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24.01.2013

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Kräuterzentrale bei Basel

Baubeginn für Stampflehmgebäude von Herzog/de Meuron


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Der Baustoff Lehm, lange als Material armer Länder in Europa nur wenig beachtet, erlebt gerade einen Imagewandel. Auch Jacques Herzog und Pierre de Meuron planen nun einen Neubau aus Stampflehm. Gemeinsam mit dem Voralberger Architekten Martin Rauch (Lehm Ton Erde Baukunst), ein Experte auf diesem Gebiet, bauen Herzog & de Meuron für den Schweizer Bonbonhersteller Ricola nun ein Kräuterzentrum in Laufen (Kanton Basel Landschaft). Gestern war Spatenstich für die neue Kräuterzentrale, die nun neben dem bestehenden Fabrikgebäude (ebenfalls von HdM) gebaut wird.

Der elf Meter hohe Stampflehmbau zeigt sich unspektakulär – 100 mal 30 Meter misst die Halle, in der die berühmten Ricola-Kräuter gelagert und verarbeitet werden sollen. Für Besucher soll ein kleiner Showroom den Herstellungsprozess erlebbar machen, runde Fenster geben Einblick in die Kräuterküche. Die Lehmfassade hat eine ausgleichende Wirkung auf Temperatur und Feuchtigkeit, so muss das Gebäude weniger klimatisiert werden.

Die Fassade zeigt die geschichtete Struktur der massiven Stampflehmwände, die schon seit Wochen in einer Werkhalle vorgefertigt werden. Dort wird die Laufentaler Erde zu 50 Meter langen Wänden geschichtet und verdichtet (siehe Bild). Diese werden in fünf Tonnen schwere Abschnitte unterteilt, die nach einer kurzen Trockenzeit auf der Baustelle zu einer monolithischen Wand zusammengefügt werden können; insgesamt 666 Abschnitte werden in Laufen verbaut. Durch die Verwendung vorgefertigter Lehmwände wird der Neubau erst möglich – Lehmbau ist schließlich sonst reine Handarbeit und wird deshalb nur in Ländern mit geringen Einkommen realisiert.

Das Stampflehm-Kräuterzentrum in Laufen soll im Frühjahr 2014 fertig gestellt und eröffnet werden. Herzog & de Meuron haben in den letzten 30 Jahren schon eine Reihe von Gebäuden für die Firma Ricola realisiert – mit dem Stampflehmbau setzen sie ein neues Zeichen.


Zum Thema:

Download der Baunetzwoche#267 „Die Lehmmoderne“

Fachinformationen zum Baustoff Lehm im Baunetz Wissen GesundBauen
Objekte mit Beteiligung von Martin Rauch: Cinema Sil Plaz in Ilanz, Lehmhaus in Schlins und der Umbau eines Hofgebäudes in Zürich


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Kommentare

4

Architekt | 25.01.2013 14:52 Uhr

@hotte

Ja, dort offenbar schon. Aber bei uns im Ort hat mal jemand sein Fachwerkhaus ganz ökologisch mit Lehm saniert, und als ich fragte, woher der stamme, meinten die Handwerker, er komme irgendwo aus Osteuropa, genau weiß ich es nicht mehr. Es war aber nicht Tschechien oder Polen, sondern weiter und billiger.

3

Andrea Palladio | 25.01.2013 13:07 Uhr

Wo bleibt die Baukunst?

Ich sehe hier eine triviale Kiste mit zwei runten Fenstern; zugegebenermassen in ein sehr schickes Rendering verpackt.

2

hotte | 24.01.2013 21:04 Uhr

@ Architekt

Aber der Lehm ist doch dort regional?!

1

Architekt | 24.01.2013 16:47 Uhr

Lehmbau

Lehmbau ist dann gut und richtig, wenn (wie offenbar für die "Kräuterzentrale") einheimischer Lehm verwendet wird.
Wenn man das Material mal wieder aus Kostengründen erst aus der Ukraine, Weißrussland oder sonstwoher herankarren muss, ist es meines Erachtens nicht mehr ökologisch und nachhaltig.

 
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