.01.2020 09:21 Uhr

Rassismus

Die Kommentare 2 und 12 veranschaulichen sehr gut was Alltags-Rassismus ist und wie er funktioniert:

- Wenn Erfahrungen mit "EINIGEN" dafür verwendet werden Kategorien zu bilden, darüber wer "DIE" eigentlich sind und wofür sie stehen, um sie dann"ALLE" kategorisch auszuschließen (Das ist übrgens eine ganz klassisches Rassismus-Kriterium Nr.2!).

- Das Ganze dann nicht einmal zu merken oder sich dafür in Grund und Boden zu schämen, sondern auch noch zu bagatellisieren, indem die Behauptung aufgestellt wird, dass wir doch eigentlich alle Rassist*innen seien (Nein tatsächlich, ich hatte noch nie so eine "Situation" und ich denke anderen im Forum geht es genauso).

- Oder den Rassismus als Meinung zu verharmlosen (Nr.12), die eben jedem kritiklos zustünde, wenn er oder sie ein privates Unternehmen führt – was für ein absurder Gedanke, denn gerade am Arbeitsplatz erfahren zigtausende Menschen Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Sprache, ihrer Religion oder ihres Geschlechts. Hier wird Rassimus vom Vorurteil zur Praxis!

- wenn dann gleich noch ganz frivol weitere Anleitungen zur gruppenbezogenen und strukturellen Diskriminierung geliefert (schwangere Frauen) und der Ausschluß solcher als Risikogruppen markierter Menschen mit betriebswirtschaftlichen Überlegungen legitimiert wird (auch ein schönes Beispiel dafür, wie Rassismus zur Praxis wird),

- und wenn von einer imaginierten "ethischen Oberklasse" phantasiert wird, nur um vom eigenen autokratisch-meritokratischen Weltbild abzulenken, in dem nur die "Verantwortungsträger" (wer soll das bitte sein und wer ist das eigentlich nicht?) was zu sagen haben und alles dürfen sollen, während der Rest schön die Klappe halten muss.

Tja, so ist das wohl. und so wird's wohl noch ne Weile bleiben: Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf gebracht.

20

KuMiKö | 17.01.2020 08:52 Uhr

wer ohne Sünde ist

...der werfe den ersten Stein.

Können wir uns bitte alle mal wieder beruhigen?

Die Mail war dumm und ein Fehler, ohne Frage. Aber mal Hand aufs Herz: Wer kann von sich oder seinem Umfeld behaupten, dass es in der (internen) Kommunikation nie zu ähnlichen Äußerungen kommt, die zwar nicht politisch korrekt, aber genau so oft auch nicht wörtlich zu nehmen sind.
Oder wie Serdar Somuncu mal gesagt hat: "Jede Minderheit hat das recht auf Diskriminierung"

Vll. hat Frau Kühn auch - wie unten schon erwähnt bereits schlechte Erfahrungen mit arabischen Mitarbeitern gemacht, und ihre Konsequenzen für die Personalplanung gezogen - Ihr gutes recht.

Daraus auf eine rassistische Grundeinstellung zu schließen ist doch arg verkürzt.
Jeder hat doch genügend Freunde und Bekannte, mit denen man sich privat gut versteht, aber aus verschiedensten Gründen nicht arbeiten könnte oder möchte.

Oder vielleicht ist es ja wirklich so, daß arabischstämmige (potentiell muslimische) Mitarbeiter in China nicht gern gesehen sind (siehe Uiguren), und daher die verkürzte Info "keine Araber" (für China)?

Wie auch immer - einen gesellschaftspolitischen Skandal daraus zu konstruieren ist meiner Meinung nach überzogen.

19

auch ein | 17.01.2020 08:51 Uhr

architekt

@12:
"Was aber gar nicht geht ist, das dem Bewerber knallhart zu schreiben. Das ist eine Frage der Umgangsformen."

falsch!

nur dann weiss doch der bewerber was der grund ist!

sonst hat man US-verhältnisse in denen man einem bewerber, der sich im blaumann im CHANEL shop bewirbt sagt, er sei überqualifiziert anstatt zu raten, er sollte sich der bewerbung und dem job entsprechend kleiden.

und der araber (oder chinese oder frau oder mann) weiss dann, das er von DIESEM büro nicht erwünscht ist. besser für ihn als es danach im umgang zu spüren.....

18

Uwe Nassois | 17.01.2020 02:53 Uhr

Nicht so eilig

Es ist ja leicht, über die Person herzufallen. Aber ich habe auch im Artikel gelesen, daß sie mit dem Bewerber telefoniert, sich entschuldigt und erklärt hat und dieser das angenommen hat.

Fakt ist, daß man es in einem Projekt in China als Araber nicht leicht hat. Hier in China ist man nämlich sehr voreingenommen und teils ablehnend gegen Menschen dieser Herkunft.
So kann ich die Aussage durchaus als aus dem Kontext genommen betrachten, denn dann wird sie verständlich.

Also, besser nicht gleich drauf los prügeln. Denn damit wird nichts besser.

17

Puja | 16.01.2020 22:29 Uhr

Moral und Verantwortung

Es scheint wohl recht verantwortungslos zuzugehen in einem Betrieb, der es nicht schafft eine Protokollführung zu etablieren, die den Projektverlauf nachvollziehbar macht.
Genau in solch einem naiven Dilettantismus liegt der Glaube sich nach Gutdünken über die Grundgesetzgebung hinweg setzen zu können. Eine Dystopie in der man glaubt, dass der ökonomische Weltuntergang droht, wenn man sich auf Referenzen und Leistungen bei der Auswahl neuer Anstellung beschränkt. Für alle, die noch nicht erkannt haben, dass wir in einer pluralistischen Gesellschaft leben und nicht in der Einsamkeit wenigen gefangen sind. „Égalité“ gehört zum Leid vieler daher nicht zu einer Selbstverständlichkeit, über die nicht gestritten werden muss.
Man kann auch nur die Augen niederschlagen, sich die Fantasielosigkeit anzuhören, die Frauen an den Pranger stellt Leben zu schenken. Undenkbar wie man in 280 Tagen noch die Organisation einer Projektübergabe und Einarbeitung, in welcher Position auch immer in die Wege leiten soll.

Der Leitartikel beschriebt das Dilemma der Betroffenen sehr gut, ein Lob an die Redaktion.

16

anonymus | 16.01.2020 20:23 Uhr

abschließendes Urteil nicht möglich...(Teil 2/2)

und genau die können auch missbraucht werden und zu unlauteren Handlungsprinzipien führen...ein weiteres Problem kann phatologische Ursachen haben, formuliere dies aber mit dem Hinweis das folgende Überlegung hypothetisch-problematisch sind. Besispiele sind z.B. die Erklärung des Lebenszyklus von Ophiocordyceps unilateralis bzw. Pilze überhaupt oder Toxoplasma gondii, denen man mindestens die Selbst- und Arterhaltung unterstellen muss. Bei dem ersten kann ich nicht sagen ob er auch Menschen befällt, stelle mir aber vor das es so etwas ähnliches bei ihm gibt. Bei lezterem stelle ich mir einen Dopaminsüchtigen vor (er ist auch ein Parasit, der vermutlich begreift das er seinen Lebenszyklus in diesem Organismus nicht vollenden kann) der nur nach seiner Glückseeligkeit strebt, unabhängig davon ob in der Situation erhöte Dopaminausschüttung angemessen ist oder nicht...ein Trauerfall ist ein Beispiel oder ein Intensiver gebrauch der Vernunft, bei dem diese Ausschüttung auch etwas regulierter ist. Der Mensch ist nämlich ein Vernuftwesen und er will seiner Natur nach auch Vernünftig sein. Er soll und darf sich nicht von dem Streben eines anderen Tieres in dieser Weise antreiben lassen und zwar so das er Irrational handelt und eine Gefahr für sich und andere wird und sich für den Parasiten einsetzt und meint das es sein Interesse ist. Beim Begreifen der Dopaminkonzentration geht es dann um Identität und Widerspruch, was auch die Vernunftregel ist...dennoch ist der Mensch, wenn er als Mündig annerkannt wird der zurechnung fähig...in Deutschland ist es bei Gerichtsverfahren üblich das sich die Richter mit der Feststellung des sujektiven Prinzip des Handelnden beschäftigen müssen. Das ist nicht immer ganz einfach und einer der Gründe warum Verhandlungen auch machmal sehr viel Zeit benötigen...so jetz aber erstmal genug und wer nichts besseres zu tun hat kann sich mal den Palácio Faria in Lissabon in Portugal von Eduardo Souto de Moura ansehen...ist das schön geworden und einer seiner besten Arbeit im Bezug auf Bauen am Denkmal. Der Umgang mit historischer Substanz ist hier ganz vorbildlich. Dieser Bauherr hat mit diesem Architekten einen Liebhaber gefunden.

15

anonymus | 16.01.2020 20:22 Uhr

abschließendes Urteil nicht möglich...(Teil 1/2)

In Deutschland haben wir das Glück das wir eine, im Vergleich mit anderen politischen Systemen, vorbildliche Rechtssprechung haben. (Man solle sich doch einmal mit dem was zur Gesetzgebung notwendig ist beschäftigen.) Es gibt keine sinnvolle Alternative zur Demokratie. (Evtl. konstitutive Monarchie) Man höre und lese sich einmal den BGH, der mit Sicherheit einer der besten Gerichtshöfe der Welt ist, in seinen Urteilen und den dazugehörigen Begründungen an...Die Vernunft hat immer ihren Dogmatismus, aber die systematische Prüfung der Vernunft führt zwangsläufig zu einem wissenschaftlichen Gebrauch. Ohne diese Prüfung führt die dogmatische Verwendung zu unbegründeten Behauptungen. Im Alltag kann ich oft Zeuge von Gesprächen dieser Art sein die auch zu Problemen führen. (Genaue Kentniss und Unterscheidungsfähigkeit bei den drei uns bekannten Logiken, die da wären: formale, transzendentale und dialektische sind nicht immer notwendig, aber sehr hilfreich. Z.B. berücksichtigt die transzendentale das was die formale aussschließt.) Was bei Urteilen oft missverstanden und missbraucht wird, sind z.B. die Postulate des auf Erfahrung gegründeten Denkens, denn sie drücken das Verhältnis zur Erkenntnisfähigkeit aus und es wird nicht über die Sache selbst geurteilt, was aber oft angenommen wird...und dann sind wir auch schon bei dem um was es mir geht: den Anlagen zum Guten, die zu den Bedingungen der Möglichkeit des Menschen gehören...

14

Max | 16.01.2020 19:58 Uhr

Form und Inhalt

Der richtige Weg wäre hier eine Anzeige und eine Klärung vor dem Gesetz, auf keinen Fall eine kontextlose Denunziation im newsticker.

Gerade in Hinblick darauf, dass Diskriminierung bei vielen Planungsbüros an der Tagesordnung ist und man gleichzeitig im Stellenmarkt eine jobgesuch des gleichen Büros an oberster Stelle findet.

13

Rudolf | 16.01.2020 19:07 Uhr

Moral ohne Verantwortung

In einem nicht öffentlichen und nicht öffentlich geförderten Betrieb sollte es dem Chef freistehen, Personen nach seiner Erfahrung und nach seinem Gutdünken auswählen zu können, ohne dass die ethische Oberklasse ihn dabei verdammt. Diese trägt da ja keine Verantwortung für den Betrieb und sollte sich auch eine solche für die Gesellschaft nicht anmaßen.
Einem Chef, der in Folge 4 Projektleiterinnen wegen Schwangerschaft ersetzen musste ist wohl Verständnis entgegen zu bringen, wenn er sagt: "Keine Frauen im gebärfähigen Alter". Er sollte aber auch dicke, rothaarige, Bayern, oder wen und was auch immer ablehnen können.
Was aber gar nicht geht ist, das dem Bewerber knallhart zu schreiben. Das ist eine Frage der Umgangsformen.
Aber das Recht auf freie Entscheidungen sollte weiterhin bei den Verantwortungsträgern bleiben.

12

STPH | 16.01.2020 18:55 Uhr

...

vielleicht sollte man besser gleich sagen wenn man ein Problem mit Männergesellschaften hat, gerade als Frau und deswegen lieber Frauen aus solchen Gesellschaften einstellt um so deren Gleichberechtigung zu fördern.

11

JoHa | 16.01.2020 18:42 Uhr

ich kanns nicht glauben und tu es auch nicht

Ich kenne sowohl das Architekturbüro als auch Swantje. Seit vielen Jahren verbindet uns eine gute und respektvolle Zusammenarbeit. Ich kann voller Überzeugung sagen, dass in diesem Büro das völlige Gegenteil von Rassismus herrscht. Dass es sich hier um einen dummen Fehler handelt ist klar. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass niemand das mehr bereut als die Person, die das geschrieben hat. Zumal die Haltung der handelnden Personen in diesem Architektenbüro eine völlig andere ist.

Einfach nur Schade

10

Mitleser | 16.01.2020 18:13 Uhr

Kommentar #2

Ist das eigentlich ihr Ernst ''auch ein Architekt''?

---

Sie beklagen hier Rassismus, also irgendwie und legen dann im hinteren Teil ihres abermals ''gehaltvollen'' Kommentars, gleich mit ner rassistischen Äußerung nach!?

Wo handeln Sie denn einen Deut besser, wenn Sie Bewerber / Mitarbeiter / Menschen ablehnen, nur weil Ihnen persönlich ''EINIGE'' bekannt sind!?

Kommentar widerlichster Art und mein neues, persönliches Highlight ihrer geistigen Ergüsse hier!

9

P. Shafaroudi | 16.01.2020 17:43 Uhr

Zur Durchsetzung des Gleichberechtigungsgrundsatzes

Ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft die sich tolerant, frei und liberal sieht, aber zugleich Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder Gesinnung benachteilit.

Zu aller Schande findet man solche Stigmatisierung, wie in diesem Beispiel nicht nur in der Arbeitswelt, sondern bis in unsere Hochschulen.

Tragisch auch, dass bei all der allgemein gültigen Moral keine verankerten Strukturen geschaffen werden, solche Ungleichheiten abzuschaffenden.

Wer Wind sät wird Sturm ernten. Wer solch eine Kultur von Rassismus fördert, schafft eine Gesellschaft voller Missmut und Missgunst.

Jedes Unternehmen sollte ein Bewerbungsverfahren verfolgen, das zu seinem Unternehmen und zur ausgeschriebenen Stelle passt. Nur fällt es zu vielen
sehr schwer zwischen Gleichberechtigung und Rassismus zu differenzieren wie auch die Studie des Forschungsbereichs des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen zeigt. Dem Grundsatz gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu verfolgen und zu erkennen was willkürliche Begünstigung von Menschen ist.

8

Jan | 16.01.2020 17:22 Uhr

anderer Blickwinkel

Ich frag mich bloß, was er bei einer gewonnenen Klage hätte? Einen Job in einem Büro wo er sich reingeklagt hat? Da will man doch nicht arbeiten...

Andererseits kann sich doch der Chaf eines privaten unternehmens doch hoffentlich aussuchen, wen er einstellen will. Ich finde das ist ein Recht, dass jeder Chef haben sollte, ob er nun jemanden auf Grund seiner Religion nicht einstellt oder weil der Bewerber Ritharig ist oder weil der Vorname einer Bewerberin mit einem Buchstaben anfängt, den er nicht mag.

Jeder hat das Recht sich frei zu entscheiden auch ein Arbeitgeber gegen oder für einen Mitarbeiter.

7

Freiheitliche Demokratische Grundordnung | 16.01.2020 17:04 Uhr

Dumm gelaufen.

Sehr geehrte Frau Kühn

Sicher ist Ihnen in der Zwischenzeit klar geworden, dass Ihre konstruierte Erklärung zu diesem Vorfall nicht glaubwürdig ist und Ihrer Reputation nur weiter schadet. So bleibt es dabei, Ihre Nachricht hat eine rassistischen Haltung offenbart. Für Sie ein unglücklicher Umstand, aber wahr.
Dies weiß nun eine ganze Nation. Es bleibt zu hoffen, dass nun Entscheidungsträger*Innen an den richtign Stellen Ihre Haltung in Zukunft bei der Bewertung Ihrer Person mit berücksichtigen werden.

Eine aufrichtige Erklärung bleiben Sie, nicht zuletzt als Inhaberin einer Professur, der Öffentlichkeit weiterhin schuldig.

Lieber Gruß
Ihre Freiheitliche Demokratische Grundordnung

6

Murksi | 16.01.2020 17:00 Uhr

stormy shit doesn't help

Alle Macht den Frauen! Allmacht den Frauen!

5

maestrow | 16.01.2020 16:32 Uhr

keine Araber

Die gute Nachricht ist, dass der Bewerber gegen diesen Arbeitgeber klagen wird und gewinnen wird.

4

Kommentar | 16.01.2020 16:06 Uhr

Unglaubwürdige Stellungnahme

Die Stellungnahme des Architekturbüros ist unglaubwürdig. Warum sollte die angebliche EINE unpassende Bewerbung für die Stelle in China zu einer pauschalen Antwort "keine Araber" führen?
Zumal ein arabischstämmiger Mitbürger ja nicht aufgrund seiner Herkunft pauschal für eine Stelle in China nicht geeignet ist. Für mich ein klarer Fall von Rassismus. Dieses Büro gehört auf eine rote Liste.

3

Peter | 16.01.2020 15:54 Uhr

Unglaublich

Sogar die versuchte Rechtfertigung ist rassistisch. Warum sollten arabische Bewerber den nicht über die gewünschten Sprachkenntnisse verüben???
Die Absage lautete nämlich nicht: Bitte nur chinesische Bewerber...

2

auch ein | 16.01.2020 15:51 Uhr

architekt

interessante entschuldigung die man da gebastelt hat.

ungeschickt, wenn solche mails weitergeleitet werden und unangenehm für den Absender....

ähnlich heikel ist auch das weiterleiten von V-Cards mit Kommentaren im Sinne von "Der kann was", "hübsch aber doof", "fitter Tragwerksplaner, schwieriger Mensch.....wenn man nicht dran denkt das Kollegen Kommentare einsetzen.

Aber: das ist der Alltag, dies passiert in jeder branche (was es im Umgang nicht besser macht) .

Ich hatte auch schon den Fall, speziell weil ich auch "keine Araber" wollte...nicht wegen Religion, Bomben, Terrorismus, Scharia sondern schlicht wegen extrem schlechter Erfahrung im Umgang mit EINIGEN.

Und fasse ich jeder an die Nase der empört schreibt das er / sie noch NIE so eine Situation hatte....

ich bin gespannt




1

peter | 16.01.2020 15:35 Uhr

gut, dass das baunetz darüber berichtet.

die lahme ausrede von der kühn ist allerdings mehr als peinlich. der shitstorm ist mehr als verdient. hoffe, dass der bewerber doch noch klagen wird.

 
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