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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Auer_und_Weber_gewinnen_Bibliothekswettbewerb_in_Lille_3148457.html

11.04.2013

Addiert, skaliert und versetzt

Auer und Weber gewinnen Bibliothekswettbewerb in Lille


Die bisherige Bibliothek der Université Lille 1 in Villeneuve d'Ascq, ein emblematischer, kreisrunder Bau, war Mitte der sechziger Jahre von dem Le-Corbusier-Schüler Noel Le Maresquier als Zentrum des damals neuen Uni-Campus errichtet worden. Die in die Jahre gekommene Bibliothek soll mit ihrer Zeichenhaftigkeit erhalten, räumlich und städtebaulich aber neu interpretiert und durch weitere Inhalte ergänzt werden. Unter dem Titel „Innovation“ soll das Gebäude zum neuen „Learning Center“ werden – ein Begriff, der erstmals mit dem Rolex Learning Center in Lausanne breitere Kreise zog.

Den dafür ausgelobten Wettbewerb hat das Büro Auer+Weber+Assoziierte (München) jetzt gewonnen. Die Architekten stellen das bestehende Gebäude auf einen neuen „Landschaftssockel“. Er bildet nach Westen die klare Kante einer urbanen Platzsituation, die zur Schnittstelle zwischen Learning Center und dem benachbarten Kulturzentrum wird. Als Ort der Kommunikation bietet der Platz neuen Raum für das studentische Leben auf dem Campus.

Die Organisation des Zuganges und der neuen Funktionseinheiten unterhalb des Plateaus macht „Neu“ und „Alt“ ablesbar: Eine konzentrische Lichtfuge setzt den Landschaftssockel vom bestehenden zylindrischen Baukörper ab und überhöht durch ihr Streiflicht die Koexistenz zwischen dem alten und neuen Bauteil. Eine großzügige Halle vom Eingangsniveau bis ins oberste Geschoss verbindet beide miteinander. Dabei wird die bestehende Fassade nicht durchbrochen.

Die Grundform des Bestandes – die Geometrie des Kreises – dient als Gestaltungsprinzip im Zusammenspiel von Alt- und Neubau. Die Kreisform wird vervielfältigt, addiert, skaliert und gegeneinander versetzt. Dabei entstehen Zwischenräume mit verschiedenen Funktionen, architektonischen Ausprägungen, unterschiedlichen Tiefen und Lichtstimmungen.

„Unser Entwurf skizziert eine Wissenslandschaft, die sich um eine zentrale Halle als kommunikativer Ort organisiert”, erläutern die Architekten. „Verschiedenste Lernsituationen gehen fließend ineinander über und schaffen Zwischenräume, die multifunktional genutzt werden können und die sich der Besucher auf verschiedene Weise aneignen kann.“

Die Fertigstellung des neuen Learning Center mit seinen 7.300 Quadratmetern Nutzfläche wird für September 2015 erwartet.


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Zu den Baunetz Architekten:

Auer Weber


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