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02.04.2014

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Spielplatz für Erwachsene

Baubeginn für Berliner Holzmarkt-Projekt


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Berlins zweite Favela? Nachdem der Tagesspiegel vergangene Woche die Brache an der Kreuzberger Cuvrystraße als „erste Favela Berlins“ bezeichnete, erfolgt nun der Baubeginn für ein weiteres Projekt, das zumindest ästhetisch und bautechnisch einer informellen Siedlung ähnelt. Schräg gegenüber der Cuvrybrache am anderen Spreeufer entsteht das – in einem partizipativen Planungsprozess entstandene – „Holzmarkt Dorf“ der Berliner Büros Hütten & Paläste Architekten, Carpaneto Architekten und Urban Affairs.

Das „urbane Dorf“, wie die Architekten das Projekt nennen, das auf dem ehemaligen Gelände der legendären Bar 25 entstehen soll, ist eher kein Armenviertel, sondern Spielplatz für Erwachsene. „Genehmigt wurde jetzt der erste Bauabschnitt, mit Läden, Ateliers, Studios, einer Markthalle, Plätzen, Werkstätten, Cafés und Kita“. Noch in Planung hingegen sind ein Gründerzentrum, ein Hotel sowie der „Mörchenpark“ – eine ausgedehnte Freifläche mit Club und Restaurant.

Obwohl die Macher – unter ihnen die ehemaligen Betreiber der Bar 25 und des späteren Kater Holzig – anders als zuvor das Grundstück nicht temporär bespielen, zelebrieren sie das Informelle und die Improvisation: Leitgedanke der „Dorfplanung“ sei eine konstruktive und räumliche Struktur, die den Nutzern Möglichkeitsräume biete. „Sie soll im besten Sinne unfertig und somit flexibel und langfristig entwickelbar sein und mittels An-, Um-, und Weiterbaubarkeit einem andauernden Transformationsprozess unterliegen können und so den Erhalt des kreativen Freiraums gewährleisten“, erklären Hütten & Paläste. Ist das moderne, zeitgemäße Planung oder die Rekonstruktion des Lebensgefühls der Berliner Nachwendezeit?

Ihr Konzept beschreiben die Entwerfer weiter als „Hallen und Hütten“ aus Beton und Holz. Vier Hallen aus Betonfertigteilen mit mehreren angebundenen Treppenhäusern sollen in kurzer Zeit große, kostengünstige Räume schaffen. Sie bilden den Kern der Infrastruktur, an die sich zukünftige Nutzergenerationen mit kleinteiligen, in Holzbau realisierbaren Hütten andocken können. So sollen „variable Raumcluster“ in Eigenbau entstehen. (lr)


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